Freyung. Die Musik ist in diesem Sommer zu Gast in Freyung. Und das klingt deutlich einfacher als es tatsächlich ist. Denn die Geschichte der Klänge ist unglaublich umfangreich, genauso die Bandbreite der Tonkunst. Die Bayerische Landesausstellung 2026, die von 25. April bis 8. November stattfindet, versucht all diese Facetten unter einen Hut zu bringen.

„Musik in Bayern“ ist dabei nicht nur eine wissenschaftliche Angelegenheit im Pröbstlhaus, das nun „Tonyversum“ heißt, sondern auch eine Aneinanderreihung von täglichen Livekonzerten über die mehr als fünf Monate hinweg.
Kurz vor Beginn des letzten Drittels hat das Onlinemagazin da Hog’n die Verantwortlichen der Landesausstellung um eine Zwischenbilanz gebeten. Das ist zum einen Dr. Peter Wolf (Projektleiter der Bayerischen Landesausstellung Musik in Bayern) vom Haus der Bayerischen Geschichte, das für die Ausstellung zuständig ist. Und zum anderen Herbert Unnasch, Geschäftsführer der Stadt Freyung Veranstaltungs gGmbH, die für das Liveprogramm verantwortlich ist.
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„Rückmeldungen sind sehr positiv“

Wir befinden uns in Woche 18 (von 28) der Bayerischen Landesausstellung „Musik in Bayern“ 2026 in Freyung. Zunächst ganz allgemein: Wie fällt die Zwischenbilanz aus?
Dr. Peter Wolf: Sehr positiv. Die Bayerische Landesausstellung „Musik in Bayern“ ist nicht nur eine Ausstellung, sondern ein Gesamterlebnis aus Kulturgeschichte, Mitmachangeboten und täglicher Live-Musik. Genau dieses Konzept geht auf. Die Besucherinnen und Besucher schätzen die Vielfalt der Themen, die vielen medialen und interaktiven Angebote sowie die Verbindung der Ausstellung mit dem Liveprogramm „So klingt Bayern“.
Besonders erfreulich ist, dass die Landesausstellung ganz unterschiedliche Zielgruppen anspricht. Neben dem klassischen Landesausstellungs-Publikum, entdecken gerade jetzt in den Ferien Familien gemeinsam die vielen interaktiven Stationen, Schulklassen haben die Ausstellung und Workshops in den letzten Schulwochen für einen Ausflug genutzt, und das breite, tägliche Konzertprogramm bringt Menschen zusammen – nach Freyung und in die Region.
Die Rückmeldungen, die wir im Besucherbuch, bei Befragungen und in persönlichen Gesprächen erhalten, sind sehr positiv und oft ausgesprochen begeistert. Besonders häufig wird hervorgehoben, dass man eine kulturhistorische Landesausstellung zum Thema Musik so lebendig und abwechslungsreich nicht erwartet hätte.
Haben Sie konkrete Zahlen parat? Wie viele Interessierte haben die Ausstellung im Pröbstlhaus besucht? Wie viele Zuhörer waren bei den Konzerten des Liveprogramms dabei?
Dr. Peter Wolf: Zur Halbzeit haben das Haus der Bayerischen Geschichte und die Stadt Freyung in Ausstellung und Liveprogramm zusammen bereits rund 40.000 Gäste begrüßt. Allein in den Monaten Juni und Juli kamen 165 Schulklassen mit rund 4.000 Schülerinnen und Schülern nach Freyung. Die Kombination aus Ausstellung, Workshops und musikalischen Angeboten hat sich hier als ausgesprochen attraktiv erwiesen.
Baustellen und Sperrungen erschwerden Anreise

Läuft die Landesausstellung bisher wie erwartet, schlechter als erwartet – oder besser als erwartet?
Dr. Peter Wolf: Wir sind mit dem bisherigen Verlauf zufrieden und freuen uns auf die verbleibenden Wochen. Die Anreise nach Freyung war und ist durch Baustellen und Streckensperrungen auf Straße und Schiene teilweise erschwert. Hinzu gekommen ist ein außergewöhnlich heißer und trockener Sommer – also Wetter, das eher zu Badesee und Biergarten als zu einem Ausstellungsbesuch einlädt.
Umso erfreulicher ist, dass die Landesausstellung in der Region, bei Schulen, Familien und Gästen aus dem weiteren Umfeld auf so große Resonanz stößt. Jetzt, in der Ferien- und Urlaubszeit, und insbesondere mit Blick auf die kommenden Herbstwochen erwarten wir noch einmal einen Run. Die letzten Tage mit kühleren Temperaturen haben viele für einen Ausstellungsbesuch genutzt.
Welche absoluten Highlights gab es bisher?
Dr. Peter Wolf: Die interaktiven und medialen Elemente der Ausstellung sind ein Highlight. Besucherinnen und Besucher können Musik nicht nur anschauen, sondern an vielen Stellen selbst entdecken, ausprobieren und erleben. Eine sehr berührende Rückmeldung haben wir diese Woche von einer Gruppe Kinder und Erwachsener mit geistig Behinderung erhalten: Ein siebenjähriges Mädchen ist bei den vielen Mitmachstationen richtig aufgeblüht, hat erstmals gesungen. Das sind Gänsehaut-Momente!
Herbert Unnasch: Und jeden Tag sind die Livekonzerte und die begeisterten Rückmeldungen auf das abwechslungsreiche Programm ein Highlight. Musik muss leben, muss man erleben. Das war bei der Konzeption der Ausstellung immer präsent! Die Landesausstellung bleibt nicht auf das TonYversum-Gebäude beschränkt, sondern macht ganz Freyung und die Region zur Bühne.
„Prüfen laufend, wo Anpassungen möglich und sinnvoll sind“
Und auf welche Höhepunkte freuen Sie sich noch besonders?
Herbert Unnasch: Bis zum 8. November gibt es weiterhin täglich Musik in unterschiedlichsten Stilrichtungen. Die Bandbreite reicht von Volksmusik über Jazz, Klassik und Chormusik bis hin zu Rock, Pop und außergewöhnlichen Crossover-Projekten. Gerade diese Vielfalt ist eine der großen Stärken der Landesausstellung: Menschen kommen vielleicht wegen eines bestimmten Konzerts – und entdecken dabei die Ausstellung. Andere besuchen zunächst die Landesausstellung und bleiben anschließend noch zur Musik.
Wir freuen uns auf die zweite große Phase der Ausstellung im Herbst. Wenn die Sommerferien zu Ende gehen und die klassische Ausflugszeit beginnt, bietet die Landesausstellung mit ihrem Zusammenspiel aus Ausstellung und täglichem Konzertprogramm ein besonders attraktives Angebot mit vielen Begegnung: mit unterschiedlichen Musikgenres, mit Musikerinnen und Musikern und dem Ausstellungspublikum.
Konnten Sie bisher Schwachstellen ausmachen? In welchen Bereichen herrscht noch Verbesserungspotenzial?
Herbert Unnasch: Bei einem Projekt dieser Größenordnung gibt es natürlich immer Bereiche, die man während der Laufzeit beobachtet und gegebenenfalls optimiert. Eine besondere Herausforderung ist der hohe technische Aufwand der Ausstellung. Der umfangreiche Einsatz von Medien und interaktiven Stationen erfordert eine permanente Betreuung. Bislang hat das aber sehr gut funktioniert. Kleinere technische Ausfälle konnten durch das Projektteam des Hauses der Bayerischen Geschichte jeweils noch vor dem täglichen Ausstellungsbeginn behoben werden. Beschädigungen durch Besucherinnen oder Besucher gab es bislang keine.
Auch bei Serviceangeboten wie der Besucherlenkung oder dem Shuttle beobachten wir selbstverständlich, wie diese Angebote angenommen werden. Dort, wo Anpassungen möglich und sinnvoll sind, prüfen wir diese laufend.
Shuttlebus ein „bewusst eingerichtetes Serviceangebot“

Für Kontroverse sorgte eben jener Shuttlebus, der mehrmals täglich vom Volksfest-Platz ins Stadtzentrum fährt – und wenig bis gar keine Gäste transportiert. Ist dieses Gratis-Angebot nicht verschwendetes Geld?
Herbert Unnasch: Der Shuttlebus ist bewusst als Serviceangebot für die Besucherinnen und Besucher der Landesausstellung eingerichtet worden. Er verbindet den empfohlenen und ausgeschilderten Parkplatz an der Festwiese mit dem Busbahnhof und damit dem Stadtzentrum. Gerade für Menschen, die nicht gut zu Fuß sind, für Familien oder Gruppen ist der Shuttle von der Festwiese ins Zentrum durchaus eine Erleichterung. Die Nutzung ist kostenlos und Teil des Serviceangebots.
Die Auslastung ist abhängig von Tageszeit, Wetter und Besucheraufkommen. Nach Angaben des Busunternehmens nutzen den Shuttle derzeit durchschnittlich zehn bis fünfzehn Personen pro Fahrt. Natürlich ergeben sich im Laufe des Tages bei einem 20-Minuten Takt auch Leerfahrten in der ersten Tageshälfte zum Parkplatz bzw. in der zweiten Tageshälfte zum Busbahnhof.
Entscheidend ist aber: Das Angebot wird genutzt und wurde bei Besucherbefragungen durchaus ausdrücklich positiv erwähnt. Zudem ist die Parkplatzsituation im Stadtzentrum begrenzt, weshalb PKW-Anreisende gezielt auf die Festwiese gelenkt werden.
Es ist zu kurz gegriffen, den Nutzen des Shuttles allein an einzelnen Leerfahrten zu messen. Es handelt sich um ein bewusst eingerichtetes Serviceangebot, das Besucherinnen und Besuchern eine komfortable Anreise ermöglichen und zugleich die Verkehrssituation im Stadtzentrum – bedingt durch den Abriss bzw. Neubau des neuen VR-Gebäudes am Stadtplatz Ecke Passauer Straße – entlasten soll.
Bereits jetzt ist klar: „Ziel werden wir erreichen“
Abschließend: Wann blicken Sie nach 28 Wochen „Musik in Bayern“ auf eine erfolgreiche Landesausstellung zurück?
Herbert Unnasch: „Musik in Bayern“ ist erfolgreich, wenn es gelingt, Menschen für die Geschichte und Vielfalt der Musik zu begeistern, wenn Besucherinnen und Besucher mit neuen Eindrücken nach Hause fahren, wenn wir unterschiedliche Generationen erreichen und Freyung sowie die Region als lebendiger Kulturort wahrgenommen werden.
Dr. Peter Wolf: Bereits heute können wir sagen: Dieses Ziel erreichen wir. Die positive Resonanz, das große Interesse von Schulen und eines jüngeren Ausstellungspublikums sowie Vielfalt und Akzeptanz des täglichen Liveprogramms sind dafür ein deutlicher Beleg.
Vielen Dank für das Gespräch – wir wünschen der Landesausstellung weiterhin einen guten Verlauf.
Die Fragen stellte: Helmut Weigerstorfer
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Gewinnspiel! Der Katalog der Bayerischen Landesausstellung „Musik in Bayern“ nimmt Sie mit durch die Jahrhunderte bis zu den Sounds von heute. Von Herdengeläut über höfische Opern, den Traditionen der Volksmusik bis hin zu Schlager, Rock und Pop der Jetztzeit. In Zusammenarbeit mit dem „Verlag Friedrich Pustet“ verlosen wir 3 x 1 dieser Kataloge. Wie Ihr mitmachen könnt? Schickt einfach eine Mail mit dem Betreff „Musik in Bayern“ und Euren Kontaktdaten an info@hogn.de. Einsendeschluss ist Dienstag, 25. August, 12 Uhr. Viel Glück!
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