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Röhrnbach. Es ist ein Termin, der jedes Jahr in vielen Kalendern im Landkreis Freyung-Grafenau dick angestrichen ist – sowohl bei Arbeitgebern, als auch bei (künftigen) Arbeitnehmern: Am vergangenen Samstag hat die Ausbildungs- und Arbeitsbörse (AuA) 2026 des Landkreises Freyung-Grafenau in Steinerleinbach (Marktgemeinde Röhrnbach) stattgefunden – und wieder zahlreiche Besucher ins Haidl-Atrium gelockt.

Trotz bestem Spätsommerwetter waren viele Besucherinnen und Besucher ins HAIDL-Atrium nach Röhrnbach gekommen. Fotos: Landratsamt FRG

Und auch, wenn heuer etwas weniger Bürgerinnen und Bürger gekommen waren, ist Organisator Stefan Schuster mit der diesjährigen Ausgabe durch und durch zufrieden – was vor allem daran liegt, dass für den Regionalmanager nicht Zahlen für den Erfolg ausschlaggebend sind, sondern vielmehr die persönlichen Rückmeldungen von Ausstellern und Besucherschaft sowie die Art und Weise der Gespräche zwischen beiden Parteien.

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Bereits zwei Nächte später kann Schuster deshalb im Gespräch mit dem Onlinemagazin da Hog’n ein Fazit mit Hintergrund ziehen. Über den inzwischen jährlichen Turnus, das AuA-Alleinstellungsmerkmal – und weitere Ideen für die Zukunft…

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In Konkurrenz zum Traumwetter

Bewerteten die AuA 2026 als vollen Erfolg (v.r.): Wirtschaftsreferent Johannes Gastinger, IHK-Vizepräsident Jürgen Greipl, Gastgeber Florian Haidl, Landrat Sebastian Gruber, Röhrnbachs Bürgermeister Leo Meier und Regionalmanager Stefan Schuster.

Herr Schuster, zunächst ganz allgemein: Wie blicken Sie auf die elfte Ausbildungs- und Arbeitsbörse (AuA), die am vergangenen Samstag stattgefunden hat, zurück?

Sehr positiv. Natürlich hätten wir uns bei der Besucherzahl vielleicht noch etwas mehr gewünscht. Aber wir hatten am Samstag wirklich außergewöhnlich schönes Wetter – da konkurriert eine solche Veranstaltung natürlich mit vielen anderen Freizeitmöglichkeiten.

Viel wichtiger ist deshalb die Rückmeldung unserer Aussteller. Und die war in der großen Mehrheit ausgesprochen positiv. Viele haben uns berichtet, dass sie zwar vielleicht etwas weniger, dafür aber sehr intensive und qualitativ hochwertige Gespräche geführt haben. Genau darum geht es bei der Ausbildungs- und Arbeitsbörse: Menschen zu Gesprächen zusammenzubringen, bei denen aus einem ersten Kontakt tatsächlich etwas entstehen kann.

Können Sie bereits konkrete Zahlen nennen?

Wir hatten in diesem Jahr 84 Aussteller und knapp 3.000 Besucherinnen und Besucher. Damit sind wir angesichts des hervorragenden Spätsommerwetters durchaus zufrieden. Wie viele Praktika konkret vereinbart wurden oder ob bereits unmittelbar Ausbildungsverträge zustande gekommen sind, erfassen wir als Veranstalter nicht. Die Rückmeldungen zeigen uns aber, dass es zahlreiche sehr konkrete Gespräche gegeben hat – über Praktika, Ausbildungsplätze und auch über Arbeitsstellen. Und letztlich ist genau das der entscheidende Maßstab für uns. Nicht die Zahl der eingesammelten Flyer macht eine erfolgreiche Messe aus, sondern die Kontakte, die danach weitergeführt werden.

Seit 2024 findet die AuA nicht mehr „nur“ im zweijährigen Rhythmus statt, sondern jedes Jahr. Ist diese engere Taktung ein Vor- oder Nachteil?

Für uns als Veranstalter ist das ganz klar ein Vorteil. Gerade bei Schülerinnen und Schülern sind zwei Jahre eine sehr lange Zeit. Wenn man nur alle zwei Jahre eine Ausbildungsbörse anbietet, erreicht man zwangsläufig manche Jahrgänge zum entscheidenden Zeitpunkt nicht. Gleichzeitig verändert sich der Arbeits- und Ausbildungsmarkt sehr schnell. Auch die Unternehmen müssen jedes Jahr aufs Neue um Nachwuchs und Fachkräfte werben. Die jährliche Durchführung trägt dieser Entwicklung Rechnung. Dass wir weiterhin mehr als 80 Aussteller haben, zeigt zudem, dass auch auf Unternehmensseite der Bedarf für dieses Format vorhanden ist.

„Menschen kommen freiwillig und ganz bewusst“

Landrat Sebastian Gruber stellt am Stand der Abteilung Bau- und Holztechnik des Beruflichen Schulzentrums Waldkirchen seine handwerklichen Fähigkeiten unter Beweis.

Wie schafft es der Landkreis FRG, dass die Jobmesse im Haidl-Atrium nicht zum Alltag wird, sondern immer wieder ein Highlight ist?

Indem wir die Messe nicht einfach nur Jahr für Jahr kopieren. Entscheidend ist, dass an den Ständen etwas passiert. Wir wollen keine klassische Messe, bei der die Unternehmen hinter einem Tisch stehen und Prospekte verteilen. Viele unserer Aussteller lassen sich inzwischen richtig etwas einfallen: Mitmachaktionen, praktische Aufgaben, Technik zum Ausprobieren oder Gespräche direkt mit den eigenen Auszubildenden. Das macht die Veranstaltung lebendig.

Dazu kommt die besondere Atmosphäre im HAIDL-Atrium und im Messezelt. Und ich glaube, ein ganz wichtiger Punkt ist der Samstag: Die Menschen kommen freiwillig und ganz bewusst. Wer da ist, möchte sich tatsächlich informieren. Das merkt man auch an der Qualität der Gespräche.

Gerade im Herbst finden gefühlt in jedem größeren Ort derartige wirtschaftliche Leistungsschauen statt. Warum sticht die AuA da heraus?

Wir verstehen die Ausbildungs- und Arbeitsbörse nicht als klassische Leistungsschau. Im Mittelpunkt stehen nicht die Unternehmen als Aussteller, sondern der konkrete Kontakt zwischen Menschen. Unser Ansatz ist außerdem bewusst breiter: Wir sprechen einerseits Schülerinnen und Schüler und damit die Fachkräfte von morgen an, gleichzeitig aber auch Menschen, die bereits im Berufsleben stehen, sich verändern möchten, zurück in die Region kommen oder einen neuen Arbeitgeber suchen. Diese Kombination aus Ausbildungs- und Arbeitsbörse ist eine große Stärke.

Einige Ideen gibt es bereits…

Nach der Ausbildungs- und Arbeitsbörse ist vor der Ausbildungs- und Arbeitsbörse: Was darf man 2027 erwarten? Gibt’s neue Ideen?

Zunächst möchten wir gemeinsam mit unseren Ausstellern in aller Ruhe ein Fazit ziehen. Dann können wir in die Planungen für 2027 einsteigen. Wir können uns unter anderem vorstellen, vor allem den Erlebnischarakter weiter zu stärken. Berufsorientierung funktioniert dann besonders gut, wenn man Berufe nicht nur erklärt bekommt, sondern sie ein Stück weit erleben und ausprobieren kann.

Deshalb möchten wir die Unternehmen noch stärker motivieren, ihre Berufe mit praktischen und interaktiven Angeboten sichtbar zu machen. Gleichzeitig werden wir überlegen, wie wir die Ansprache von Fachkräften und Menschen, die sich beruflich verändern wollen, noch weiter verbessern können. Einige Ideen gibt es bereits – aber die möchten wir jetzt erst einmal mit allen Beteiligten in Ruhe weiterentwickeln…

Dabei wünschen wir viel Erfolg! Danke für das Interview.

Die Fragen stellte: Helmut Weigerstorfer

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