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Freyung. Draußen am Stadtplatz läuft der Alltag weiter: Einkäufe, Termine, ein Blick aufs Handy. Drinnen, hinter der Kinokasse, passiert etwas, das man in Zeiten von Streaming fast schon vergessen hat: Kino kann wieder ein Ereignis sein – nicht nur ein Film, sondern ein Abend, der sich deutlich anders anfühlt als „Play“ am Sofa.

Drei Wochen lang war im Stadtplatzcenter Baustelle. Jetzt hat das Cineplex Freyung seinen größten Saal neu eröffnet: als „ULTIMATE. Studio„. Das klingt nach großen Worten – der Unterschied aber ist erstaunlich konkret.
Geräusche bekommen Richtung und Tiefe

Im Mittelpunkt steht der Ton. Dolby Atmos verteilt Klang nicht nur nach vorne und hinten, sondern baut einen dreidimensionalen Raum aus Sound – inklusive Ebene über den Köpfen. Im Cineplex arbeiten dafür 44 Lautsprecher.
Das Ergebnis ist weniger „lauter“ als „präziser“: Geräusche bekommen Richtung und Tiefe. Ein Flüstern kommt tatsächlich aus einer Ecke, ein Gewitter hängt hörbar im Raum, Schritte haben Distanz. Man merkt schnell: Hier wurde nicht einfach aufgerüstet – hier wurde neu gedacht.
Kino beginnt nicht erst mit dem ersten Bild. Genau da setzt das neue, digital steuerbare LED-Lichtsystem an. In weichen Farbstufen begleitet es das Vorprogramm und schafft eine ruhige, moderne Atmosphäre – ohne Show-Effekt, eher wie ein bewusst gestalteter Rahmen.
Der Raum verliert das Anonyme und bekommt Charakter: Man sitzt nicht einfach irgendwo, man fühlt sich eingeladen. Ein Detail, das mehr verändert, als man erwartet.
Mehr Helligkeit, mehr Tiefe im Bild

Zum „ULTIMATE“-Paket gehört auch das Bild: Eine neue Silberleinwand und ein neuer Projektor heben die Helligkeit spürbar an. Gerade bei großen Bildern und dunklen Szenen ist das der Unterschied zwischen „man erkennt’s“ und „man steckt drin“.
Dazu kommt: Laserprojektion ist im Cineplex Freyung längst Standard – sie ist bereits in allen vier Sälen umgesetzt. Betreiber Andreas Vesper beziffert allein diesen Schritt auf rund 300.000 Euro. Insgesamt liegen die Investitionen der Modernisierung der vergangenen Jahre bei rund 750.000 Euro; auch die drei kleineren Säle erhielten ein angepasstes Lichtkonzept.
Neu ist außerdem, dass Bewegung zur Option wird: In ausgewählten D-Box Sitzen kann sich die Handlung synchron zu Bild und Ton körperlich bemerkbar machen. Das ist kein Pflichtprogramm, sondern ein Zusatz für jene, die Kino noch intensiver erleben möchten.
Warum das in Freyung mehr ist als Technik

Wer es klassisch mag, bleibt bei normaler Bestuhlung – oder entscheidet sich für Luxusbestuhlung und Liegecouches. Ein eigenes Eingangsportal für Saal 1 setzt den Akzent schon vor dem ersten Bild: Das Erlebnis soll beim Eintreten beginnen.
Natürlich geht es um Zahlen und Ausstattung. Aber dahinter steckt eine größere Idee: Kino muss heute mehr sein als „Film zeigen“. Zuhause ist vieles nur einen Klick entfernt. Was fehlt, ist das Gemeinsame – das kurze Lachen, das durch den Saal rollt, das kollektive Einatmen in einer stillen Szene, das Gefühl, für zwei Stunden mit anderen in derselben Geschichte zu sein.
Dass ausgerechnet in einer Kreisstadt so konsequent investiert wird, ist deshalb mehr als lokaler Ehrgeiz. Es ist ein Bekenntnis zu einem Ort, an dem man gemeinsam erlebt, was ein Bildschirm allein selten schafft: Nähe, Staunen – und eine Qualität, die man nicht nur sieht, sondern auch spürt.
da Hog’n
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