Arberland. Zwei DSV-Biathlon-Wettkämpfe der Schüler mit mindestens drei Übernachtungen für die Athleten, Trainer und Betreuer; mindestens drei Übernachtungen für den Langlauf-Deutschlandpokal; mindestens vier Übernachtungen für den Deutschlandpokal der Biathleten; mindestens acht Übernachtungen beim IBU Cup; mindestens elf bei der WM – und bei der kommenden Deutschen Meisterschaft mindestens fünf Übernachtungen.

Also insgesamt mindestens 34 Übernachtungen für jeweils zwischen 300 und 800 Personen – nicht mitgerechnet die nachgereisten Fans und Familienangehörigen sowie ohne Berücksichtigung derjenigen Athleten, die im Vorfeld in die Region kommen, um sich mit den Strecken vertraut zu machen. Feststeht: Internationale wie nationale Wettkämpfe im Hohenzollern Skistadion befeuern die Übernachtungszahlen.
Feststeht auch: Die Gastwirte in den umliegenden Orten – von Zwiesel über Bodenmais bis Arrach und Bayerisch Eisenstein – freuen sich enorm über die winterlichen Veranstaltungen. Die Pensionen und Hotels in diesen Gebieten sind zumeist voll ausgebucht. „Ich habe viele Eltern aus sämtlichen Ländern gesehen, die gekommen sind, um ihre Kinder anzufeuern“, schildert Karl-Heinz Eppinger seine Eindrücke von der jüngsten Biathlon-Junioren-WM im Arberland und fügt hinzu: „Das tut dem Tourismus gerade in der aktuellen Nebensaison gut. Viele Gäste hatten unsere Region gar nicht auf dem Schirm, doch viele werden wiederkommen“, ist sich Zwiesels Bürgermeister sicher.
„Hervorragende, kostenlose Werbung“
Dies kann auch Tobias Wolf, Geschäftsführer der Bodenmaiser Tourismus und Marketing GmbH, bestätigen: „Alle großen Biathlon-Nationen sind in Bodenmais vertreten gewesen. Auch viele Helfer waren hier untergebracht, die aus ganz Deutschland gekommen sind. Wir freuen uns über jedes Event – auch nationale -, denn als Werbung und für unser Image ist das sehr wichtig. Wir erleben immer wieder, dass aus Sportlern Stammgäste werden.“

Bayerisch Eisensteins Bürgermeister Michael Herzog spricht sich im Namen seiner Gemeinde sowie deren Hoteliers und Gastronomen ebenfalls für den Erhalt des Stadions aus. Denn auch sie profitierten davon wirtschaftlich: „Die Jugend- und Junioren-Weltmeisterschaft ist für uns eine große Bereicherung. Einige Mannschaften sind in unseren Hotels und Pensionen untergebracht und sorgen damit für zusätzliche Übernachtungen sowie eine Auslastung in der Gemeinde. Gleichzeitig ist die Veranstaltung eine hervorragende, kostenlose Werbung, denn junge Sportlerinnen und Sportler aus aller Welt lernen unsere Region kennen.“
Besonders freue ihn, dass sich das Landesleistungszentrum auf seinem Gemeindegebiet befindet. Daraus würden nicht nur die Sportlerinnen und Sportler einen Nutzen ziehen, sondern auch der Tourismus sowie die gesamte Region. „Unsere Gastgeber sind stolz darauf, internationale Teams bei sich beherbergen zu dürfen und nutzen dies teilweise auch, um für ihre Häuser zu werben. Ich begrüße daher ausdrücklich derlei hochwertige internationale Veranstaltungen.“ Sowohl Wolf, Herzog als auch Eppinger hoffen daher, dass der Schnee bis zur Deutschen Langlauf-Meisterschaft vom 26. bis 29. März im Hohenzollern Skistadion hält.
„Für den Tourismus öffnen wir unsere Türen“

Dafür zuständig ist auch Stadionleiter Sepp Schneider. Der DSV-Wettkampfbeauftragte in der Sparte Biathlon und Jugendtrainer im Skiverband Bayerwald holte in den vergangenen Jahren aufgrund seines Netzwerks mehrere DSV-Wettkämpfe ins Stadion – und trug somit dazu bei, viele Übernachtungen in der Region zu generieren. „Ich hoffe, dass der Schnee die jetzige Wärmeperiode übersteht. Unsere Art des Snowfarmings hat sich aber ausbezahlt. Für den Tourismus öffnen wir unsere Türen – auch wenn es am Bretterschachten nicht mehr geht. Gerade um die Weihnachtszeit herum war dies der Fall und die Gäste waren dankbar“, informiert Schneider und ergänzt: „Ansonsten ist das Stadion für jeden geöffnet, der Mitglied eines Vereins ist, der zum Skiverband Bayerwald gehört – das sind etwa 200 Vereine.“
Viele Schulklassen seien während der Biathlon-Weltmeisterschaft ins Stadion gekommen, um den Buben und Mädchen den Wintersport näher zu bringen und ihnen die Wettkampfstimmung zu vermitteln. Die Schüler hätten sich von der Atmosphäre begeistert gezeigt, einige möchten künftig auch privat einmal mit ihren Eltern ins Stadion kommen.
Des Weiteren hatten einige Hotels Banner vor dem Eingang aufgestellt und damit geworben, Partner der WM zu sein. Von Seiten etlicher Biathleten, Funktionäre, Betreuer, Familienangehöriger und Helfer sei rückgemeldet worden, gerne auch im privaten Rahmen – etwa zum Urlauben – an den Arber zurückzukehren. Die Landschaft sei wunderbar, die Menschen offen und herzlich. Vertreter nationaler wie internationaler Fernsehsender wie Eurosport oder der ARD-Sportschau sowie großer bundesweiter Verlage seien bei den Wettkämpfen vor Ort und machten durch ihre Berichterstattung kostenlose, weitreichende Imagewerbung für die Region Arberland, ja den gesamten Bayerischen Wald.
Investition mit Nachwirkung
Die Wettkämpfe im Hohenzollern Skistadion sind somit weit mehr als reine Sportevents: Sie sind ein unbezahlbares Schaufenster für das Arberland, das aus jungen Athleten und deren Familien die Stammgäste von morgen macht. Die Investition in den Sport scheint eine gute Investition in die gesamte Region zu sein, von der Hotellerie bis zum Einzelhandel – und ein Gewinn, der noch lange nach dem letzten Zielsprint nachwirkt…
Marika Hartl







