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Freyung. Darauf angesprochen, wird Susi Hackinger richtig sauer. Ihre Tätigkeit als Warenveräumerin bei Edeka Kremsreiter in Freyung als „Iditotenjob“ zu bezeichen – was oft gemacht wird, wie sie weiß – , nimmt sie persönlich. Der aus ihrer Sicht einfache wie verständliche Grund: Sie und ihre Kollegen gehen alles andere als einer „Depperlarbeit“ nach. Immerhin sind sie diejenigen, die dafür sorgen, dass überhaupt erst Waren an den Mann bzw. die Frau gebracht werden können.

„Die Herrin der Flaschen“: Susi Hackingers Hoheitsgebiet ist die Wein- und Spirituosen-Abteilung. Fotos: Helmut Weigerstorfer

Einsatz für Susi Hackinger! Stehen an einem Montag- und Donnerstagnachmittag die großen Lieferungen an, wird sie von ihrem Abteilungsleiter alarmiert. Dann ist für vier bis sechs Stunden Vollgas angesagt! Denn gerade die verderblichen Lebensmittel müssen möglichst schnell in die (Tief-)Kühlregale eingeräumt werden. Gar nicht so einfach, wenn man bedenkt, dass sämtliche Bestellungen gemeinsam auf überdimensionalen Paletten in Freyung ankommen.

Erst muss also der Lkw entladen werden, ehe die Waren ihrem Bereich zugeteilt und dorthin gebracht werden – und das alles während des laufenden Betriebes. „Das ist nicht nur ein Knochenjob, sondern du musst auch mit dem Kopf dabei sein – sonst gibt’s Chaos“, berichtet Susi Hackinger aus ihrem alles andere als eintönigen Alltag. Die 56-Jährige aus Harsdorf (Marktgemeinde Röhrnbach) ist in erster Linie für die Weine und Spirituosen zuständig. Gerade zu Weihnachten, Silvester und anderen Feiertagen gibt’s also viel zu tun.

Die fleißigen Bienchen von Edeka Kremsreiter

Viele Kartons, einige Einkaufswagen: Ist Lieferzeit, herrscht im Freyunger Edeka Kremsreiter „geordnetes Chaos“.

Während sie Veltliner, Spätburgunder, Cherry, Wodka & Co. ihrer Marke entsprechend einsortiert, muss sie darauf achten, dass sich alles „spiegelt“, wie es im Fachjargon heißt. Das bedeutet, dass die Etiketten in Blickrichtung ausgerichtet sein müssen. Gleichzeitig darf nichts zu Bruch gehen – und dann sind da auch noch die unzähligen Kunden. „Die Leute wissen, dass wir diejenigen sind, die den kompletten Überblick haben – und auf Anhieb sagen können, wo was zu finden ist. Dementsprechend oft werden wir angesprochen und um Hilfe gebeten.“

Susi Hackinger und ihre Kolleginnen bzw. Kollegen – die fleißigen Bienchen von Edeka Kremsreiter! Das kann jeder bestätigen, der etwas genauer hinschaut im Stadtplatzcenter Freyung. Und das weiß auch Chef Norbert Kremsreiter – aus eigener Erfahrung. Der 51-Jährige hat selber seine Karriere im Einzelhandel als Warenverräumer begonnen. Und er würde dieser Tätigkeit auch heute noch „liebend gerne und mit Freude nachgehen – im Gegensatz zum Büro sieht man nämlich dabei, was man macht. Und das ist sehr befriedigend“.

Idiotenjob? Weit gefehlt! Susi Hackinger liebt aus genannten Gründen ihren Job, wie sie im Hog’n-Gespräch mehrmals betont. Sie braucht allerdings Unterstützung, weil die Arbeit immer mehr wird. „Wir sind verstärkt auf der Suche nach Warenverräumern in Teilzeit„, unterstreicht Norbert Kremsreiter. Und wer das macht, ist keinesfalls das fünfte Rad am Wagen. Alle andere Meinungen zu dieser Tätigkeit nimmt der Kaufmann persönlich – und Susi Hackinger sowieso.

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Helmut Weigerstorfer

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