Röhrnbach. Es geht längst nicht mehr um die Sache. Davon ist Quirin Liebl überzeugt. „Das ist reine Schikane“, unterstreicht der 34-jährige Hausbesitzer mit Nachdruck. „Es geht gegen mich, weil die Bewohner wollen, das ich pleitegehe und meine Häuser billig zu ersteigern sind.“ Der „Marktplatz 4“: im Zentrum Röhrnbachs – und weiterhin der Kritik. Nun hat die Angelegenheit rund um eines der ersten Häuser am Platze der Marktgemeinde die nächste Eskalationsstufe erreicht…

Aufgrund von Brandschützmängeln hatte das Landratsamt Freyung-Grafenau die Nutzung der oberen Etagen von „Marktplatz 4“ untersagt, wogegen Quirin Liebl juristisch vorgegangen ist. Während des laufenden Verfahrens durften die ukrainischen Flüchtlinge in ihren Wohnungen bleiben. Nun müssen sie sich aber eine neue Bleibe suchen. Denn: Das Verwaltungsgericht Regensburg hat einen entsprechenden Antrag gegen eine Zwangsräumung ohne mündliche Verhandlung abgelehnt.
Die entsprechenden Dokumente stammen von Quirin Liebl, der weiter ganz bewusst den Schritt an die Öffentlichkeit wählt, „um den Skandal aufzudecken“, wie er gegenüber dem Onlinemagazin da Hog’n erklärt. „Ich bin kein Einzelfall. Hausbesitzer, die keine Freunde des Landratsamtes sind, werden schikaniert – vor allem die, die ausländische Bewohner haben. Eine Spezl-Wirtschaft!“
„Die Maßnahme ist überzogen“

Es sind deutlich vernehmbar Emotionen im Spiel, die aber keinen Einfluss auf die (neue) Sachlage haben. „Obwohl keine Gefahr für Leib und Leben besteht, will das Landratsamt die Bewohner des Hauses Marktplatz 4 in die Turnhalle verlegen“, informiert der 34-Jährige. „Das steht nicht im Verhältnis. Die Maßnahme ist überzogen.“ Wann genau sein Anwesen geräumt werden soll, weiß Liebl noch nicht – nur so viel: „In Kürze. Die Tage.“
Weiterhin ist er felsenfest davon überzeugt, dass in genanntem Objekt keine brandschutztechnischen Mängel vorliegen bzw. er diese zeitnah beheben könne. Wie berichtet, geht er davon aus, dass vor allem der zu kleine Brandschutz-Balkon im Dachgeschoss bemängelt worden ist. „Mir ist fest versprochen worden, dass das neue Rettungspodest am Montag montiert wird. Der Rauchabzug ist schon lange repariert – aber das interessiert niemanden.“
Quirin Liebl fühlt sich gänzlich alleine gelassen – von den Mitbürgern und Nachbarn, von der Kommune und vor allem vom Landratsamt. Alle gegen ihn, er gegen alle. Für Bürgermeister Leo Meier hingegen ist auf Hog’n-Nachfrage die Sachlage weiterhin eindeutig – und keinesfalls Willkür. „Recht und Sicherheit der Bewohner setzt sich eben durch. Und Brandschutz ist eben sehr wichtig.“
Sind die Wogen noch zu glätten?
Einmal mehr ist das Marktoberhaupt darauf bedacht, die Wogen zu glätten. „Wir sind bereit, die Bewohner für eine Nacht in der Turnhalle unterzubringen, obwohl wir dazu nicht verpflichtet sind.“ Für Meier ist klar: Es geht weiterhin um die Sache…
Eine entsprechende Hog’n-Nachfrage beim Landratsamt Freyung-Grafenau zu dieser Angelegenheit blieb bis dato unbeantwortet
Helmut Weigerstorfer
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