Bayerischer Wald. Große Überraschungen – Fehlanzeige! Mehr oder weniger waren die Kommunalwahlen 2026 im Bayerwald eine unspektakuläre Angelegenheit. So wurde in den Landkreisen Freyung-Grafenau und Regen beispielsweise kein einziger Amtsinhaber abgewählt. Es kommt am 22. März auch „nur“ zu vier Stichwahlen – in Viechtach, Regen, Grafenau und Eppenschlag. Und auch der große AfD-Paukenschlag in Form von Mandatsträgern blieb aus, wobei das dann doch eine (größere) Überraschung ist, berücksichtigt man den breiten Zuspruch, den die „Blauen“ bei den vorangegangenen Abstimmungen zwischen Osser und Dreisessel erfahren haben…

Der große Verlierer der Kommunalwahl 2026 ist… die AfD. Und das zeichnete sich bereits vor dem 8. März ab. Denn die rechtspopulistische Partei hat es bereits da versäumt, ein entsprechendes Angebot auf die Beine zu stellen. Der 2013 gegründete Zusammenschluss, der gerade in den vergangenen Jahren eine enorme Entwicklung von der Kleinpartei zum bundesweiten Stimmenfänger hingelegt hat, hat es nicht geschafft, die Prozente, die im Woid ohnehin auf der Straße zu liegen scheinen, einfach einzusammeln – schon im Vorhinein.
So konnte die „Alternative für Deutschland“ in Freyung-Grafenau und im Landkreis Regen jeweils nur zwei Bürgermeister-Kandidaten stellen. Obwohl es in Städten wie Freyung und Waldkirchen entsprechende Listen gab und es der ein oder andere Kandidat auch in den Stadtrat geschafft hat, hatten gerade die AfD-Anhänger in den Hochburgen entlang der deutsch-tschechischen Grenze lediglich auf der Kreistagsliste die Möglichkeit, ihrer politischen Überzeugung nachzukommen. Als Anhaltspunkt: Bei der Landtagswahl 2023 hat noch jeder Fünfte (20,7 Prozent) im Stimmkreis Regen/Freyung-Grafenau ein „blaues“ Kreuzchen gemacht.
Ist der AfD-Hype abgeflacht?
Liegt es nun daran, dass sich nur wenige der vielen Sympathisanten offensichtlich zum vom Verfassungsschutz beobachteten Bündnis bekennen wollen? Ist der AfD-Hype inzwischen abgeflacht oder gar schon vorbei? Darüber kann und muss man diskutieren – oder einfach abwarten, ob sich dieser Trend in den nächsten Wochen und Monaten bestätigt. Fest steht bereits jetzt: Die Rechtspopulisten haben es in den Landkreisen Freyung-Grafenau und Regen (vorläufig) verpasst, sich nachhaltig in den Rathäusern und Sitzungssälen breit zu machen.
Das wurde auch am Wahlabend beim Anblick der Ergebnisse deutlich. In Neuschönau hatte AfD-Mann Norbert Wurm (25,1 Prozent) gegen Amtsinhaber Alfons Schineback (CSU) schlichtweg keine Chance. Genauso ging Hermann Bittmann (25,3 Prozent) in Schöfweg gegen Neu-Bürgermeisterin Nadine Aulinger (Freie Wähler) unter. Im Landkreis Regen waren mit Martin Lippl (15,7 Prozent) und Edwin Birnböck (14,2 Prozent) zwei „blaue“ Vertreter angetreten – beide schafften es nicht einmal in die Stichwahl.
Ist die Alternative keine Alternative mehr?
Ein ähnliches Schicksal ereilte die in den sog. Sozialen Medien schier omnipräsente und schrill-laute Christl Fischer im Landkreis Cham. Mit Pauken und Trompeten durch den Wahlkampf marschiert, landete sie bei lediglich 14,4 Prozent. Das große Finale im oberpfälzischen Woid-Landkreis findet am 22. März ohne sie statt. Kein Einzelfall: In allen Kommunen der vielzitierten „AfD-Hochburg“ Bayerischen Wald ist die Alternative für Deutschland dieses Mal keine Alternative für die Wähler – im Gegensatz zur Bundestagswahl 2025 (Erststimmen im Wahlkreis Deggendorf: 26,9 Prozent). Und genau deshalb: Der große Verlierer der Kommunalwahl 2026 ist… die AfD.
Kommentar: Helmut Weigerstorfer
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Bitte an die AfD-Kandidaten in Viechtach (und auch anderswo)! (Birnböck etc.):
Nehmt eure Wahlplakate ab – die Wahl endete für all eure „Kandidaten“ am 15.3.2026 um 18 Uhr! Viele Plakate eurer „Mitwerber“ sind noch in derselben Nacht verschwunden! Mein Wunsch: ALLE Plakate bis auf die persönlichen der beiden Stichwahlgegner (in Viechtach AfD z.B: Einmündung Krumwiesenweg in Regerstraße Foto: „Birnböck – weg damit!“
Mein Vorschlag:
ein generelles Plakatverbot ab der nächsten Wahl. Spendet doch stattdessen alle für einen „guten Zweck“! Wer das macht, erhält auch mein Stimmen!
Danke in Voraus!
Robert Strasser