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Die GPS-Daten des Riesenfindlings lauten: N 48° 54.484 – E 013° 14.430.

Trametsried. Zwischen Trametsried und Bruck liegt ein großer, flacher Stein, in dem ein Abdruck zu sehen ist. Dieser sieht aus wie der Fußabdruck eines Menschen. Die Siedler der umliegenden Dörfer konnten sich dies jedoch nicht erklären, weshalb sie sich folgende Deutung dafür zurechtlegten: Der Herrgott musste einst in dieser Gegend vorbeigekommen sein – und um den Anwohnern zu zeigen, dass er auch hier war, hinterließ er seinen Fußabdruck im harten Granitstein. Buch-Autor und Hobby-Forscher Sepp Probst ist der Legende um den Riesenfindling einmal genauer nachgegangen.

Stonehenge, Lichterstein und Samhain

„Einige Leute sind der Meinung, dass dieser Stein einmal aufrecht gestanden sein muss – ähnlich wie in Stonehenge“ , sagt Probst. Der Trametsrieder Monolith soll zur Berechnung der Jahreszeiten und den damit verbundenen Zeitpunkten zur Aussaat und Ernte sowie zur Feststellung der Winter- und Sommersonnenwende gedient haben.

Jede der Vertiefungen könnte eine Bedeutung haben, sagt Sepp Probst.
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„Die Vertiefungen im Stein könnten künstlich angelegt worden sein – jede von ihnen könnte demnach eine Bedeutung haben. Im Verlauf der Zeit fiel der Stein wohl um oder er wurde vielleicht sogar absichtlich umgeworfen, um den heidnischen Glauben zu vertreiben.“

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Sollte der Findling schon immer liegend vorzufinden sein, könnte es sich Probst zufolge um einen sogenannten Lichterstein handeln. „Hierbei wurden zu Samhain, also in der Nacht zum 1. November, Lichter angezündet und den Toten gedacht.“ Möglich wäre, dass zum Beispiel brennbare Öle oder Harze in die Vertiefungen gelegt und angezündet worden seien.

Eine weitere Sage über diesen Stein lautet:

„Jesus wurde ständig vom Teufel verfolgt, weil dieser versuchte, ihn auf die böse Seite zu ziehen. Dort im Stoabergl auf diesem Stein stand Jesus und hat einmal kräftig mit der Goaßl geschnalzn (darum der Striemen im Stein). Und ab da hatte er den Teufel verjagt. Darum sind die Fußabdrücke und die Striemen von der Goaßl im Stein heute noch zu sehen.“

Sepp Probst/da Hog’n

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Im Rahmen der Serie „Mystischer Bayerischer Wald“ stellt Heimatforscher Sepp Probst auf hogn.de in regelmäßigen Abständen verschiedene Sagen, Mythen und Brauchtümer des Bayerischen Waldes vor…

Weitere Teile der Serie:

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