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Vimperk/Freyung. Die Art-Pop-Band „Après Vu“ bewegt sich in der tschechischen Underground- und Club-Szene, spielt oft englischsprachige Texte und tritt regelmäßig in bekannten Prager Spielstätten und Kulturzentren auf – wie etwa dem Rock Café, dem Café V lese oder dem Kampus Hybernská.

Die Prager Art-Pop-Band „Après Vu“ präsentiert seit 2015 eigenen Gitarren-Art-Pop. Im Jahr 2025 veröffentlichte sie das Album „Après Vu“. Die Band ist bereits in zahlreichen europäischen Ländern aufgetreten. Foto: Dietmar Manzenberger
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Musikalisch zeichnen sie sich durch einen eher melancholischen, oft minimalistischen Dream-Pop-Sound aus, der Themen wie Alltagsleben, Entfremdung und Identität behandelt, dabei aber stets einen hoffnungsvollen Vibe behält. Man findet sie neben Club-Konzerten auch auf regionalen Festivals oder im tschechischen Bandzone-Netzwerk wieder.

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Ende Juli erschien die neue EP mit dem Titel „Silly Love Songs“. Vilma Sichingerová, Frontfrau der Band, stellte die neue Scheibe jüngst im Freyunger „Forest Kaffee“ vor. Wir haben uns mit ihr über die Bedeutung des Bandnamens, ihre tierische Rettung vor dem Lampenfieber im Nationalpark Bayerischer Wald sowie Unterschiede zwischen der Musikszene in Prag und Bayern unterhalten.

Nationalpark-Tiere gegen die Nervosität

Vilma: Warum fand die Veröffentlichung der neuen EP gerade in Freyung statt?

Endlich ergab sich nach unseren Tourneen in Wien und Bratislava die Möglichkeit, auch einmal in Bayern zu spielen. Außerdem findet hier die Bayerische Landesausstellung zum Thema Musik statt – und gleichzeitig ist hier eine kleine tschechische Kulturgemeinschaft entstanden.

Schon irgendwie beruhigend diese Ringelnatter, oder? Symbolfoto: B. Schmidt/ Pixabay

Was bedeutet der Name der Band „Après Vu“ genau?

Es ist das Gegenteil von Déjà vu. Bei einem Déjà vu hat man das Gefühl, eine bestimmte Situation schon einmal in der Vergangenheit erlebt zu haben. Après vu bedeutet dagegen das Gefühl, dass man das, was man gerade erlebt, in der Zukunft noch einmal erleben wird. Es ist also ein nach vorne statt nach hinten gerichteter Blick – und für uns ein Name voller Optimismus.

Wie beruhigt man sich eigentlich vor einem Konzert? Warst du nervös?

Ja – und zwar sehr. Ich befand mich in einer völlig neuen Umgebung. Deshalb bin ich am Morgen vor dem Konzert nach Neuschönau gefahren, um mir die Tiere anzusehen. Dort war ich schon als Kind mit meinen Eltern.

Mein Vater, Martin Sichinger, stammt ja aus Freyungs Partnerstadt Winterberg – und ich erinnerte mich an einige Gehege. Dieses Mal haben wir nur die Ringelnattern und Eidechsen geschafft – aber gerade diese Tiere haben mich beruhigt. Außerdem habe ich mir die Räume des Hans-Eisenmann-Hauses angeschaut, wo ich am 22. August auftreten werde.

„Neue Kleidung gekauft, um dazuzupassen“

Die Ausstellung in Freyung ist wirklich beeindruckend, etwas Vergleichbares gibt es in Tschechien nicht. Das hat schon die erste Frage gezeigt, die man mir in meiner Unterkunft gestellt hat: Wo schläft der Rest des Orchesters?

Und ja, Freyung hat mir sehr gefallen. Alles liegt nah beieinander im Zentrum, die Stadt ist sicher auch für die Einwohner sehr angenehm. Die Menschen hier sind im Vergleich zu Prag extrem gepflegt gekleidet, deshalb habe ich mir ein paar Stunden vor dem Konzert in der Stadt neue Kleidung gekauft, um besser dazuzupassen (lacht).

Im Einklang: (v.l.) Libor Pražan, Vilma Sichingerová, Martin Sichinger und Thomas Petermaier vom „Forest Kaffee“. Foto: Dietmar Manzenberger

Was ist denn der größte Unterschied zwischen der Musikszene in Prag und in Bayern?

Ganz sicher die Tatsache, dass hier in Bayern Coverversionen sehr stark dominieren. In Prag und auch im Böhmerwald gibt es dagegen extrem viele Bands, die ausschließlich eigene Musik spielen.

Jede tschechische Band, die bisher in Freyung gespielt hat, bekam das Etikett eines originellen Musikschaffenden. Wie ich nach einem längeren Gespräch mit Einheimischen nach dem Konzert rückgemeldet bekommen habe, galt dies auch für die Gruppen Ďáblovi včelaři und Johavova Kalhota.

Der nächste Auftritt in Bayern findet also in Neuschönau statt?

Ja, er ist Teil des Programms des Tschechischen Tages in Neuschönau. Ich hoffe, dass viele Interessierte kommen werden. Außerdem möchte ich mich noch bei Libor Pražan sowie Sonja und Thomas Petermaier bedanken, die mit der Konzertidee auf mich zugekommen sind und sich sehr herzlich um mich gekümmert haben.

Das klingt doch gut. Danke für die Zeit – und alles Gute für die Zukunft!

Interview: da Hog’n

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