Röhrnbach. Geht es noch um die Sache – oder stehen längst persönliche Befindlichkeiten im Mittelpunkt? Aus dem Gebäude „Marktplatz 4„, einst eines der ersten Häuser am Platze, ist ein Sorgenkind Röhrnbachs geworden – vielleicht sogar ein „Schandfleck“, wie es der Bürgermeister bezeichnet. Warum es soweit gekommen ist, dazu gibt es unterschiedliche Meinungen. Genauer gesagt: Es haben sich zwei Lager gebildet. Auf der einen Seite steht Quirin Liebl, der Eigentümer des Objekts. Auf der anderen das Landratsamt – und irgendwie auch die gesamte Marktgemeinde.

Der Beginn war vielversprechend. „Vor sechs Jahren kehrte mein Vater während einer Radtour im Café am oberen Marktplatz ein. Dabei hat er erfahren, dass das Haus zum Verkauf steht“, berichtet Quirin Liebl. Seine Familie kommt aus Freising und hat sich nach mehreren Urlaubsaufenthalten im Bayerischen Wald in Tittling ein Ferienhaus gekauft. Weil sie mit dem Menschenschlag zwischen Donau und deutsch-tschechischer Grenze so gut zurecht gekommen sei. Und weil sie sich in die vielzitierten Woid-Wogen verliebt habe. Der daraus resultierende Gedanke: Warum nicht auch in der Region investieren?
„Wir haben alles durchgerechnet – und sind zum Ergebnis gekommen, dass wir zuschlagen“, blickt Quirin Liebl ins Jahr 2020 zurück. Trotz um sich greifender Pandemie haben der 34-Jährige und sein Vater in den großen Gebäuden im Herzen Röhrnbachs große Perspektiven erkannt. Erst erwarben sie daher die Häuser „Marktplatz 8“ und „Marktplatz 10“ für 1,2 Millionen Euro. Jeweils ein Jahr später folgte der „Marktplatz 6“ für 500.000 Euro – und schließlich der „Marktplatz 4“ für 400.000 Euro. Zudem kauften sie das „Hotel zur Perle“ in Perlesreut, das die Liebls inzwischen aber aus wirtschaftlichen Gründen wieder abgestoßen haben.
Probleme, die keine wirklichen Probleme sind?

Die Objekte im oberen Bereich des Zentrums von Röhrnbach haben sich „gut entwickelt“, wie es Quirin Liebl, der inzwischen in einer „seiner“ Wohnungen lebt, formuliert. Einerseits aufgrund der damals günstigen Kreditsituation. Andererseits, weil er alle Wohnflächen lukrativ an ukrainische Flüchtlinge vermieten konnte. Auch alle Gewerbeflächen sind belegt, wie der Gärtnermeister berichtet – nur im „Marktplatz 4“ sei die Belegung noch nicht ganz zufriedenstellend.
Probleme, die nach Ansicht des Eigentümers jedoch keine wirklichen Probleme sind. Denn im vorderen Bereich soll bald ein Sozial-Café eröffnen. Und auch was den hinteren, gastronomischen Abschnitt betrifft, zeigt sich Liebl optimistisch, bald eine Lösung zu finden. So weit, so gut – wäre da aus Sicht des 34-Jährigen nur nicht das „Leidgschmatz“ und das Landratsamt.
Zunächst die bürokratisch-rechtliche Angelegenheit. „Im Rahmen einer Übung der Feuerwehr wurde festgestellt, dass der Brandschutz-Balkon im Dachgeschoss mit der Drehleiter nicht ideal angesteuert werden kann“, erklärt Liebl. Ohne auf die detaillierten Gründe einzugehen, bestätigt das Landratsamt Freyung auf Hog’n-Nachfrage eine entsprechende Nutzungsuntersagung aufgrund von Brandschutz-Mängeln. Gegen diesen Vorgang aus dem Jahr 2023 klagte Liebl letztlich erfolgreich, weshalb der Vorgang „ruhend gestellt worden ist“, bis ein abschließendes Urteil vorliege.
Quirin Liebl spricht von „Schikane“

„Vor dem Hintergrund, dass eine Behebung der Mängel in Aussicht gestellt wurde, wurde das Verfahren zwischenzeitlich nicht weiter betrieben. Nachdem die festgestellten Mängel jedoch weiterhin bestanden, wurde der Rechtsstreit fortgeführt“, informiert ein Landratsamtssprecher weiter, der insgesamt betont: „Unabhängig davon steht für das Landratsamt in solchen Fällen der Schutz von Leben und Gesundheit an oberster Stelle. Wenn eine konkrete Gefährdung nicht zeitnah beseitigt wird, können Maßnahmen auch unmittelbar gegenüber den Nutzern erforderlich werden. Dies war hier der Fall.“
Weil es sich um ein „laufendes Verfahren“ handelt, könnten von Seiten der Behörde keine weiteren Angaben zur Angelegenheit gemacht werden. Die „Gegenseite“ in Person von Quirin Liebl hingegen hat sehr wohl Redebedarf, weshalb sich der 34-Jährige auch proaktiv an das Onlinemagazin da Hog’n gewendet hatte. „Leider bin ich mit der Berichterstattung nicht ganz so einverstanden. Ich möchte gerne eine bessere Aufbereitung, einen neutraleren Bericht ohne Beeinflussung von der örtlichen Gemeindepolitik.“
Es wird deutlich: Diese Geschichte birgt auch einen (größeren) zwischenmenschlichen Faktor. Liebl spricht von „Schikane, weil ich Ukrainer untergebracht habe und mit einer Ukrainerin verheiratet bin“. Insgesamt ist er davon überzeugt, dass die Röhrnbacher „neidisch auf mich sind, weil ich in meinen Häusern keinen Leerstand habe“. Hinzugekommen sei eine kleine Kontroverse aufgrund eines Parkplatzes am oberen Marktplatz, der sich auf seinem Grund befindet – und für den er seit einiger Zeit Gebühren erhebt – „was den Röhrnbachern gar nicht passt“.
Bürgermeister Leo Meier: „Wir kommen zusammen!“

Der Gärtnermeister betont in diesem Zusammenhang, dass er wirtschaftlich denken müsse – eben auch im Sinne der Einheimischen, die dank ihm auf ein belebteres Zentrum blicken könnten. Zudem, so unterstreicht Liebl, sei er ohnehin zu einem Kompromiss bereit. „Wenn der Bebauungsplan für eine meiner Flächen am Friedhof wieder zu meinen Gunsten geändert wird, bin ich bereit, die Parkplatz-Gebühren zu überdenken.“ Auf genannter Grünfläche möchte er ein sog. Schlaffassdorf errichten, somit den nächsten Schritt hin zu einem Marktplatz, der diesen Namen verdiene hat, machen.
Die Ausführungen des Investoren und Hauseigentümers lassen insgesamt Rückschlüsse darauf zu, dass die Fronten verhärtet sind. Zwischen Liebl und dem Landratsamt, aber auch und vor allem zwischen Liebl und seinen Mitbürgern. Eine Vermittlerrolle in diesem Zusammenhang nimmt Bürgermeister Leo Meier ein, der in seiner gewohnt wohlwollenden Art und Weise den beiden Konfliktparteien Wind aus den Segeln nehmen will. „Wir kommen zusammen“, ist das Gemeindeoberhaupt überzeugt.
Gleichwohl findet der Rathaus-Chef auch klare Worte. „Schikane? Das stimmt überhaupt nicht. Wir haben Quirin Liebl immer unterstützt und viele Gespräche mit ihm geführt.“ Die Sache mit dem Brandschutz sei eindeutig, weshalb das Landratsamt zurecht „massiv durchgreife. Grundsätzlich wollen wir ein schönes Zentrum. Aber Marktplatz 4 ist ein Schandfleck. Und das beschäftigt ganz Röhrnbach.“ Noch einmal betont Meier an dieser Stelle, dass er weiter gesprächsbereit sei und eine Lösung fernab der Gerichtssäle bevorzuge. „Wir kommen zusammen“, versichert er noch einmal. Aus seiner Sicht geht es um die Sache – und nicht um persönliche Befindlichkeiten…
Helmut Weigerstorfer
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Zunächst möchten wir uns für den erschienenen Artikel bedanken, der den Markt Röhrnbach sehr informativ und gelungen dargestellt hat. Es ist wichtig, das vielfältige Engagement und die positive Entwicklung unserer Gemeinde sichtbar zu machen.
Einen ergänzenden Punkt möchten wir jedoch gerne hervorheben: Der Standort Marktplatz 6 hat sich mit dem „Bullplay“ als Wirtshaus und Abendlokal zu einem lebendigen Treffpunkt entwickelt. Mit Angeboten wie Dart, Live-Musik und Karaoke wird hier ein abwechslungsreiches Freizeitprogramm für unterschiedliche Altersgruppen geschaffen. Ebenso stellt das im vorderen Bereich befindliche Dekorationsgeschäft der Familie Milz eine kreative und ansprechende Bereicherung für den Ortskern dar.
Auch der Verein Black Lions e.V. engagiert sich aktiv für das Gemeindeleben. Durch die Unterstützung und Mitgestaltung von Veranstaltungen wie dem Faschingszug oder Aktionen am Ostermontag sowie durch das tägliche Seniorenessen tragen wir dazu bei, das soziale Miteinander in Röhrnbach zu stärken.
Ein weiterer wichtiger Schritt ist bereits in Planung: In Kürze eröffnet der Verein das „Café Miteinander“ am Marktplatz 4. Dieses soll ein Ort der Begegnung für Jung und Alt werden – ein Raum für Austausch, Gemeinschaft und neue Ideen.
Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, sich selbst ein Bild von unseren Räumlichkeiten, dem gastronomischen Angebot sowie dem Dekorationsgeschäft zu machen.
Unsere Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag: 9:00 – 14:00 Uhr und 18:00 – 24:00 Uhr
Samstag: ab 16:30 Uhr
Mit freundlichen Grüßen
Black Lions e.V.