„Wir packen das“: Start-Up „thinkTec“ setzt auf 3D-Druck

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Fast rund um die Uhr sind Marco Biebl und Roman Weber (nicht im Bild) damit beschäftigt, ihr Start-Up thinkTec aufzubauen. Vorerst dienen noch Kellerräume als provisorische Firmenzentrale. Foto: thinkTec

Neuschönau/Waldkirchen. Ihre Ziele waren von vornherein klar definiert: Sie möchten ihr eigenes Ding machen, das Leben als Arbeitnehmer hinter sich lassen, Aufträge, Arbeit und Lebensmittelpunkt in den Bayerischen Wald holen. Ehrgeizige Vorgaben, die Marco Biebl (28) aus Neuschönau und Roman Weber (36) aus Grafenau möglichst schnell und möglichst erfolgreich in die Tat umsetzen möchten. thinkTEC, so der Name ihres Start-Ups, will als Systemlieferant im Bereich Maschinenbau durchstarten. Da es in dieser Sparte bereits einen recht großen Wettbewerb gibt, war es für die beiden findigen Existenzgründer zudem wichtig, gewisse Alleinstellungsmerkmale zu haben. Sogenannte „Unique Selling Propostions“ (kurz: USP), wie es in der Verkaufspsychologie heißt. Diese sind: Prototyping mit daran angeschlossenem 3D-Druck.

„Nun kann ich endlich meine eigenen Ideen umsetzen“

Der Startschuss für das junge Unternehmen fiel bereits Anfang 2016. Zunächst wollten Marco Biebl und Roman Weber ihr „Kind“ im Nebenerwerb schaukeln, wichtige Aufbauarbeit nebenher leisten – und gleichzeitig ihrem geregelten Job nachgehen. „thinkTec war zu Beginn eine Nacht- und Wochenend-Aufgabe“, blickt Marco Biebl zurück. Erst im Laufe des Jahres verabschiedete sich der 28-jährige Techniker vom Angestelltenverhältnis. Kollege Weber, ein diplomierter Ingenieur, wird bis auf weiteres noch in Teilzeit seiner momentanen Beschäftigung nachgehen – was diesen jedoch nicht daran hindert, sein ganzes Herzblut für das Start-Up einzusetzen. Der 36-Jährige ist zufrieden: „Nun kann ich endlich meine eigenen Ideen umsetzen.“

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Betriebswirtschaftliche Unterstützung erhalten Marco Biebl (v.r.) und Roman Weber in der Anfangszeit durch Berater Armin Schlattl von der Hans-Lindner-Stiftung.

Technisch kann man den beiden nichts vormachen, wie Armin Schlattl erklärt. Aber gerade im betriebswirtschaftlichen Bereich könne er als Existenz- und Unternehmensberater der Hans-Lindner-Stiftung den Neugründern unter die Arme greifen. „Marco und Roman kann ich vor allem hinsichtlich der Finanzplanung helfen“, verdeutlicht Schlattl. „Generell ist unsere Beratung jedoch auf jeden Gründer individuell zugeschnitten.“ Die Hans-Lindner-Stiftung (HLS) hat sich auf ihre Fahnen geschrieben, Start-Ups bei ihren ersten Schritten in die Selbstständigkeit unterstützend zur Seite zu stehen. Statistisch gesehen sind gerade einmal 50 Prozent aller Unternehmen fünf Jahre nach der Gründung noch existent, rechnet Armin Schlattl vor. „Eine schlechte Quote, die wir erhöhen wollen. Deshalb sind wir da.“

Nur die Hälfte aller Neugründungen setzen sich durch

Rund 600 Anfragen aus den ostbayerischen Landkreisen erhält die Stiftung mit Sitz in Arnstorf (Lkr. Rottal-Inn) pro Jahr. Logisch, dass das Team um Armin Schlattl nicht alle Ideen berücksichtigen kann. Deshalb hat die HLS einen Fragenkatalog ausgearbeitet, mit dessen Hilfe eine gewisse Vorauswahl getroffen wird. „Klar, dass die Gründung die nötige Substanz haben muss“, erklärt Schlattl. „Deshalb mache ich mir vor einer möglichen Zusammenarbeit stets selbst ein Bild von den Köpfen, die hinter der Idee stecken.“ Etwa 100 Betriebe und Unternehmen begleitet die Stiftung pro Jahr – zu den Aushängeschildern gehört unter anderem die Thomas Krenn AG.

Vom Erfolg des in Freyung ansässigen Global-Players und Server-Spezialisten sind Marco Biebl und Roman Weber noch weit entfernt. Die beiden „thinkTecer“ haben ihr Firmendomizil aktuell noch in Biebls Kellerräumen in Neuschönau untergebracht. Fast rund um die Uhr sind sie dort damit beschäftigt, ihr Start-Up auf dem Markt zu platzieren. Kundenakquise gehört dabei genauso zum täglichen Aufgabenbereich wie das Kennenlernen des deutschen Steuersystems.

Bei Letzterem ist auch hier Berater Armin Schlattl von der Hans-Lindner-Stiftung eine wichtige Stütze. Im Rahmen regelmäßiger Treffen im IGZ Waldkirchen, mit dem die HLS eng zusammenarbeitet, bespricht das Trio die aktuelle Situation und reflektiert das Vergangene. Marco Biebl und Roman Weber, die als Paradebeispiel für Gründer in Niederbayern betrachtet werden können, betonen: „Freilich, es gibt immer wieder Tage, an denen man alles in Frage stellt. Die Angst zu scheitern ist immer im Hinterkopf dabei. Doch wir sind uns sicher: Wir packen das.“

Helmut Weigerstorfer

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Mehr Infos zur Hans-Lindner-Stiftung gibt’s hier (einfach klicken)

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Ein Kommentar bei "„Wir packen das“: Start-Up „thinkTec“ setzt auf 3D-Druck"

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