MalRaum in Freyung: Wenn Farbe und Pinsel den Blick ins Innere öffnen

Freyung. Manchmal sind Bilder mehr als nur ein dekoratives Element, das man sich gerne im Wohnzimmer aufhängt und von Zeit zu Zeit betrachtet. Manchmal tragen Bilder dazu bei, dass man ein traumatisches Ereignis endgültig vergessen kann. Das Malen ist dabei eine Art Selbstreinigung, eine endgültige Lösung von den Problemen der Vergangenheit. Davon sind sie überzeugt. Deshalb hat Nobert Danzer in Zusammenarbeit mit Evi Gahbauer im März 2015 das Projekt „MalRaum – Atelier für Dich“ in der Passauer Straße gegründet. „Wir möchten unseren Besuchern die Möglichkeit bieten, sich fallen zu lassen – auf eine ganz spezielle Art“, erklärt Norbert Danzer.

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Ideengeber und „Chefs“ des Freyunger „MalRaums“: Norbert Danzer und Evi Gahbauer.

Dem Heilpraktiker für Psychotherapie geht es bei den Kursen nicht darum, Menschen das künstlerisch-wertvolle Malen beizubringen. Sie wollen keine Malkurse à la Bob Ross anbieten. Das Ergebnis und die künstlerische Fertigkeit sind zweitrangig. Sie möchten vielmehr erreichen, dass es den Kursteilnehmern durch das Hantieren mit Pinsel und Farbe gut – oder zumindest besser als vorher geht. Durch die Tätigkeit des Malens soll sich im Inneren etwas bewegen. Auch Norbert Danzer selbst sieht sich nicht als Künstler, sondern als jemand, der anderen Menschen zuhören – in diesem Fall zusehen – und die richtigen Schlüsse daraus ziehen kann. Bereits seit 1998 beschäftigt er sich mit der Alternativmedizin, insbesondere im psychologischen Bereich. Vor vier Jahren hat er sich als Heilpraktiker für Psychotherapie nebenberuflich selbstständig gemacht. „Das ist meine Leidenschaft.“

„Einige lachen, einige weinen, einige sind völlig in sich gekehrt“

Doch seine „Malkurse“, wenn man sie denn so bezeichnen will, sieht er nicht als therapeutische Maßnahme. Auch sind die Kursteilnehmer nicht krank – eine pathologische Diagnose liegt meist nicht vor, wie der 47-Jährige immer wieder betont. „Sie haben vielmehr etwas auf dem Herzen, was sie malerisch loswerden können.“ Ein tiefgründigeres Gespräch, um eventuelle Probleme aufzuarbeiten, sei zwar möglich, aber nicht zwingend nötig. „Idealerweise öffnen sich die Maler während sie bei uns sind. Ist das nicht der Fall – auch nicht schlimm. Wir sehen uns als Begleiter eines Prozesses.“ Aus diesem Grund versucht Norbert Danzer die Bilder der Teilnehmer auch nicht zu deuten – und so Rückschlüsse auf das Innenleben der Kursteilnehmer zu ziehen. „Es ist wichtiger, deren Auftreten zu beobachten – einige lachen, einige weinen, einige sind völlig in sich gekehrt.“

Warum ist es so, wie es ist? Diese Frage sollen die MalRaum-Schüler für sich beantworten können. Selbstfindung ist ein Schlagwort, das in diesem Zusammenhang immer wieder fällt. Und dabei ist das Malen dem Heilpraktiker zufolge auch effizienter als beispielsweise Sport. Die fertigen Werke brauche man nicht herzeigen, aber man kann sie aufheben und sich immer wieder an die Erfahrungen erinnern – oder sie auch verbrennen und somit Negatives für immer verbannen. „Die Bilder können so zum symbolischen Zeichen für einen Neuanfang werden.“

da Hog’n

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„MalRaum – das Atelier für Dich“ – mehr zum Projekt von Nobert Danzer und Evi Gahbauer gibt’s unter der Telefonnummer 08551/9179320 oder auf der dazugehörigen Facebook-Seite (einfach klicken) zu erfahren.

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