Schaut man in die Welt, könnte man oft meinen: Manche Zeitgenossen grillen sich lieber gegenseitig als miteinander. „Wie schee is’ doch im Bayerwald“, sogt da Holger…

In der leckeren Wassermelone, die ich eben in der schönen Frühlingssonne genüsslich verputzt hab‘, war nur Fruchtfleisch drin. Und kein Schweiners! Wobei: „Du darfst ja“, hat schon so mancher Veganer zu mir gesagt. „Du schlachtest ja selbst…“ Das ist allerdings viele Jahre her. Damals, auf unserem Selbstversorger-Bauernhof. Wo wir immer auch Obst und Gemüse angebaut – und mit viel Genuss verspeist haben!
Gab’s selbstgebackenes Brot, eigenes Sauerkraut oder Obstsalat, hat aber keiner gesagt: „Das ist vegan!“ Muss man eigentlich immer alles kommentieren oder abstempeln?
Darüber lässt sich nicht streiten…

Als Begriffe wie „Fleischesser“, „Vegetarier“, „Veganer“ oder was auch immer aufgekommen sind, sagte ich dann scherzhaft: „Ich bin Musa-Laktarier!“ Denn bei der ganzen Hofarbeit hab ich oft literweise Bananenmilch getrunken. Selbstversorger hin oder her.
Im Bioladen hab ich mir mit meiner damaligen Frau auch mal einen Spaß erlaubt: „Nicht hinschauen – und dann rat mal, was das ist: pflanzliche Fette, Bindemittel, Farbstoffe, Geschmacksstoffe, Aromastoffe, Verdickungsmittel, Konservierungsstoffe…“ Sagt sie: „Keine Ahnung…“ Und ich sag: „Vegane Wurst!“
Und dann haben wir gelacht und uns geschüttelt – beide. Und gefreut aufs Frühstück, daheim: Als Münchner natürlich mit selbstgemachten Brezen. Dazu Eier von eigenen Hühnern und Frühstücksspeck vom eigenen Schwein. Selbst geschlachtet, zerteilt, eingelegt und geräuchert. Genau wie die Grillwürschtel im Sommer. Mei, war des guad! So gut, dass wir immer ganz andächtig geworden sind, für einen Moment.
Doch wenn ich ehrlich bin: Obst pflücken und Gemüse ernten macht mir heute mehr Freude. Das kann ich gleich genießen. Das muss nicht von mir umgebracht werden. Und auch von keinem anderen. Daher braucht’s von meinen heißgeliebten Würschteln für mich auch keine mehr auf’m Grill. Die veganen sind inzwischen besser geworden, aber bis heute nicht mein Fall. Doch das ist Geschmackssache. Darüber lässt sich nicht streiten…
„Hauptsach, mir sitzen mal wieder beinand!“
Dass mir die Umstellung gesundheitlich ganz viel gebracht hat und sogar unserer Umwelt guttut, ist allerdings auch unbestreitbar. Schön, dass im Bayerwald alles erlaubt ist! Und wenn einer fragt: „Was darf denn drauf, auf’n Grill?“, sagt ein jeder: „Is‘ Wurscht! Hauptsach, mir sitzen mal wieder beinand!“
Mei, is des schee! Leben und leben lassen! „I gfrei mi auf des, wos ois Nächsts kimmt“, sogt da Holger…
Bis boid im Woid!
Euer: Holger Lipp









Moin Holger, wo de recht hast, haste recht. Meene Hühner schlachte ick och nicht mehr. Die Eier die sie mir schenken, sind von grün, braun, gesprenkelt, violett und rot. Und gesund.
Fleisch, ja, aber selten und dann nur vom Bauern, wenn er Schlachtetag hat.
Und Wein, ja Wein, Bio muss, vegan gerne.
Eine gegrillte Paprikaschote dazu Schafskäse, Knoblauch, Oliven und Dinkelbrot. Et Bein sur eine Rosé aus Südfrankreich.
Holger, bleib gesund und munter.
Mast und Schotbruch
Ole
Moin Ole – Berliner Luft segelt in meine kleine Kolumne, wie schön! 😉 Vielen Dank für deine Zeilen, die Gäste auf deinen „Grillpartys“ sind zu beneiden, wie’s scheint … 🙂 Dann sag ich „santé, bon appetit“ und die besten Wünsche auch für dich!
Vegane Lesekost
Leicht, bekömmlich und liegt nicht im Bauch. Nur gute Inhaltsstoffe, gewürzt mit einem ordentlichen Schuss Humor. Freu mich schon aufs nächste Gericht…die nächste G‘schicht 🤪 Marla
Liebe Marla, vielen Dank für deinen Kommentar, hat mich sehr gefreut! 😊 Schön, wenn’s dir „geschmeckt“ hat, und ja, vegan kann auch sehr lecker sein … Dann gerne ein weiteres Mal viel Lesespaß, wenn’s erneut heißt „es ist angerichtet“, beim Holger … 😉
Moin Holger und Gruß aus Norddeutschland!
Sehr schöner und lustiger Artikel von dir .. wie immer!
Mir haben beim Grillen sowieso immer die Beilagen am besten geschmeckt 😉 … Würstel und Karbonaden sind eh nicht so mein Fall ..
meine liebste Grillbeilage zum selbstgebackenen Baguette oder seit neuestem selbstgebackenem Fladenbrot:
Melonen-Brot-Salat:
50g Rosinen mit 50ml heißem Wasser und 2EL Balsamicoessig vermengen, kurz stehen lasse
Radieschen, Tomaten, Gurken, Zwiebeln, Honig- oder Galiamelone – alles kleinschneiden
Etwas Olivenöl, Salz und Pfeffer und frische Kräuter (was grad da ist) dazu.
Manchmal noch ein paar Nüsse oder Samen dazu
Brot (z.B. Baguette) in kleine Würfel schneiden, mit Olivenöl und Gewürzsalz vermengen,
kurz einweichen lassen, in der Pfanne anbraten, bis es knusprig ist,
und erst kurz vor dem Verzehr vermengen .. mega lecker 🙂
Herzlichst, Alex
Hey Alex :-)) Danke für deine Zeilen und natürlich ganz besonders für dein Rezept zur Grillparty! Dann guten Appetit für alle und schönste Grüße in den hohen Norden für dich! Bis zum nächsten Mal!! ;-))