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Regen. 2. Juli 1930: Dem Bayerischen Wald, der sich schon so lange nach dem Anblick des Luftschiffes Graf Zeppelin sehnte, ist bei prächtigem Wetter endlich die Freude des Zeppelinbesuches zuteil geworden. Da das Luftschiff nicht zur geplanten Stunde um 5 Uhr morgens aufgestiegen ist, hatten die biederen Waidler schon befürchtet, dass aus der Fahrt wieder nichts werden würde. Doch um 7.30 Uhr stieg das Luftschiff unter der Führung von Kapitän Lehmann mit einer Zahl von 21 Fahrgästen auf, darunter auch drei Zwieseler Bürger. Ein Gastbeitrag von Annemarie Schiller.

Der „GRAF ZEPPELIN DLZ 127“, gebaut 1928 als Versuchsschiff, war das erfolgreichste Verkehrsluftschiff seiner Zeit. Es wurde durch zahlreiche spektakuläre Fahrten, wie die 20-tägige „Weltfahrt“ und die „Polarfahrt“, berühmt und hielt einen regelmäßigen Transatlantikverkehr aufrecht. 1937 wurde es außer Dienst gestellt. Foto: Stadtarchiv

Entgegen der ursprünglichen Absicht, zunächst einmal der bayerischen Alpenkette entlang zu fliegen, machte das Luftschiff auf dem kürzesten Fahrtweg in Richtung Arber ungemein rasche Fahrt – mit dem erstaunlichen Ergebnis, dass es schon nach dreistündiger Flugzeit über dem Bayerischen Walde eintraf.

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Kurz nach 11 Uhr wurde Cham überflogen, dann kreuzte Graf Zeppelin über Furth i.W., um sich über Kötzting der Gegend von Regen-Zwiesel zuzuwenden, die in der Mittagszeit überflogen wurde. In Richtung Grafenau-Passau entschwand das Luftschiff den Blicken der begeisterten Waidler.

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Heulende Sirenen und krachende Böllerschüsse

Selten hat ein Ereignis Regen so sehr in Bann geschlagen. Schon in den frühen Morgenstunden waren alle in fieberhafter Erwartung. Die Lehrer gingen mit den Schulkindern auf den Weinberg, den Postkeller und den Riedberg hinauf, um den ersehnten Anblick nicht zu versäumen.

Wie ein gleißender Faden hob sich das Silberschiff vom blauen Himmel ab, majestätisch kam es daher gefahren. Fähnchen und Tücher wurden geschwenkt, dazwischen heulten Sirenen und krachten Böllerschüsse. Besonders bei den Kindern hat das Luftschiff mit der lesbaren Aufschrift „GRAF ZEPPELIN DLZ 127“ einen unvergesslichen Eindruck hinterlassen.

Annemarie Schiller

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