Bayerisch Eisenstein. Von 1945 bis 1989 hat der Eiserne Vorhang Europa getrennt. In Bayerisch Eisenstein verlief die Grenze sogar durch den Bahnhof. Ein roter Strich symbolisiert dort noch heute den Übergang von Bayern nach Tschechien. Am vergangenen Sonntag wurde genau auf dieser Grenzlinie ein Tisch platziert. Darauf lag ein Vertrag, an dessen Abschluss über Jahre hinweg gearbeitet wurde. „Heute wird Geschichte geschrieben“, waren sich alle Beteiligten bei der Unterzeichnung des grenzüberschreitenden Abkommens zur Hilfeleistung und Zusammenarbeit im Brandschutz einig.

Dr. Kamal Farhan, der tschechische Regionspräsident aus Pilsen, reiste einer entsprechenden Pressemitteilung des Landkreises Regen zufolge zur Unterzeichnung an. In seiner Ansprache betonte er die Wichtigkeit der Vereinbarung: „Notfälle kennen keine Grenzen.“ Auch Regens Landrat Dr. Ronny Raith hob die Bedeutung des Abkommens hervor.
„Jetzt liegt es an uns, das Beschlossene mit Leben zu füllen“, sagte der tschechische Feuerwehrgeneral František Pavlas und erhielt dabei volle Unterstützung vom Regener Kreisbrandrat Hermann Keilhofer. Die Feuerwehrleute im Landkreis Regen und im Bezirk Pilsen sollen sich weiter vernetzen und die Zusammenarbeit trainieren.
„Zusammenarbeit auf Augenhöhe“

„Es kommt zusammen, was schon lange zusammengehört“, ist sich Keilhofer sicher. Für ihn sei es selbstverständlich, dass Feuerwehren im Herzen Europas einander unterstützen – auch über Landesgrenzen hinweg. Er betonte ausdrücklich die „Zusammenarbeit auf Augenhöhe“ mit seinem tschechischen Kollegen Pavlas.
Landrat Raith dankte laut Medieninformation Pavlas, Keilhofer und ihren Teams für die Vorbereitung des Abkommens. Ohne das persönliche Engagement der beiden Feuerwehr-Führungskräfte wäre die Vereinbarung nicht zustande gekommen, so Raith weiter. Während die Feuerwehr in Tschechien eine staatliche Aufgabe ist und zentral verwaltet wird, gehört das Feuerwehrwesen in Bayern zu den gemeindlichen Aufgaben. Der Vertrag war daher nur mit Unterstützung der Kommunen möglich.
„Die Gemeinden stellen sich in den Dienst der Sache“, betonte der Landrat und verwies darauf, dass vor allem Menschen in Not von der Vereinbarung profitieren. Er kündigte an, auch die weiteren Schritte aktiv zu unterstützen und regte an, die Zusammenarbeit insbesondere im Bereich der Jugendfeuerwehren zu fördern. Zudem stellte er die Beantragung von EU-Fördermitteln für ein entsprechendes Kooperationsprojekt in Aussicht.
Das Abkommen, das mit den Unterschriften der Beteiligten in Kraft trat, ermöglicht es nun den Feuerwehren aus Zwiesel, Bodenmais, Bayerisch Eisenstein, Lindberg, Frauenau und Langdorf im Ernstfall in Tschechien zu helfen. Im Gegenzug stehen die Feuerwehrleute aus Železná Ruda, Hartmanice, Klatovy-Luby, Klatovy, Dlouhá Ves, Kolinec und Rejštejn sowie Einheiten des Feuerwehrrettungskorps der Region Pilsen für Hilfseinsätze auf deutscher Seite zur Verfügung.
da Hog’n
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