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Mystischer Bayerischer Wald (10): Sattelbrunnen am Mühlriegel

Die GPS-Daten des Sattelbrunnens lauten: N 49° 09.346, E 013° 01.801

Arnbruck. „Dies war vor vielen Jahren einmal ein Bergwerk – wie alt es ist und was dort abgebaut wurde, da streiten sich die Gelehrten“, berichtet Sepp Probst über eine tunnelartige Vertiefung in einem Waldstück namens Mühlriegel in der Gemeinde Arnbruck. „Einige sagen, es wurde Gold abgebaut – andere erzählen von Rosenquarz“ , berichtet der Hobby-Forscher weiter. Ob es sich dabei um ein Bergwerk aus germanischer oder keltischer Zeit handele, oder ob der „Bau“ aus neuerer Zeit stamme, darüber könne er nichts sagen.

Feststeht hingegen: Der Eingang ist offen und im Durchmesser rund 1,5 Meter breit. Sepp Probst informiert: „Der Gang führt etwa 18 Meter tief in den Berg hinein. Durch die mit der Zeit angefallenen Blätter vor dem Eingang staut sich das Wasser im Bergwerk – und steht heute kniehoch, weshalb der Tunnel wahrscheinlich den Namen Sattelbrunnen bekam.“

Vom Teufel auf der Truhe und einem habgierigen Bruder

Einer Sage nach soll am Fronleichnamstag während der Prozession in diesem Bergwerk der Teufel auf einer Truhe voller Gold sitzen. Wer sich um diese Zeit in den Stollen wagt und die Truhe zu berühren vermag, dem gehört der Schatz.

Kniehoch steht das Wasser heute im Stollen des Stattelbrunnens. Fotos: Sepp Probst

„Ein junger Mann soll dies in den 1930er Jahren probiert haben“, berichtet Sepp Probst. „Er ging mit tiefschwarzen Haaren in das Bergwerk – als er es fluchtartig wieder verließ, war sein Haar schneeweiß geworden. Er erzählte nie, was ihm in diesem Bergwerk widerfahren war.“

Eine andere Geschichte besagt, dass hier einmal zwei Brüder nach Gold schürften, sie auch sehr viel fanden und dadurch beim Teilen zu streiten begannen. Einer der Brüder soll vor lauter Neid und Habgier den anderen dann erschlagen haben. „Aus Scham über seine Tat ließ er das gefundene Gold in der Bergwerkshöhle zurück und verschwand spurlos“, rezitiert der Hobby-Forscher. Dieses Gold soll man heute noch am Fronleichnamstag in der Höhle sehen können – es soll durch die Bluttat verflucht sein und von der armen Seele des Mörders bewacht werden.

Sepp Probst/da Hog’n

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Im Rahmen der Serie „Mystischer Bayerischer Wald“ stellt Heimatforscher Sepp Probst auf hogn.de in regelmäßigen Abständen verschiedene Sagen, Mythen und Brauchtümer des Bayerischen Waldes vor…

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