Bischofsmais. Christian und Yvonne Fischer sind zwei waschechte Waidler. Im „Woid“ aufgewachsen, bodenständig und wann immer die Zeit dafür da ist, in den Wäldern der Umgebung unterwegs. Sämtliche Bayerwaldberge hat das Ehepaar aus Bischofsmais inzwischen mehrfach bestiegen und so gibt es in der näheren Umgebung von Bischofsmais kaum noch einen Waldweg, den sie nicht kennen. Die Herausforderungen gehen ihnen aber dennoch nicht aus…

Auch in fremden Ländern, wie zum Beispiel in Tschechien, Mauritius, La Reunion, Thailand, oder Vietnam versuchen die beiden stets auf ihre Kilometer zu kommen. „Wir wollen nicht nur am Strand herumliegen. Diese Bilder sind austauschbar. Aber wo du zu Fuß gewesen bist, da warst du auch wirklich!“, sagt Christian Fischer.
Inzwischen führt der Polizeibeamte seit knapp drei Jahren Tagebuch, wie viele Kilometer die beiden bei gutem Wetter, aber auch bei schlechten Witterungsverhältnissen monatlich gehen. „Da kommen im Monat gut und gerne so um die 60 bis 80 Kilometer zusammen.“, ergänzt Yvonne Fischer. „In guten Monaten auch über 100.“
Das Problem mit der Hitze…

Als sich dem Ehepaar Fischer kürzlich auf Höhe Habischried ein besonders schöner Blick Richtung Geißkopf bot, hatte Christian eine spontane Idee: Wie wäre es, wenn wir einen ganzen Monat lang, jeden Tag, einmal auf den Geißkopf gehen? Yvonne, zunächst sehr überrascht und wohl ein wenig überrumpelt, willigte der verrückten Idee ihres Mannes ein. Die Schnapsidee wurde noch an Ort und Stelle per Handschlag besiegelt und bereits am nächsten Tag ging es los. Von 3. August bis zum 3. September, 31-mal den Geißkopf hoch – so war die Abmachung zwischen den beiden.
Was die beiden jedoch im Überschwang der Gefühle nicht bedacht hatten, war, dass sich Deutschland und damit auch der Bayerische Wald zu diesem Zeitpunkt in einer Hitzewelle befand und dass es auch mal Tage gab, an denen man nicht gehen konnte, weil man gezwungenermaßen nicht Zuhause war. Es gab ja schließlich auch noch ein Leben außerhalb der beschlossenen Challenge.
Letzteres „Problem“, so wurde kurzerhand entschieden, musste durch Tage ausgeglichen werden, an denen es zweimal den Heimatberg hoch ging. „Zweimal denselben Berg hoch!“, seufzt Yvonne Fischer im Hogn-Gespräch und schüttelt leicht ungläubig den Kopf, da man sich das Ganze freiwillig „angetan“ hatte. Und auch der Hitze konnte man an vielen Tagen nicht entgehen. Was sich also zunächst als eintöniges Unterfangen darstellte, wurde im Laufe der Zeit ziemlich spannend und abwechslungsreich.
„Die schönsten Momente waren die stillen“
An manchen Tagen gingen die beiden gleich morgens, um den hohen Temperaturen zu entgehen. „Einmal beobachteten wir bei einem mitgebrachten Frühstück samt Tischdecke und Glas Sekt gemeinsam den Sonnenaufgang“, schwärmt Christian Fischer.
Nicht die einzigen besonderen Erlebnise. „Die kürzlich stattgefundene Sonnenfinsternis haben wir auf dem Gipfel beobachtet“, zählt Fischer auf. „An einem Tag schossen Notarztwägen, Feuerwehrfahrzeuge und die Bergwacht an uns vorbei und wir hörten später, dass es wohl dort oben eine Reanimation gegeben hatte. An manchen Tagen gingen wir bei über 30 Grad im Tal los und auch ein paar kräftige Regenschauer haben uns gelegentlich erwischt. Einmal auch ohne Regenschirm und Schutzkleidung. Die schönsten Momente waren jedoch die stillen. Wenn uns das Glück beschert war, auf dem Berggipfel für eine Weile alleine zu sein.“
Letztendlich haben die selbstausgerufenen Vollblutwaidler es durch Ausdauer, gegenseitige Motivation und Willensstärke geschafft. Und so präsentiert das Ehepaar Fischer gegenüber dem Onlinemagazin da Hog’n stolz die „nackten Zahlen“ ihrer verrückten „Waidler-Challenge“: 31 Geißkopf-Touren in 31 Tagen. Das sind zirka 10 000 Höhenmeter – und somit um eine Geißkopfhöhe höher als der Mount Everest. Wenn man alle Aufstiege nimmt, sind die beiden knapp 24 Stunden am Stück nur bergauf gegangen.
Und die gesamt zurückgelegte Strecke mit teilweise längeren Wegen zurück ins Tal liegt bei 265 Kilometern – was in etwa der Luftlinie nach Stuttgart oder Wien entspricht. „Jetzt geht es erst einmal in den Urlaub“, sagt Yvonne Fischer nach geschaffter Dauerwanderung. „Auf die Seychellen!“ Christian Fischer ergänzt schnell: „Aber wie ich meine Frau kennen, bleibt sie auch dort nicht lange auf dem Liegestuhl, um zu faulenzen und sucht bestimmt schon bald die ersten Wanderrouten für uns heraus!“
da Hog’n
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Finde ich toll was ihr gemacht habt. Ich bin auch gern gewandert , aber überwiegend in Osttirol . Jetzt bin ich zu alt und alleine macht es auch keinen spass.
Viele grüsse Gisela