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Bad Füssing. In Bayerns Heilbädern und Kurorten herrscht Alarmstufe Rot. Die Coronakrise trifft sie noch viel härter als die übrigen Städte und Gemeinden im Freistaat. Ausgerichtet auf die meist älteren Gäste und Patienten haben sie eine kosten- und personalintensive Gesundheits-Infrastruktur zu finanzieren, bei aktuell praktisch null Einnahmen. Beispiel: Europas meistbesuchter Kurort Bad Füssing mit normalerweise 140.000 Tages- und Übernachtungsgästen im Monat. Deutschlands weitläufigste Thermenlandschaft ist hier leer, die aufwendig gepflegten Kurparks sind verwaist. „Für Bad Füssing entwickelt sich die Corona-Krise zur finanziellen Katastrophe“, sagt Bürgermeister Alois Brundobler.

Ein geradezu verstörendes Bild: Die Thermenlandschaften in Bad Füssing sind derzeit verwaist. Foto: obx-news.de
 
Bayerns Kurorte sind im Normalbetrieb eine Wirtschaftsmacht im Stillen und Quelle sprudelnder Steuereinnahmen: mit 100.000 Arbeitsplätzen überwiegend in industrie- und wirtschaftsarmen ländlichen Regionen und 4,5 Milliarden Euro Jahresumsatz. Touristisch sind sie Schwergewichte: Jede vierte Touristenübernachtung im Freistaat wird in einem der Heilbäder gebucht. 

Brunndobler: „Jetzt steht alles still“

Bad Füssing im Herzen des Bayerischen Golf- und Thermenlands gilt mit 2,4 Millionen Übernachtungen pro Jahr als Deutschlands mit Abstand größter Kurort. Aktuell aber ist Europas weitläufigste Thermenlandschaft menschenleer, 16.000 Gästebetten sind verwaist und die mit Millionenaufwand gepflegten weitläufigen Kurpark-Anlagen blühen still vor sich hin.
In seinen letzten Wochen als Bürgermeister von Bad Füssing hat ein nachdenklicher Alois Brundobler mit der Coronakrise zu kämpfen. Foto: Hog’n-Archiv

„Wir erwirtschaften mit dem Kurbetrieb in normalen Zeiten jährlich 450 Millionen Euro Umsatz, also ein Zehntel aller bayerischen Heilbäder. 4.500 Arbeitsplätze hängen direkt davon ab. Hinzu kommen Tauende in den Zulieferbetrieben“, sagt Alois Brundobler. „Jetzt steht alles still. Alle dringend notwendigen und beauftragten Baumaßnahmen wurden, so gut es geht, gestoppt. Aber alleine in der Gemeinde haben wir eine halbe Million Euro Lohnkosten monatlich“, so der Bürgermeister. „Da droht die Zahlungsunfähigkeit.“

Corona-Schutzschirm: Nicht für die Heilbäder

Seine Kritik an der Politik: Die besondere Belastungssituation der Heilbäder, auch resultierend aus ihrer Aufgabe als Zentren für Prävention und Krankheitsvermeidung, werde bei der Verteilung von staatlichen Fördermitteln aus den Corona-Schutzschirmen bisher völlig ignoriert. Dabei würden die Reha-Kliniken der Kurorte gerade jetzt als Puffer zur Aufnahme von Corona-Patienten dringend gebraucht. „Damit die Heilbäder ihre Aufgabe als wichtige Bausteine im deutschen Gesundheitssystem auch künftig erfüllen können, brauchen wir ein klares Bekenntnis der Bayerischen Staatsregierung zur Bedeutung der Heilbäder für die bayerische Wirtschafts- und Gesundheitspolitik. Wir brauchen vor allem schnelle Liquidität und langfristig eine der Sonderrolle der Kurorte angemessene Anpassung der Schlüsselzuweisungen“, sagt Brundobler.
Wann wieder in Bad Füssing geurlaubt werden kann, ist aktuell völlig offen. Foto: Kur- & GästeService Bad Füssing
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Dessen ungeachtet wartet auf die bayerischen Heilbäder eine zumindest mittelfristig ungewisse Zukunft: In den Kurorten mit ihren natürlichen Heilmittelvorkommen suchen traditionell vor allem Menschen älterer Bevölkerungsgruppen Heilung von ihren Gesundheitsproblemen. Bei den Corona-Erkrankungen gehören die über 70-Jährigen aber zur Hauptrisikogruppe. Es ist völlig offen, wann diese wieder uneingeschränkt reisen dürfen.

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da Hog’n/obx-News

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0 thoughts on “Zahlungs-unfähigkeit droht: Bad Füssing in höchster Existenznot

  1. herr söder stellt sich als großer krisenmanager in pose. seine schnellschüsse für den shutdown werden sich bitterlich rächen. wir sind schon seit ca. 30 jahren füssing fans. diese Auswirkungen auf unsere Kurorte waren mir sofort bewußt. wie will herr söder diese wirtschaftliche Katastrophe verhindern.

  2. Mein Vater aus Dresden und Lebensgefährtin hat den Bad Füssing Urlaub auf September verlegt. Er wollte Mitte Mai kommen. Er ist 78 Jahre. Seine Lebensgefährtin ist 91 Jahre. Ich wohne in Bayern und wollte auch kommen. Nun für ALLE ist die Situation ganz ganz schlimm. Aber viel schlimmer wäre der Urlaub mit Corona Infekt nachher und fast Null Überlebenschancen der doch schon Älteren Dame. Mein Vater kann sich auch Infizieren. Danke Herr Söder, daß du alle Schützt, denn was nutzt es wenn alle die in Urlaub fahren um sich zu Erholen, dann Sterben an diesem Covid19. Finanzielle Hilfe wird es ganz sicher auch geben für Bad Füssing !

  3. Es wird hier so getan als würde ohne COVID 19 keiner mehr krank werden.
    Es gibt noch mindestens 50 andere Viren und Bakterien die Leute krank machen
    Es kommt einzig auf das Immunsystem an wie gut das es funktioniert.
    Je älter um so schlechter.
    Die älteren Leute sollten sich mehr darum kümmern das ist der beste Virenschutz.
    Da braucht man keinen Politiker dafür die retten sowieso keinen.

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