Röhrnbach. Als Lehrer weiß Johannes Goßler nur zu gut, wo der Schuh drückt. Im Schulalltag erfährt er aus erster Hand, mit welchen Problemen Kinder und Jugendliche zu kämpfen haben. Und scheinbar hat der Pädagoge ein Talent dafür, diese Themen kreativ anzugehen. Mit seinem Lernspiel „Xmal„ hat sich der 56-jährige aus Irlesberg (Marktgemeinde Röhrnbach) bereits etwas einfallen lassen, wie das „Einmaleins“ spielerisch in Fleisch und Blut übergeht. „BodyPong„, sein neuestes Projekt, soll nun für (wieder mehr) Bewegung sorgen…

Nicht nur Johannes Goßler hat im täglichen Umgang in Erfahrung gebracht, dass sich Buben und Mädchen immer weniger bewegen – mit körperlichen Fehlentwicklungen als unmittelbare Folge. Playstation, Nintendo & Co. sind inzwischen oft attraktiver als Fußball spielen und Rad fahren. Denn: „Mit langfristigen Zielen können sich Kinder nicht motivieren. Das liegt an dem, wie das noch junge Gehirn arbeitet. Kinder leben im Jetzt – und sie wollen immer gewinnen. Und genau deshalb muss man sie spielerische dazu bringen, sich zu bewegen. Spiele haben eine enorme Kraft!“
Und genau hier setzt „Body Pong“ an. Die Idee dahinter ist einfach, aber wirkungsvoll: Mithilfe von Klickverschlüssen bringt der jeweilige Spieler an unterschiedlichen Körperstellen einige Becher an. Mit diesen muss dann ein Ball „gefangen“ werden. Was simpel klingt, entwickelt sich schnell zu einem actionreichen, oft urkomischen Wettkampf, bei dem Reaktion, Bewegung und Teamgeist gefragt sind – und bei dem garantiert kein Spieler lange stillsteht. „Es gibt neun verschiedene Varianten, dieses Spiel zu spielen – von ganz einfach bis zirkusreif“, verrät Johannes Goßler, der überzeugt ist: „Setzt sich Body Pong durch, entsteht nebenbei eine komplett neue Sportart.“
Viele gedankliche Sackgassen

Der Weg dahin war bereits steinig – und er wird es weiter sein. „Ich gehe nicht, wie beispielsweise Spieleschwergewicht Ravensburger, vor. Bei mir ist viel Idealismus dabei – und nicht einzig der Gedanke, Geld zu verdienen.“ Und dennoch spielt natürlich die Finanzierung eine große Rolle bei seinem Vorhaben, „Body Pong“ auf dem Markt zu bringen. Eine fünfstellige Summe hat der Lehrer bisher in sein neuestes Projekt gesteckt. Und gerade die Produktion – genauer gesagt: die Herstellungskosten – ist ein heikles Thema.
„Bei einem Treffen des Schweizer Dachverbands für Spiel und Kommunikation, der mich wegen Xmal eingeladen hatte, habe ich Sophie Reinmann kennengelernt. Sie hatte die Grundidee von Body Pong – allerdings hat sie keinen Hebel gefunden, wie sie sie preisgünstig in die Tat umsetzen kann.“ Gemeinsam machten sich die beiden Spieleerfinder dann auf die Suche – und landeten nach vielen vergeblichen Mails und Anrufen sowie noch mehr gedanklichen Sackgassen bei der Lösung, die Becher aus Papier zu machen – und die Halterungen mit Klickverschlüssen mittels Steckschnallen zu versehen.
Nun geht es eben noch darum, „Body Pong“ überhaupt auf dem Markt zu platzieren. Goßler und seine Schweizer Kollegin können dabei nicht auf ein eigenes Marketing- und Vertriebsteam zurückgreifen. Auch der Weg zu den Verkaufsläden ist noch nicht beschrieben. Selbst ist der Mann bzw. die Frau – mühevolle Kleinarbeit. Glücklicherweise ist der Röhrnbacher dabei aber nicht auf zeitnahe Einnahmen angewiesen. Er handelt einmal mehr aus Überzeugung – und ohne wirtschaftliche Absichten. Weil er genau weiß, wo der Schuh drückt…
Helmut Weigerstorfer
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Um die Finanzierung von „Body Pong“ sicher zu stellen und das Spiel zeitnah in die Läden bringen zu können, hat Johannes Goßler ein sog. Crowdfunding ins Leben gerufen. Wer dem Spieleerfinder monetär unter die Arme greifen will, kann das hier (einfach klicken) machen.







