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Bischofsreut/Freyung. In Anbetracht der enorm schnellen Entwicklung der IT-Branche, die mit der Digitalisierung in großer Geschwindigkeit einhergeht, befand sich der Bayerische Wald 1996 gefühlt noch in der Steinzeit. Doch bereits damals erkannte der Bischofsreuter Roland Schraml das Potenzial dieser Sparte – und gab den Startschuss für das heute in Freyung ansässige Unternehmen.

Der Blick auf das Freyunger Areal, bevor das Unternehmen Schraml IT dort 2007 seinen Firmensitz errichtete. Ein Foto, das allein schon aus nostalgischen Gründen das Titelbild dieses Artikels sein muss. Fotos: Schraml IT

Ähnlich schnell wie die virtuelle Welt hat sich dann auch die Firma „Schraml IT“ entwickelt. Es begleitet heute Privat- und Geschäftskunden bei der Digitalisierung – vom klassischen Mobilfunk- und Hardwarehandel bis hin zu komplexen Netzwerklösungen, Cloud-Telefonie, IT-Sicherheit und vieles mehr.

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Zum 30-jährigen Firmenjubiläum nimmt sich Firmenchef und -gründer Roland Schraml Zeit für einen Rückblick – und blickt im Gespräch mit dem Onlinemagazin da Hog’n zurück auf seine beruflichen Anfänge, den rasanten technologischen Wandel von der analogen Telefonie bis zur hochmodernen IT-Security – und auf die bewusste Entscheidung, sein Lebenswerk als Familienbetrieb in die Hände der nächsten Generation zu übergeben.

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„…mit der Dynamik kaum Schritt halten“

Herr Schraml, gehen wir zurück ins Jahr 1996: Unter welchen Voraussetzungen haben Sie damals ihr Unternehmen gegründet?

Ich habe bei der Telekom in Landshut eine Ausbildung zum Kommunikationselektroniker der Fachrichtung Telekommunikation absolviert. Anschließend war ich bis 1995 in der technischen Großkundenbetreuung – u.a. TV-München, GoreTex etc – in München tätig. Danach habe ich in Vollzeit die Fortbildung zum Fernmeldeanlagen-Elektronikermeister in Karlsruhe gemacht. Durch diese Qualifikation hat mein späteres Unternehmen zu den wenigen Betrieben in unserer Region mit einer Zulassung der Bundesnetzagentur gezählt.

Die aktuelle Firmenleitung: Roland Schraml nebst Tochter Anna und Sohn Max.

1996 habe ich nach Abschluss der Meisterfortbildung mein Unternehmen Schraml Telekommunikation in Bischofsreut gegründet. 1998 wurde ich der zweite Mieter im Innovations- und Gründerzentrum (IGZ) in Waldkirchen. Im gleichen Jahr übernahm ich den ehemaligen „T-Punkt“ in der Grafenauer Straße 7 in Freyung. Über die Jahre hinweg wurde die Bürofläche um das erste Obergeschoss des Gebäudes erweitert.

Entspricht der Status quo heute ungefähr dem, was Sie sich vor 30 Jahren vorgestellt hast?

Zu Beginn einer Selbstständigkeit hat man Visionen und Träume, die den eigenen Weg prägen. Doch die Entwicklung im Informations- und Telekommunikationsbereich hat in den vergangenen Jahrzehnten eine enorme Geschwindigkeit aufgenommen. Schneller, als es damals vorstellbar war. Die ursprünglichen Vorstellungen konnten mit dieser Dynamik kaum Schritt halten. Dennoch bin ich mit dem heutigen Status quo sehr zufrieden und stolz darauf, wie sich alles entwickelt hat.

An welche Meilensteine in den vergangenen drei Jahrzehnten können Sie sich erinnern?

In meiner beruflichen Laufbahn haben zahlreiche technologische Entwicklungen die Telekommunikations- und IT Welt entscheidend geprägt. Früh bedeutend waren die Einführung handlicher Mobiltelefone sowie die Umstellung vom nationalen ISDN auf den europaweit einheitlichen Euro ISDN-Standard. In den folgenden Jahren beschleunigten tiefgreifende Technologie- und Infrastrukturwechsel den Wandel weiter. Der Übergang von klassischer Telefonie zu IP-Telefonie, der Wechsel von Kupfer- auf Glasfaseranschlüsse und stetig steigende Internetgeschwindigkeiten. Gleichzeitig setzten sich Cloud-Telefonanlagen durch, die neue Möglichkeiten für Skalierbarkeit, Flexibilität und moderne Zusammenarbeit öffneten. Einen wirklichen Umbruch markierte zudem die Einführung des iPhones.

„Besonders prägend war die Corona-Pandemie“

Und auch im IT-Bereich gab es zentrale Meilensteine: Die zunehmende Virtualisierung von Serverlandschaften sowie der Ausbau von Home Office-Arbeitsplätzen führten zu weltweiter Mobilität und großer organisatorischer Flexibilität. Parallel dazu gewann die IT-Sicherheit als weiterer Bereich enorm an Bedeutung. Mit der steigenden Digitalisierung und der stärkeren Abhängigkeit von Netzwerken und Cloud Systemen wurde der Schutz von Daten, Infrastrukturen und Anwendungen zu einem wesentlichen Bestandteil unserer Arbeit. Die kontinuierliche Stärkung der IT-Sicherheit, von sicheren Netzwerken über moderne Schutzmechanismen bis hin zu umfassenden Sicherheitskonzepten, ist heute unverzichtbar, um Unternehmen zuverlässig und nachhaltig zu schützen.

Der Bau des aktuellen Firmensitzes im Jahr 2007 ist ein Meilenstein der Unternehmenshistorie.

Diese Entwicklungen haben die Arbeitswelt grundlegend verändert und unseren Kunden wie auch unserem Unternehmen wertvolle technologische Vorteile verschafft. Ein großer Meilenstein für unser eigenes Unternehmen war die strategische Neuausrichtung im Jahr 2003, der Wandel vom reinen Telekommunikationsanbieter hin zu einem modernen IT-Systemhaus. Diese Weiterentwicklung hat unseren Weg nachhaltig geprägt.

Es wird, wie in der Wirtschaft üblich, nicht nur immer bergauf gegangen sein. Welche Krisen hat Ihr Betrieb überstehen müssen? Und Hand aufs Herz: War es irgendwann einmal kurz vor knapp?

Natürlich gab es Phasen, in denen es finanziell oder organisatorisch eng wurde. Schlaflose Nächte und Zukunftsängste gehörten dabei immer wieder dazu. Besonders prägend war die Zeit der Corona-Pandemie. Eine außergewöhnliche Herausforderung, die in vielerlei Hinsicht ihren eigenen Charakter hatte und uns als Unternehmen wie auch persönlich stark gefordert hat.

Schraml IT ist ja ein Familienbetrieb im klassischen Sinne. Ihre Kinder sind bereits mit im Boot. Eine Entwicklung, die sich so ergeben hat – oder eine ganz bewusste Entscheidung?

Die Entscheidung, meine Kinder in das Unternehmen einzubinden, war eine ganz bewusste und wohlüberlegte. Für mich ist es ein großes Glück, dass beide nicht nur die Fähigkeit, sondern auch den Wunsch haben, den Betrieb in Zukunft weiterzuführen. Zu wissen, dass das Unternehmen in der Familie bleibt und von der nächsten Generation getragen wird, erfüllt mich mit großer Freude und Dankbarkeit.

„Schwierig, alles unter einen Hut zu bringen“

Inzwischen gehört die Grafenauer Straße 7 zum gewohnten Erscheinungsbild Freyungs.

Sie sind bist seit bald drei Jahren neben Ihrer Selbstständigkeit auch ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Haidmühle. Wie lassen sich beide Jobs miteinander vereinbaren? Wie schwierig ist es, allen – die Familie kommt ja noch dazu – gerecht zu werden?

Alles unter einen Hut zu bringen ist eine große Herausforderung. Ich erhalte von meiner Familie jedoch maximale Unterstützung. Auch die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung sowie meines Unternehmens stehen mir mit großem Engagement zur Seite. Dafür bin ich allen sehr dankbar.

Trotz dieser wertvollen Unterstützung bleibt die Belastung sowohl körperlich als auch psychisch sehr hoch. Dennoch übe ich beide Tätigkeiten mit Freude aus, was vieles erleichtert. Meine jahrzehntelange Erfahrung als selbstständiger Unternehmer ist dabei auch für die Gemeinde von Vorteil. Organisation, Zeitmanagement und viele andere Abläufe sind mir vertraut und helfen, die vielfältigen Aufgaben effizient zu bewältigen.

Es ist ja ein offenes Geheimnis, dass es ihr Wunsch wäre, dass die Gemeinde Haidmühle einen hauptamtlichen Bürgermeister hat. Wie würde es in solch einem Fall mit Ihrem Unternehmen weitergehen?

Unter diesen Umständen hätte ich mich aus dem Unternehmen weitgehend zurückgezogen. Die Aufgaben in der Gemeinde Haidmühle sind äußerst umfangreich und haben sich über viele Jahre hinweg angesammelt. Sie erfordern viel Zeit, Engagement und strukturiertes Arbeiten, um Schritt für Schritt aufgearbeitet werden zu können. Die Mehrheit des Gemeinderates war jedoch anderer Meinung.

„Beides ist ein wesentlicher Bestandteil meines Lebens“

Das Schraml-IT-Firmen-Logo.

Zurück zu 30 Jahre Schraml IT: Ist die zunehmende Digitalisierung eher ein Vor- oder ein Nachteil? Einerseits gehören Ihre Angebote inzwischen zur Grundausstattung eines Haushaltes. Andererseits wird verstärkt im Internet gekauft – und das zu Billigstpreisen…

Die Digitalisierung ist ein großer Vorteil für Schraml IT. Wir arbeiten seit Jahrzehnten mit digitalen Technologien und werden diesen Weg auch in Zukunft konsequent weitergehen. Der Veränderungsprozess wird uns alle noch lange begleiten und genau darin sehen wir unsere Aufgabe – unsere Kunden auf diesem Weg kompetent zu begleiten, zu betreuen und zu unterstützen.

Wir verstehen uns in erster Linie als Dienstleister. Mit über 30 Jahren Erfahrung im IT-Bereich sind wir für unsere Kunden ein verlässlicher und wertvoller Ansprechpartner. Reiner „Billig-Einkauf“ über das Internet bildet dabei nur einen kleinen Teil der Realität ab. Entscheidend sind Qualität, fachkundige Beratung, persönlicher Support und langfristige Betreuung – genau das, was Schraml.IT ausmacht.

Abschließend der obligatorische Blick in die Zukunft: Wie stellen Sie sich diese vor – privat und beruflich…

Ich möchte meine Kinder im Unternehmen gerne noch die nächsten 15 Jahre, soweit es meine Gesundheit zulässt, unterstützen. Meine Familie und meine Firma liegen mir sehr am Herzen. Beides ist ein wesentlicher Teil meines Lebens. Ich hoffe, dass ich diese Aufgaben noch möglichst lange ausüben kann. Das Amt des Bürgermeisters möchte ich in den kommenden sechs Jahren nach Möglichkeiten weiterführen. Was danach kommt, wird sich zeigen – ich gehe es mit Offenheit, Sachlichkeit und Gelassenheit an.

Danke für das Gespräch – und alles Gute für die nächsten 30 Jahre, für die Zukunft!

Interview: Helmut Weigerstorfer


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