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Regen. Ob beim Sommertraining in der Halle oder den heiß ersehnten Fahrten aufs Ganzjahreseis: Die Jugendabteilung des ERC Regen boomt. Mit über 80 Kindern in verschiedenen Altersklassen sind die „Red Dragons“ bayernweit unterwegs. Hinter dem Erfolg der gemischten Nachwuchsteams steckt jedoch nicht nur ein intensives Training aller Muskelgruppen, sondern vor allem das enorme Engagement ehrenamtlicher Trainer und Verantwortlicher.

Ab drei bzw. vier Jahren dürfen die Buben und Mädchen „rote Drachen“ werden – hier beginnt es spielerisch mit der Laufschule.
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„Rot!“ hallt es durch die Regener Eishalle – und eine Horde mit Hockeyschlägern bewaffnet er Kinder versucht einen Ball möglichst schnell in die Richtung der roten Pylone zu manövrieren. Dabei strahlen die Trainer mit den zwischen vier und 16 Jahren alten Buben und Mädchen um die Wette.

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Der Viechtacher Konstantin Maier ist seit zwei Jahren dabei. „Er ist Eishockey infiziert“, sagt dessen Mutter Katharina und lacht. „Letzte Saison wurden sie in der Leistungsklasse C Sieger, was die Kids noch mehr pushte. Sie halten zusammen“, strahlt auch Papa Sven Ochsenbauer. Mit Jugendleiterin Petra Weikl erinnert sich die Familie an ein Spiel aus der vergangenen Spielzeit: „Es waren mal zwei Goalis an einem Spieltag krank – dann ging der Feldspieler ins Tor. Die sind wirklich hart im Nehmen – und die wollen Sport machen“, lobt sie den Teamgeist der „roten Drachen“. 2023 wurde der Verein Meister der Bezirksliga.

 

„… und es spielen immer mehr Mädchen mit“

Jugendleiterin Petra Weikl und Vorstand Manuel Haban.

Bis zu viermal fährt der Verein im Sommer zur „Eiszeit“ ins tschechische Klattau, das ganzjährig über Eis verfügt. „Das ist etwas anderes als Beton, kann man nicht vergleichen. Im Sommer üben wir die Grundlagen wie Umgang mit dem Schläger: Stock-Handling, Schusstraining. Es gäbe spezielle Inline Hockeyschuhe, aber das ist nicht gut für den Geldbeutel“, erklärt dazu Vorstand Manuel Haban. Auch diese Fahrten zahlt der Verein, weswegen man Sponsoren braucht: „Wir hätten auch noch Platz für Bandenwerbung“, fügt der Vereinsverantwortliche mit einem Augenzwinkern hinzu.

Der ERC hat sich um den sog. Förder-Penny beworben, mit dem die Viechtacher Bürgerschaft beim Einkauf den Verein unterstützen kann. „Ich habe die Bewerbungsunterlagen bei Penny eingereicht, denn die Ausrüstung ist in unserem Sport sehr kostenintensiv. Deswegen stellen wir sie gegen Kaution und einem kleinen jährlichen Entgelt den Familien zur Verfügung, damit man nicht alles selbst kaufen müssen“, erklärt Weikl dazu.

Je nach individuellen Entwicklungsstand kann man ab drei oder vier Jahren zu den Red Dragons in die Laufschule gehen. „Je früher auf dem Eis, desto besser. In den Wettkampfklassen haben wir U9, U11 und U 13. Senior ist man ab 16 Jahren. Alle Mannschaften sind gemischt – und es spielen immer mehr Mädchen mit“, berichtet die Jugendleiterin stolz.

„Wer samma mir?“ – „Die Gwoid vom Woid!“

Konstantin Maier mit seinen Eltern Kathrin Maier und Sven Ochsenbauer, alle drei sind mit dem „Eishockey-Virus“ infiziert.

Die zwölf Trainer der Red Dragons sind allesamt ehrenamtlich engagiert. „Was unseren Sport so toll macht, ist die Kombination aus körperlicher und technischer Fitness. Man muss sich auf so vieles gleichzeitig konzentrieren. Es ist der schnellste Mannschaftssport der Welt, auch beim Körperkontakt braucht man extreme Reflexe“, schildert Haban – und der spricht aus Erfahrung, denn: Er begann bereits mit sechs Jahren in Deggendorf seine Eishockey-Laufbahn, verbrachte seine ganze Jugend auf dem Eis – und spielte fast 30 Jahre lang in Wettkämpfen. 2005 kam er dann zu den Red Dragons.

Weikl ist seit 2018 für den Spielbetrieb, das Beantragen der Spielerpässe, die Einkleidung und die komplette Organisation zuständig. Als ihr Sohn Lukas Sixt aktiv zu spielen begann, wurde auch sie vom „Eishockey-Virus“ infiziert. Tochter Marie spielt in der U11 ebenso wie Habans Tochter Mila. „Ich ziehe meine Kraft daraus, wenn ich das Strahlen der Kinder sehe. Es macht mir Spaß und ich bin mit Herzblut dabei.“ Auch sie bekommt Gänsehaut, wenn die Kinder auf dem Eis „Wer samma mir?“ – „Die Gwoid vom Woid!“ vor Anpfiff der Partie schreien, um sich zu motivieren.

„Es ist kein gefährlicherer Sport als Fußball. Das Regelwerk wurde zurückgefahren und achtet sehr auf die Gesundheit der Spieler – so wie früher ist es nicht mehr“, berichtet Vorstand Haban, der einige Knochenbrüche (unter anderem Schlüsselbein, Nase und Handgelenk) hinter sich hat. Und fügt hinzu: „Das Verletzungsrisiko ist sogar geringer als beim Fußball. Der Körper speichert alle Kontakte auf dem Eis ab. Er hat ein Gedächtnis. Zudem ist man gut gepolstert, wenn man sich gegenseitig an die Bande schubst. Die Checks werden zudem deutlich besser von den Schiedsrichtern geahndet.“

In puncto Trainigsplan weiß er: „Eishockey trainiert alle Muskelgruppen. Im Sommer machen wir Leichtathletik, Sprint, Ausdauer und Kraft zweimal pro Woche. Im Winter trainieren wir dreimal. Da kommen dann noch schlittschuhspezifische Taktiken, Übungen mit der Scheibe und spielbezogene Situationen mit dazu.“ Besondres wichtig sei beim Eishockey die Reaktionsschnelligkeit. „Du musst sofort stoppen, aber auch sofort Gas geben können. Die Oberschenkel sind ganz wichtig“, betont er – und ergänzt: „In der U9 gibt es noch keinen Leistungsdruck. Hier steht Spiel und Spaß im Vordergrund. Erst ab der U11 gibt es Meisterschaften.“

Der Spaß kommt nicht zu kurz!

Unterdessen hört man Gekicher, wenn beim „Flieger“ der U9 der eine oder andere die Balance verliert. „Konzentriere dich auf mich!“, fordert einer der Trainer bei Angriffsversuchen eines der Kinder auf. Die U13-Kids müssen einen Achter zwischen zwei Scheiben mit dem Ball formen – und dabei in der Eishockey Bewegung bleiben. Das Anspannen kostet viel Muskelkraft und Konzentration, möglichst schnell den Achter zu steuern.

Neben Haban und Weikl sind noch Johnny Rankl, Michael Grassinger, Christoph Stangl, Stefan Bredl und Markus Keller als Trainer ehrenamtlich vor Ort. Und es ist schwer zu sagen, wer mehr Spaß an der Sache hat: die Trainer oder die Kinder? Denn neben dem Fokus auf das Sportliche gibt es genügend gemeinsame Momente des Lachens und Vergnügens. Alle haben sichtlich Spaß, leben und lieben ihren Sport – und freuen sich jetzt schon wieder auf die nächste Übungseinheit…

Marika Hartl


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