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Prackenbach. Zwischen Fichtental und Krailing in der Gemeinde Prackenbach gibt es einen Weiler namens Anger. Unterhalb dieses Anwesens befinden sich Wiesen und Äcker, die als „alte Heide“ bezeichnet werden. Inmitten der Wiesen stehen ein paar Bäume, die einen markanten Felsen umschließen. Dieser hat die Form eines Pilzes und ist etwa fünf Meter hoch. Buch-Autor und Hobby-Forscher Sepp Probst weiß so einiges über den Angerer Pilzstein zu berichten.

Sakrales Zentrum für die damaligen Bewohner?

Der Pilzstein weist verfärbte Stellen auf – ein Zeichen dafür, dass in unmittelbarer Nähe des Steins öfters Feuer entfacht wurden.

„Auf den Äckern und Wiesen, die den Felsen umgeben, wurden immer wieder steinzeitliche Werkzeuge, wie Pfeilspitzen und Messer gefunden – was darauf hindeutet, dass diese Gegend schon früh besiedelt war. Diese Funde stammen aus der Zeit der Chamer Kultur (3.500 bis 2.700 v. Chr.). Zu jener Zeit zeichnete sich ein Wandel ab: Die Menschen verließen die freien und ungeschützten Flächen und siedelten sich an Berghängen oder auf Bergen an. Vor der Chamer Kultur waren Besiedelungen nicht weiter befestigt – es war genügend Land für die wenigen Menschen vorhanden.

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Irgendetwas muss dann dazu geführt haben, dass sich die Menschen in höhere, leicht zu verteidigende Landschaften zurückzogen. Als Ursache könnte eine Einwanderungswelle eines anderen Volksstammes in Frage kommen; oder klimatische Veränderungen, die Naturkatastrophen wie etwa Überschwemmungen mit sich brachten. Vom Standort des Pilzsteins aus ist es nicht mehr weit bis zur Further Senke, die schon seit Jahrtausenden besiedelt ist. Somit ist denkbar, das sich zur Zeit der Chamer Kultur hier Menschen niederließen und eine Siedlung errichteten. Der Pilzstein könnte als sakrales Zentrum für die damaligen Bewohner gedient haben.

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Auch bekannt als der Georg-Fischer-Felsen

Der Stein wurde von Fritz Pfaffl, einem Geologen aus Zwiesel, untersucht. Er besteht aus Gneis mit Übergängen zu Perlgneisen und Körnelgneisen. Pfaffl gab diesem Stein den Namen Georg-Fischer-Felsen, da dies ein bekannter Kollege von ihm war.“

Sepp Probst/da Hog’n

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Im Rahmen der Serie „Mystischer Bayerischer Wald“ stellt Heimatforscher Sepp Probst auf hogn.de in regelmäßigen Abständen verschiedene Sagen, Mythen und Brauchtümer des Bayerischen Waldes vor…

Weitere Teile der Serie:


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