Europa Residenz: „In Bad Füssing ist die Welt noch in Ordnung“

Bad Füssing. Mit dem Parkhotel Stopp wurde erst kürzlich ein familiengeführtes Hotel im Rahmen der Hog’n-Rubrik „Urlaub in Füssing“ vorgestellt. Ein etwas anderes Modell – die Eigentümergesellschaft – wird von der Europa Residenz bevorzugt, für deren Betrieb die Appartementvermietung Steurer-Reinhart verantwortlich zeichnet. Anita Allendorf und ihr Team betreuen die Gäste im Auftrag der Wohnungseigentümer und sind an deren Entscheidungen gebunden. Im Interview mit dem Onlinemagazin da Hog’n spricht die 59-jährige Geschäftsführerin über „ihr“ Haus, das neueste seiner Art in der Kurzone 1, über die sich immer schwieriger gestaltende Personalsuche und über die Folgen der Gesundheitsreform.

2004 (Bauabschnitt II: 2007) erbaut, stellt die Europa-Residenz das neuste Appartement- und Suitenhaus in der Kurzone 1, dem Stadtkern von Bad Füssing, dar. Fotos: Allendorf

Frau Allendorf, beschreiben Sie uns bitte kurz Ihren Betrieb.

Unsere Appartementvermietung vermietet 42 individuell und hochwertig eingerichtete Suiten und Appartements in der Europa Residenz. Die Zwei-Zimmer-Suiten sind 40 bis 55 Quadratmeter groß und bieten ein Wohnzimmer mit Essecke, eine gut ausgestattete Frühstücksküche, ein Schlafzimmer mit Doppelbett, eine Dusche mit WC und einen überdachten Balkon. Die Ein-Zimmer-Appartements sind 24 bis 34 Quadratmeter groß. Die Gäste erwartet ein kombinierter Wohn- und Schlafraum, Frühstücksküche, Dusche mit WC und Balkon. Tiefgaragenstellplatz, Fahrradraum und WLAN sind im Übernachtungspreis enthalten.

Gäste bleiben durchschnittlich 10,7 Nächte

Ein Restaurant, eine Physiotherapie- und Osteopathiepraxis mit Wellnessabteilung, ein Kosmetikstudio und eine Vinothek sorgen zusammen mit unserem Team für ein Rundum-Wohlfühlprogramm bei uns in der Europa Residenz. Durch die individuelle Ausstattung der Appartements und Suiten können wir sehr viele Wohnwünsche erfüllen. Das zahlt sich aus, denn über 80 Prozent unserer Gäste sind ein oder mehrmals im Jahr in ihrer Lieblingssuite. Unsere durchschnittliche Jahresbelegung war 2016 bereits 225 Nächte pro Suite/Appartement. Unsere Gäste verweilen immerhin durchschnittlich 10,7 Nächte lang im Haus. Da sind wir in Bad Füssing ganz vorne mit dabei. Unsere Appartementvermietung beschäftigt drei Rezeptionistinnen und bis zu acht Zimmermädchen, zudem gibt es Hausmeister, die sich um Garten und Haus kümmern.

Ab 1. Oktober alleinige Geschäftsführerin der Appartementvermietung in der Europa-Residenz: Anita Allendorf (ehemals Steurer)

Welche Alleinstellungsmerkmale hat Ihr Hotel im Vergleich zu den übrigen Beherbergungsbetrieben in Bad Füssing?

Die Europa Residenz ist das neueste Appartement- und Suitenhaus in der Kurzone 1 – also mitten in Bad Füssing. Die Europa Therme, das Kurhaus, der Kurpark und die Einkaufsstraßen sind mit wenigen Schritten erreichbar. Alle Zugänge ins Haus sind barrierefrei von der Tiefgarage bis in die Etagen. Wir sind seit August 2016 als einziges Haus in Bad Füssing vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie zertifiziert zum Thema „Reisen für alle – Barrierefreiheit geprüft“. Außerdem sind wir seit März 2017 zertifiziert als „allergikerfreundliches Haus“.

Die dafür nötigen Qualifizierungen gaben uns gute Einblicke und Kenntnisse zu den Bedürfnissen von behinderten Menschen und auch in die Vielfalt von Allergien, mit denen ein Drittel der deutschen Bevölkerung leben muss. So können wir noch besser beraten, die richtige Suite auswählen und für bestmögliches Wohlbefinden der Gäste beitragen.

Wie schafft man es, im „Kampf“ um Gäste die Konkurrenz auszustechen bzw. die eigenen Qualitäten hervorzuheben?

Neben der Lage bieten wir lange Rezeptionsöffnungszeiten, darüber hinaus ein Bereitschaftstelefon, geben aktuelle Infos in der wöchentlichen Gästebegrüßung und beim täglichen Kontakt mit den Gästen weiter, hängen die Frühstücksbrötchen an die Türe, bieten individuelle Freizeitberatung für Ausflüge und Events in der Region und vieles mehr. Außerdem gibt es auch immer wieder einen Grund zum Lachen bei uns:

„Bad Füssing ist der größte Thermalkurort Deutschlands“

Unsere Gäste freuen sich nicht nur auf ihre Lieblingssuite in der Europa Residenz, sondern auch auf uns, weil sie unsere Freundlichkeit, unsere Hilfsbereitschaft und unsere Kompetenz zu schätzen wissen. Dies zeigt sich auch an den guten Bewertungen, die wir bei unseren booking.com-Gästen mit 9 von 10 Punkten und bei HolidayCheck mit 5,8 von möglichen 6 Punkten bekommen haben.

Weite Reisen gehören der Vergangenheit an: Warum ist es wieder „in“, Urlaub in der näheren Umgebung zu machen?

Unsere Gäste sagen immer wieder: In Bad Füssing ist die Welt noch in Ordnung. Bad Füssing ist der größte Thermalkurort Deutschlands. Die drei Thermen, der Saunahof und das Freibad bieten Badevergnügen pur – und wir sind mit dem Auto gut erreichbar.

„Durch die individuelle Ausstattung der Appartements und Suiten können wir sehr viele Wohnwünsche erfüllen.“

Die Mineralienzusammensetzung des Thermalwassers tut wohl und lindert Schmerzen, der wunderschöne Kurpark wurde schon prämiert, die Fahrradfahrer finden ein einzigartiges Radwegenetz am Inn entlang und in der Region ohne Steigungen und Gefälle, das Brauchtum ist echt und das Kulturprogramm vielfältig, die Biergärten sind traumhaft, das Essen schmeckt, die Preise halten sich absolut im Rahmen und die gesundheitliche Betreuung ist bestens gewährleistet durch ein großes Ärzte- und Therapeuten-Programm.

Wer nicht mit dem Auto anreisen möchte, kommt mit der Bahn oder lässt sich mit dem Bus vor der Haustüre abholen und bis zur Europa Residenz und wieder zurück bringen. Es ist also für jeden Geschmack etwas dabei. Was will man mehr?

Nach der Gesundheitsreform 2002 und der damit verbundenen Kürzungen der Kurbeiträge hat Bad Füssing einen Einnahmen- und Gäste-Einbruch hinnehmen müssen. Ist dieses Tief Ihrer Meinung nach inzwischen wieder überwunden?

Mehr als 80 Prozent unserer Bad Füssinger Gäste sind mittlerweile Selbstzahler. Sie erhalten und verbessern sich ihre Gesundheit mit Hilfe einer ambulanten Badekur oder gönnen sich einige Behandlungen und die Therme auf eigene Kosten. Die Gesundheit sowie schmerzfreie oder -arme Monate sind den Gästen etwas wert.

Personalsuche: „Menschlichkeit zählt“

Bad Füssing entwickelt sich beständig weiter. Vor allem Wellness ist ein wichtiger Wachstumsbereich. Auch da wird in vielen Häusern, in den Thermen und im Saunahof ein vielfältiges Repertoire angeboten. Natürlich sind die Besucherzahlen nicht mehr die der 70er und 80er Jahre – jedoch findet Bad Füssing mit 2,4 Millionen Übernachtungen im Jahr noch eine beachtenswerte Akzeptanz bei den Gästen.

Großes Thema im Bäderdreieck ist die Suche nach Personal. Wie stellt sich die aktuelle Situation bei Ihnen im Betrieb dar?

Die Suche nach geeigneter personeller Unterstützung ist nicht leicht bei der Vielzahl der Häuser im Bäderdreieck. Wir haben das große Glück, beständiges Personal zu haben. Unsere Reinigungskräfte kennen die Eigenheiten jeder Suiteneinrichtung und sind bereit, hauptsächlich sonntags zu arbeiten. Auch unsere Rezeptionistinnen sind absolut freundlich und gästeorientiert. Wir bezahlen gut und es ist immer wieder mal ein „Zuckerl“ dabei, wenn alles gut läuft. Bei uns gibt’s auch öfter einen Grund zum Lachen und auch mal zum Feiern.

Wie ist es um die Qualität der Schulabgänger und potenziellen Lehrlinge bestellt?

Das wird nicht einfacher. Schicht- und Wochenenddienst sind nicht so leicht mit Familie und Freunden unter einen Hut zu bringen – und Dienstleistung ist auch nicht jedermanns Sache.

Blick in die Zukunft: Wie muss sich ihr Hotel und der Kurort Bad Füssing aufstellen, um weiterhin bestehen zu können?

Wir wollen in der Europa Residenz mit unserem guten Service, unserer Freundlichkeit und Kompetenz und einer Top-Ausstattung unsere Gäste glücklich machen. Die Werbung durch zufriedene Gäste ist der effektivste Grundstock für eine weiterhin gute Belegung. In Bad Füssing ziehen wir an einem Strang und halten die Augen offen für neue Trends und Wachstumsmärkte.

Wir bedanken uns für das Gespräch und wünschen weiterhin alles Gute.

Interview: da Hog’n

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