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Wer zahlt die Zeche? Diese Frage stellen sich immer mehr Menschen – und sie ist nicht mit Schwarz oder Weiß zu beantworten. Deutschland hat Probleme: Die Wirtschaft stagniert oder baut ab, aber die Ausgaben für Renten, Krankenversicherung und Pflege steigen immer weiter. Dadurch wird es für den Staat immer schwieriger, alles zu finanzieren. In dieser Diskussion spielt Migration eine zentrale Rolle.

Autor Huey Colbinger erhebt in der Hog’n-Rubrik „Colbingers Kaleidoskop“ seine Stimme insbesondere gegen Missstände, Schieflagen und Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft – und fordert darin mehr Mut zur Wirklichkeit.
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Vorab: Deutschland hatte noch nie so hohe Steuereinnahmen – und macht trotzdem immense Schulden. Die Politik agiert fernab jeglicher Lebensrealität der Menschen, die das alles leisten und erarbeiten. Das ist nicht nur ein Gefühl, sondern schlicht zu sehen.

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Viele Menschen ohne deutschen Pass arbeiten hier und sind aus vielen Berufen mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Gerade in Bereichen wie Pflege, Handwerk oder Gastronomie fehlen oft Arbeitskräfte. Studien zeigen außerdem, dass viele Geflüchtete zwar nicht sofort in Lohn und Brot finden, aber nach einigen Jahren oft einen Job haben – und Steuern sowie Sozialabgaben zahlen. Bei vielen Menschen aus der Ukraine ging das sogar recht schnell. Es bleibt jedoch die bestehende und verbreitete Frage: Wie weit soll und kann Zuwanderung gehen?

Zuwanderung & Kultur

Auf der anderen Seite kostet Zuwanderung den Staat (Steuerzahler) zunächst viel Geld. Doch: Wohin fließt dieses Geld wirklich? Wo sind die messbaren positiven Effekte? Oder ist eh alles nur Augenwischerei? Ja – viele Menschen brauchen am Anfang Unterstützung, zum Beispiel beim Deutschlernen, bei der Wohnungssuche oder beim Lebensunterhalt. Nicht alle finden gleich schnell Arbeit. Besonders geflüchtete Frauen arbeiten oft seltener als geflüchtete Männer. Das liegt unter anderem daran, dass traditionelle Familienrollen eine größere Rolle spielen. Und wieder die Frage: Gibt es da einen echten Integrationswillen?

Steuerzahler & Realität

Viele Menschen merken zunehmend die Über-Belastungen im Alltag. Sie gehen ihrem Beruf nach – und es wird immer weniger, was zum Leben bleibt, während sich andere sichtbar die Taschen füllen. Die Diskrepanz zwischen denen, die bekommen, und denen, die geben, wächst zunehmend. In vielen, ja in allen Städten fehlen Wohnungen, Kitaplätze und Lehrer. Auch Arzttermine sind oft schwer zu bekommen. Die Strukturen sind an ihre Belastungsgrenzen gekommen – und es kommt die erneute fundamentale Frage auf: Wohin verschwindet das Steuergeld? Und mehr noch: Die Politik verspielt gerade den letzten Funken Glaubwürdigkeit.

Wie weiter?

Neben dem Geld geht es auch um die Frage, wie gut die Integration funktioniert. Viele Menschen finden es wichtig, dass Zuwanderer nicht nur arbeiten, sondern auch die grundlegenden Werte hierzulande akzeptieren. Dazu gehören zum Beispiel Meinungsfreiheit, Gleichberechtigung von Männern und Frauen – und der Respekt gegenüber Menschen mit anderen Lebensweisen.

Kritiker sagen, dass zu viele Menschen zwar die Vorteile des Sozialstaats nutzen, aber nicht die Regeln und Werte des liberalen und pluralistischen Staates akzeptieren – und auch das muss der Staat nicht hinnehmen.

Fazit

Am Ende ist Migration weder nur gut noch nur schlecht. Sie kann helfen, den Arbeitsmarkt zu stärken und die Gesellschaft vielfältiger zu  machen. Gleichzeitig bringt sie Kosten und Herausforderungen mit sich. Damit das langfristig funktioniert, braucht es nicht nur Arbeit, sondern auch gelungene Integration sowie ein gemeinsames Verständnis der demokratischen Grundwerte. Und vor allem eine klare Politik des Handelns für die, die das alles erarbeiten. Doch davon ist man sehr weit entfernt…

Die Zeche zahlen immer die, die rechtschaffend arbeiten und tätig sind; jedoch nie die, die immer nur bekommen – egal, ob oben, unten, links oder rechts.

Hier noch eine persönliche Anmerkung: Die Realität zeigt deutlich, dass Gesellschafts- und Kulturideologien immer scheitern – woran? Am Menschen selbst. Also ist es weise, die Handlungen der Individuen auf allen Ebenen der Gesellschaft zu erkennen und diese auf dem größtmöglichen Konsens eines anständigen Miteinanders, der Kooperation und der gewissenhaften Verantwortung allen und allem gegenüber zu gründen – und auf die Lösung aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen auszurichten. Wer das nicht leisten und mittragen will, darf nicht erwarten, dass die Mehrheit, die all das erarbeitet, ein gegenteiliges Verhalten ihr gegenüber dauerhaft toleriert – kulturell, wie politisch…

Huey Colbinger

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Der Autor dieser Zeilen ist Songwriter, Lyriker, Gitarrist, Denker und Philosoph. Lebend und freischaffend in der Nähe von Passau. Er veröffentlichte bisher mehrere Musikalben, deren Lieder von unabhängigen Radiostationen gespielt werden, ebenso ein Hörbuch sowie vier Gedicht-Bände. Huey Colbinger ist mit seinem Live-Programm regelmäßig im deutschsprachigen Raum unterwegs. Sein persönliches Motto lautet: „Machen wir uns auf – und bleiben wird dran!“

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