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Neuschönau/Spiegelau. Als die Initiatoren der „WoidG’sichter“-Serie einst beieinander saßen und sich darüber Gedanken machten, was denn den Bayerischen Wald neben seiner einzigartigen Naturlandschaft so lebens- und vor allem liebenswert macht, kam man relativ schnell auf die wohl einzig wahre und vor allem sich richtig anfühlende Antwort: seine Bewohner. Sie sind die Gesichter des Bayerwalds. Sie sind es, die diesem Landstrich ihre kulturelle Identität verleihen und besuchenswert machen.

Nicht alle, aber doch etliche WoidG’sichter der Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald folgten der Einladung zum ersten großen Bayerwald-Botschafter-Treffen im Hans-Eisenmann-Haus am Nationalparkzentrum Lusen. Fotos: FNBW

Am vergangenen Freitag luden die Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald (FNBW) und das Onlinemagazin da Hog’n zu einer Zusammenkunft der besonderen Art ein: Die Riege der Ehrengäste fand sich dazu im Hans-Eisenmann-Haus im Nationalparkzentrum Lusen ein. Im Mittelpunkt standen an diesem Nachmittag genau jene „WoidG’sichter„, die Protagonisten aus der überregional bekannten FNBW-Interview-Reihe, die in Kooperation mit den Hog’n-Redakteuren seit nunmehr sieben Jahren die Runde macht.

„Nähe, Nahbarkeit und Vertrauen“

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„Der Waidler ist ein bescheidener Mensch“, befand FNBW-Geschäftsführer Robert Kürzinger eingangs seiner Begrüßungsrede. Daher sei es umso wichtiger, auch den weniger bekannten Botschaftern des Bayerischen Waldes eine Bühne zu bieten – Menschen, die oft im Hintergrund agieren, die in ihrem unmittelbaren Umfeld jeder kennt, die aber nicht ständig im Rampenlicht, sprich: in der (medialen) Öffentlichkeit auftreten. „Die WoidG’sichter stehen stellvertretend für unsere gesamte Region“, pflichtete auch Martin Pichler, Erster Bürgermeister der Gemeinde Schönberg und Aufsichtsratsvorsitzender der FNBW, bei.

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Um die Geschichten der einzelnen Personen herauszufiltern und zu Papier zu bringen, begleitet das Team des Onlinemagazins da Hog’n seit 2015 die WoidG’sichter-Reihe. Der erste Botschafter, „Multitalent“ Georg Brunnhölzl, sei damals noch eine Art Versuch gewesen – doch in der Folge habe das Projekt eine Eigendynamik entwickelt, von der es sich bis heute trägt, wie Hog’n-Redakteur Helmut Weigerstorfer berichtete. Und so sind in den vergangenen sieben Jahren mittlerweile über 70 WoidG’sichter-Porträts entstanden. Sie erzählen die Geschichten von Menschen mit ungewöhnlichen Berufen, spannenden Lebenseinstellungen, besonderen Leidenschaften und Talenten – denn, wie die Macher es so treffend formulieren: „Jedes G’sicht hod a G’schicht.“ Und davon gibt es noch viele weitere in diesem Landstrich.

Die Hog’n-Redakteure Helmut Weigerstorfer (v.l.) und Stephan Hörhammer berichteten dem Publikum von ihrer Arbeit mit den Woid-G’sichtern. Daniel Eder, ehem. FNBW-Geschäftsführer und Mitbegründer der bekannten Porträt-Serie, erinnerte ebenfalls an deren Anfänge.

„Es sind die stillen Helden, die unsere Region prägen“, wusste Hog’n-Redakteur Stephan Hörhammer zu erzählen. „Das Wichtigste bei unserer Arbeit ist die Nähe zwischen Interviewtem und Interviewer. Das schafft Vertrauen und Nahbarkeit – und führt dazu, dass sich der oder die Porträtierte einem gegenüber öffnet“, fügte er hinzu. Das Ergebnis sind ehrliche und vor allem authentische Ausschnitte aus dem Leben der Waidler und Waidlerinnen, die dem Leser teils tiefe Einblicke in ihr Innerstes gewähren. Geschichten über Charakterköpfe und Personen ausm Woid, mit denen sich nicht nur Einheimische identifizieren können.

Kennst du des G’sicht vom Woid?

Um einige dieser Persönlichkeiten näher kennenzulernen und allen Anwesenden die Vielfalt der Botschafter zu verdeutlichen, ließ Moderatorin Roswitha Prasser im Rahmen einer kleinen Vorstellungsrunde einige der WoidG’sichter zu Wort kommen. Outdoor-Aktivist Martin Bredl, Kunst-Malerin Annemarie Pletl, Wanderführer Heinrich Vierlinger sowie Autor und Dichter Eberhard Kreuzer berichteten unter anderem von ihren aktuellen Projekten und ihrer Arbeit. Letzterer hatte gar eigens für die Veranstaltung ein Gedicht mit Titel „WoidG’sichter“ verfasst und vorgetragen. Es lautet wie folgt:

Kennst du des G’sicht vom Woid?

Is’s kindlich jung, oda ur-oit?

Is’s freindle wia a Summadog,

oda grante wia a Donnaschlog?

Is’s sei Blick scho triab und grau?

Oda strahlend wia des Himmelsblau?

An Woid sei G’sicht, des hamma mia,

in Jedn vo uns kimmt a via.

Da Woid, er formt uns nach seim Gusta,

vielseitig, ned a Einheitsmusta.

Da Mensch dazejht an Woid sei G’schicht,

du kannst as lesn in seim G’sicht.

„Ein Format frei von Klischees“

Umrandet wurde das  Zusammentreffen von der Nationalparkband „Woodpecker & the Barkbeatles“ unter der Leitung von Hausherr Christian Binder. In seiner Begrüßungsrede sagte dieser, er freue sich ein solch besonders Jubiläum mitfeiern zu dürfen. „Die WoidG’sichter sind ein wunderbares Format, welches die Persönlichkeiten frei von Klischees vorstellt – dies trägt zur Identitätsfindung aller Waidler bei.“

da Hog’n


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