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„Schweißperlen laufen mir über die Schläfe, ich kann kaum atmen, jeder Knochen schmerzt – und doch laufe ich weiter.“ Was nach Marathon klingt, ist in Wahrheit die Ausbildung der Dekon V-Einheit der Malteser. „Dekon V“ steht für „Dekontamination Verletzter“.

Diese Teileinheit des Bundes ist für Einsatzszenarien bei einem Massenanfall von kontaminierten Verletzten im Zivilschutzfall konzipiert. Daneben kann sie u.a. für folgende Einsatzszenarien im Katastrophenschutz eingesetzt werden:
- terroristische Anschläge,
- Havarien in Chemiebetrieben,
- Transportunfälle mit Gefahrgütern oder
- vor der Notaufnahme zum Schutz eines Krankenhauses vor Kontaminationsverschleppung.
Aufgrund der aktuellen politischen Lage fördert der Staat entsprechende Einsatzfahrzeuge. Auch die Malteser in Freyung haben bereits eines bekommen. Stationiert ist es in Waldkirchen. Das Fahrzeug alleine hilft aber wenig. Nun geht es darum, ein Team auszubilden – alle Mitglieder arbeiten ehrenamtlich.
Laufen im Schutzanzug

Die Freiwilligen stehen in warmen Schutzanzügen mit Masken und Handschuhen in der Sonne. Kein Stückchen Haut darf mehr rausschauen. Dann starten sie eine Laufeinheit. Selbst bei fitten Läufern wird die Luft unter der Maske schnell dünn, man fängt sofort an zu schwitzen, die Sicherheitsschuhe hängen wie Betonsteine an den Füßen und der Schutzanzug wird zur bleischweren Last. Trotzdem laufen die Ehrenamtlichen weiter.
Kurze Verschnaufpause. Maske ab, durchatmen. Die sogenannte CBRN-Ausbildung bereitet auf chemische, biologische, radiologische und nukleare Gefahren vor. Die Schulungen sind umfangreich, anstrengend und beinhalten viel Theorie. Warum tut man sich sowas an – freiwillig und unbezahlt?
„Ganz einfach: Weil ich helfen will“, antwortet Holger Peschl sofort. Er liebt das Ehrenamt, den Zusammenhalt in der Gruppe und vor allem das Gefühl, etwas Gutes und Sinnvolles zu tun. Dafür rackert er sich gerne im Schutzanzug ab. „Das ist einfach etwas ganz Besonderes, fast schon familiär“, erzählt er. Doch bevor er ins Schwärmen kommt, geht es auch schon weiter.
Nächste Station: Lego bauen. Klingt nach Spaß, ist aber in dem Schutzanzug mit dicken Handschuhen gar nicht so einfach. Die Ehrenamtlichen konzentrieren sich und werden innerhalb kürzester Zeit schneller. Die Aufgabe fordert maximale Präzision. „Wenn wir Verletzte dekontaminieren müssen, tragen wir auch beim Waschen dicke Handschuhe und schwere Schutzausrüstung. Die entsprechende Fingerfertigkeit üben wir beim Legobauen“, erklärt Holger Peschl.
Ehrenamtliche gesucht!
Die Arbeit in voller Montur inklusive Maske, Handschuhe und Sicherheitsschuhe ist anstrengend. Maximal eine halbe Stunde darf man sie durchziehen, danach wird getauscht. Entsprechend viele Ehrenamtliche braucht es, um im Ernstfall einsatzfähig zu sein.
Sollte es zum Einsatz kommen, steht das Team des Dekon V an vorderster Front. Sie nehmen dekontaminierte, verletzte Personen in Empfang, entkleiden und waschen sie mit speziellen Hygiene-Produkten und geben sie dann rasch an die Rettungskräfte und Ärzte weiter. Eine wichtige, verantwortungsvolle Aufgabe, die im Ernstfall Leben rettet.
„Wir freuen uns, dass wir eine der ersten Institutionen in der Region sind, die ein Einsatzfahrzeug bekommen hat und nun ein eigenes Team ausbilden darf. Weitere Ehrenamtliche sind jederzeit herzlich willkommen“, fasst Claus Berger, Leiter der Einsatzdienste, zusammen.
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Interessenten können sich unverbindlich informieren: Tel: 08551 91787-05, Mail: malteser.freyung@malteser.org
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