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Hohenau, kurz vor Sonnenuntergang. Die Wolken ziehen langsam über den Bayerischen Wald, färben sich orange, dann rosa. Es ist einer dieser Abende, die man eigentlich einfach nur genießen möchte. Doch Birgit Weinert steht nicht nur still und schaut. Sie greift zur Kamera.

Beim Staatsempfang zum Jubiläum der Bayerischen Krebsgesellschaft kam Birgit Weinert (rechts) mit Staatsministerin Judith Gerlach ins Gespräch über eine künftige Zusammenarbeit. Fotos: Weinert

Sie wartet auf den richtigen Moment. Auf das Licht, das für wenige Sekunden alles intensiver erscheinen lässt. Wer sie kennt, weiß: Diese Szene ist typisch. Wenn der Himmel brennt, ist sie da. Wenn sich ein besonderer Augenblick zeigt, hält sie ihn fest. Und vielleicht beschreibt genau das auch ihr Engagement im Bereich Gesundheit.

Identität. „Der Wald erdet mich“, sagt sie. „Gerade wenn das Leben gesundheitlich nicht immer selbstverständlich läuft.“ Über eigene gesundheitliche Erfahrungen spricht sie bewusst zurückhaltend. Weinert, 47, ist im Bayerischen Wald aufgewachsen, in Spiegelau. Seit vielen Jahren lebt sie in Hohenau, tief verwurzelt mit dieser Landschaft, dieser Gemeinschaft, diesen Menschen. Die Natur ist für sie Ursprung und Ausgleich zugleich – vor allem dann, wenn das Leben nicht immer einfach ist.

Gesundheit ist für sie kein abstrakter Begriff

Die leuchtenden Farben der Sonnenuntergänge im Bayerischen Wald hält Birgit Weinert mit ihrer Kamera fest – Fotografie ist für sie Ausgleich und Inspiration.

„Ich glaube, wenn man selbst erlebt hat, wie fragil Gesundheit sein kann, dann schaut man genauer hin“, sagt sie. Gesundheit ist für sie kein abstrakter Begriff. Sie ist persönlich. Und genau deshalb widmet sie sich Fragen, die viele Menschen bewegen.

Nahbarkeit statt Belehrung. Für viele ist Gesundheitsaufklärung kompliziert: medizinische Leitlinien, Fachbegriffe, unterschiedliche Meinungen. Und oft bleibt vieles unausgesprochen – aus Unsicherheit oder Scheu. Genau hier beginnt Weinerts Ansatz: nicht von oben herab, sondern auf Augenhöhe.

„Wenn jemand schreibt: ‚Kannst du mir das erklären?‘ – das ist der erste Schritt“, erzählt sie. Oft seien es gerade die kleinen Fragen, die den größten Unterschied machen. 

Ein wichtiges Thema ist die HPV-Impfung, die in Deutschland von der Ständigen Impfkommission für Mädchen und Jungen im Alter von neun bis vierzehn Jahren empfohlen wird.

Diese Präventionsmaßnahme kann dazu beitragen, HPV-bedingte Erkrankungen wie bestimmte Krebsarten zu vermeiden. Institutionen wie das Robert Koch-Institut und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung stellen dazu umfassende Informationen bereit.

„Gesundheit beginnt nicht erst im Krankenhaus“

Auf der Aussichtsplattform Saulorn berichtete SAT.1 über die HPV-Aufklärungsarbeit von Birgit Weinert.

Dennoch begegnen ihr immer wieder Missverständnisse. „Was mich überrascht, ist, wie hartnäckig sich Mythen halten“, sagt sie. „Dabei geht es letztlich um Schutz – für alle.“ Birgit Weinert ergänzt: „Was viele nicht wissen ist, dass es wichtig ist, früh zu informieren, bevor Unsicherheiten entstehen. Und das betrifft nicht nur eine Altersgruppe oder ein Geschlecht.“

Doch sie weiß auch: Verständnis wächst nicht allein durch Zahlen oder Studien. Es wächst durch Gespräch, durch Einordnung – und durch Vertrauen.

Gesundheit im Alltag. Der Bayerische Wald ist für viele ein Ort, an dem man verwurzelt ist. Gleichzeitig sind Wege zu Fachärzten mitunter weit. Und gerade bei sensiblen Themen zögern manche, Fragen zu stellen. Weinert versucht, genau diese Hemmschwelle zu überwinden – mit Klarheit, Ruhe und ohne Alarmismus.

„Gesundheit beginnt im Alltag, nicht erst im Krankenhaus“, sagt sie mit Überzeugung. „Und wenn ich dazu beitragen kann, dass jemand versteht, was hinter einer Empfehlung steht, dann ist das ein Gewinn.“

„Manchmal muss man einfach raus aus der Komfortzone“

Beim Casting zur Bayerischen Bierkönigin zeigte Birgit Weinert Präsenz, Mut und Freude an der Bühne. Foto: Bayerischer Brauerbund.

Ihr Engagement ist keine offizielle Funktion, sondern Ausdruck einer Haltung. Sie arbeitet mit lokalen Initiativen zusammen, steht im Austausch mit der Bayerischen Krebsgesellschaft und engagiert sich in Projekten, die unter anderem vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege unterstützt werden. Diese Netzwerke helfen, Informationen zu bündeln und weiterzugeben. Entscheidend bleibt für sie jedoch immer der persönliche Kontakt.

„Ich bin einfach ich“. Neben dem Thema Gesundheit ist Weinert auch als Persönlichkeit in der Region bekannt – nicht zuletzt, weil sie sich traut, sichtbar zu sein. Beim Casting zur Wahl der Bayerischen Bierkönigin stand sie im Rampenlicht und zeigte Präsenz und Haltung – auch wenn es am Ende nicht zur Krone reichte.

„Das hat mir gezeigt: Manchmal muss man einfach raus aus der Komfortzone“, sagt sie. „Und wenn man merkt, dass man verstanden wird, dann wächst man.“

Beruflich ist Birgit Weinert Justizfachwirtin. Bei ihrer Abschlussprüfung war sie die Beste in Bayern – ein Erfolg, der ihren Ehrgeiz, ihre Disziplin und ihren Anspruch an Genauigkeit deutlich macht. „Wenn ich mich in ein Thema einarbeite, dann richtig“, sagt sie mit einem Lächeln. Dieser Anspruch prägt auch ihr Engagement im Gesundheitsbereich: gründlich, sachlich und mit dem Willen, Dinge wirklich zu verstehen.

„Sonst verpasst man die wichtigen Dinge“

Privat ist sie Mutter zweier erwachsener Kinder und tief mit ihrer Heimat verbunden. „Ich glaube, man kann viel erzählen – aber wenn man nicht da ist, wo die Menschen leben, dann fehlt der Zugang.“

Unterstützt wird sie dabei von ihrem Mann Frederik, der ihr Engagement mitträgt und sie bestärkt. „Es ist wichtig, jemanden an der Seite zu haben, der versteht, warum einem bestimmte Themen so am Herzen liegen“, sagt sie. Dieser Rückhalt gebe ihr Stabilität – gerade dann, wenn sensible Themen Geduld und Ausdauer verlangen.

Zwischen Licht und Alltag. Am Ende des Tages geht es Weinert nicht um große Worte, sondern um Nähe und Verständlichkeit. Ob es ein Sonnenuntergang ist, den sie im Bild festhält, oder eine Frage, die jemand digital stellt – immer geht es um Aufmerksamkeit für den Menschen dahinter. „Man muss genau hinschauen“, sagt sie. „Sonst verpasst man die wichtigen Dinge.“

Und vielleicht ist genau das ihr größter Beitrag: Nicht laut sein. Sondern verstanden werden.

da Hog’n

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