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Himmelkron/Bayerischer Wald. Die Aktionsgruppe „Schluss mit Kliniksterben in Bayern“ hat zur aktuellen klinischen Versorgungslage im Bayerischen Wald und zu eventuellen Zukunftsperspektiven die Landräte der Landkreises Passau, Regen, Freyung-Grafenau, Deggendorf, Straubing-Bogen und Cham befragt (da Hog’n berichtete). Das Ergebnis der Projektstudie liegt nun vor – und wird laut einer Pressemitteilung der Aktionsgruppe wie folgt zusammengefasst: „Die klinische Versorgung im Bayerische Wald kann insgesamt als weitgehend bedarfsorientiert beurteilt werden.“

Für die Projektstudie „Klinische Versorgung im Bayerischen Wald im Wandel“ wurde die Landräte von sechs Landkreisen befragt und mit eigenen Recherchen ergänzt. Die Landkreise Freyung-Grafenau und Passau sind der Aktionsgruppe zufolge zu keiner Stellungnahme bereits gewesen. Screenshot: Projektstudie der AG

Die Kliniklandschaft in ländlichen Regionen Bayerns befinde sich im Umbruch. Die Krankenhausreform und das sog. Krankenhausreformanpassungsgesetz fördere Klinikkonzentrationen, heißt es in der Mitteilung an die Medien. „Sie macht es umgekehrt kleinen ländlichen Krankenhäusern mit begrenztem Patientenpotenzial schwer, die Strukturanforderungen der zukünftig verpflichtenden Leistungsgruppen zu erfüllen.“

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Der Bayerische Wald sei in besonderem Maße von dieser Entwicklung betroffen. Bedarfsnotwendige Allgemeinkrankenhäuser (einschließlich lebensrettender Notfallversorgung), die eine Entfernung binnen 30 Fahrzeitminuten sicher stellen sollen, „wurden geschlossen (Roding), teilgeschlossen (Wegscheid), sollen geschlossen werden (Grafenau) oder stehen ggf. zur Disposition (Bogen, Zwiesel, Viechtach)“.

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„Kann mit 23 Minuten als zumutbar eingestuft werden“

Im Rahmen der Projektstudie der Aktionsgruppe „Schluss mit Kliniksterben in Bayern“ unter Federführung von Klaus Emmerich, Klinikvorstand im Ruhestand, wird die klinische Versorgung im Bayerischen Wald wie folgt beurteilt:

  • Im Bayerischen Wald sind aktuell bereits gut 30.000 Einwohner und Einwohnerinnen von einem lebensrettenden Allgemeinkrankenhaus einschließlich Basisnotfallversorgung binnen 30 Fahrzeitminuten abgeschnitten. Betroffen sind die Regionen Roding und Wegscheid.
  • Beschlossen ist die Schließung des [stationären Betriebs – Anm. d. Red.] Krankenhauses Grafenau zum 30. November 2026. Die Nähe des geschlossenen Klinikstandorts Grafenau zum verbleibenden Krankenhaus in Freyung kann mit 23 Minuten als zumutbar eingestuft werden.
  • Unklar ist die Frage, ob das um eine stationäre Chirurgie gekürzte Krankenhaus in Wegscheid mittelfristig die Vorgaben der Krankenhausreform erfüllen kann. Hierzu waren keine Aussagen aus dem Landkreis Passau zu erhalten.

Des Weiteren teilt die Aktionsgruppe mit: Aufgrund der Krankenhausreform mit ihren restriktiven Vorgaben für Leistungsgruppen und benötigten Investitionsfördermitteln zeichne sich im Bayerischen Wald konkret eine Restrukturierung der Klinikstandorte Zwiesel und Viechtach ab. „Das Gutachten dazu wurde vom Freistaat Bayern gefördert. Im Einklang mit den Vorgaben des bayerischen Gesundheitsministeriums zur Einhaltung von mindestens 45 Fahrzeitminuten zum nächstgelegenen Krankenhaus wäre hier eine zentrale Lösung an der Schnittstelle der B85/B11 oder in Viechtach vorstellbar.“

„Nachvollziehbar, dass Landkreis Regen Empfehlung verfolgt“

Die Aktionsgruppe halte – anders als das bayerische Gesundheitsministerium – ausschließlich die Fahrzeitgrenze von 30 Minuten für vertretbar. „Es ist aber – aufgrund der Vorgaben der Krankenhausreform – nachvollziehbar, dass der Landkreis Regen diese Empfehlung des Gutachtens weiter verfolgt“, wie der Presseaussendung weiter zu entnehmen ist.

da Hog’n

–> zur detaillierten Projektstudie „Klinische Versorgung im Bayerischen Wald im Wandel“ (einfach klicken)

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