Eppenschlag. Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn diese ewige Geschichte am Sonntag nicht ihr Ende finden würde. Erst hat sich in der Gemeinde Eppenschlag kein Nachfolgekandidat für Bürgermeister Peter Schmid gefunden, dann fiel die Stichwahl der beiden auf den Wahlzetteln meistgenannten Personen ins Wasser, weil diese nicht dazu bereit waren. Einer davon, Manfred Schneider, hat bei den deshalb nötig gewordenen Neuwahlen grünes Licht für eine Kandidatur gegeben.

Und so wird am Sonntag, 31. Mai, in Eppenschlag ein neuer Bürgermeister gewählt, insofern Schneider (Freie Wähler) mindestens 50 Prozent der Stimmen auf sich vereinen kann. Eigentlich „a gmahde Wies“. Oder doch nicht?
Im Vorfeld der Abstimmungen ordnet der 58-jährige Lkw-Fahrer im Interview mit dem Onlinemagazin da Hog’n die kommunalpolitische Lage in seiner Heimatkommune genauer ein. Er erklärt dabei unter anderem, warum er nun – im Gegensatz zum Frühjahr – bereit ist, Verantwortung für Eppenschlag zu übernehmen.
________________

Herr Schneider, am kommenden Sonntag wählt die Gemeinde Eppenschlag endlich seinen neuen Bürgermeister, der – aller Voraussicht nach – Sie sein werden. Darf man deshalb bereits jetzt gratulieren?
Meiner Ansicht nach sollte man vorher nicht gratulieren. Nach der Wahl darf es dann gerne jeder machen (schmunzelt).
Wann sprechen Sie im Rückblick von einer erfolgreichen Wahl? Bei 50+1 Prozent, oder haben Sie sich selbst eine höhere Messlatte gesetzt?
Ohne eine konkrete Prozentzahl bei der Wahlbeteiligung zu nennen: Die Wahl ist für mich erfolgreich, wenn möglichst viele Bürger wählen gehen. Daraus kann ich am besten die Meinung unserer Bevölkerung ableiten.
Blick zurück: Im Vorfeld der eigentlichen Bürgermeister-Wahl im März hat sich kein Nachfolgekandidat für Peter Schmid gefunden. Warum? Warum will in Ihrer Heimatgemeinde niemand (politische) Verantwortung übernehmen?
Das liegt meiner Meinung nach daran, dass in der Zukunft einige Projekte anstehen und deshalb die Verantwortung in der momentanen Phase größer ist als sonst – eine große Bürde.
Warum waren Sie zum damaligen Zeitpunkt (noch) nicht bereit?
Im Frühjahr hätte ich die Entscheidung von einem auf den anderen Tag treffen müssen – und das wollte ich nicht.
Im Nachklang der Abstimmungen im März hat sich von weiter Ferne ein potenzieller Kandidat via Heimatzeitung gemeldet, der Bürgermeister von Eppenschlag werden möchte. Wie bewerten Sie diesen Vorgang? Ernstzunehmend? Oder nur ein Mediengag?
Das war für mich zu keinem Zeitpunkt relevant, da das Vorgehen aus rechtlicher Sicht zu keiner Zeit Bestand hatte.
„Stillstand ist keine Option“

Das Wahlrecht hätte es in Eppenschlag vorgesehen gehabt, dass es zwischen den beiden Personen mit den meisten Stimmen zu einer Stichwahl kommt: Warum haben Sie und Thomas Reith diese Option abgelehnt?
Diese Option wurde von Thomas Reith abgelehnt. So konnte keine Stichwahl erfolgen.
Nun also die neuerlichen Wahlen am 31. Mai: Warum waren Sie dazu bereit, dieses Mal zu kandidieren?
Nach mehreren erfolgten Gesprächen mit der Familie, Freunden und Teilen der Bevölkerung habe ich mich bereit erklärt, als Bürgermeisterkandidat aufzutreten. Nun hatte ich eben mehr Zeit, mir darüber Gedanken zu machen.
Die Vereinbarkeit von ehrenamtlichen Bürgermeister, den es in Eppenschlag gibt, und normalen Berufsleben ist eine hohe Hürde. Wie werden Sie diese Angelegenheit angehen?
Durch die Bereitschaft meines Arbeitgebers kann ich das Ehrenamt und den Beruf gut miteinander verknüpfen.
Abschließend der obligatorische Blick in die Zukunft: Wie wird sich die Gemeinde Eppenschlag unter Bürgermeister Manfred Schneider entwickeln?
Die Entwicklung der Gemeinde kann nur gemeinsam positiv gestaltet werden. Die finanzielle Situation spielt dabei natürlich auch eine große Rolle. Gemeinsam – Bürgermeister, Gemeinderat und Bürger – müssen wir die Aufgaben anpacken und zum Positiven für unsere Gemeinde lenken. Stillstand ist keine Option.
Interview: Helmut Weigerstorfer
Redaktioneller Nachtrag vom 1. Juni 2026:
Erwartungsgemäß wurde Manfred Schneider am Sonntag zum neuen Bürgermeister von Eppenschlag gewählt. Mangels Gegenkandidaten holte er 94,4 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung in der Gemeinde betrug 48,2 Prozent.








