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Herzogsreut/Solla. Allein im Landkreis Freyung-Grafenau gibt es 23 Kleinlifte, an denen wohl viele das Skifahren gelernt haben und noch immer lernen. Doch so mancher mag sich heute die Frage stellen, wie lange diese Liftanlagen den schneearmen Wintern noch trotzen können – und wann der Tag kommt, an dem sich diese Betriebe vielleicht nicht mehr rentieren und den großen Skizentren weichen müssen…

Der Skihang in Solla bei Freyung ist geeignet für Anfänger und Fortgeschrittene – und aufgrund der günstigen Preise besonders vorteilhaft für Familien, Schulklassen, Gruppen und Vereine. Foto: Göttl
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Georg Göttl, mit Herzblut Betreiber von vier kleinen Liftanlagen (drei Skilifte in Waldhäuser und je einer mit Flutlicht und Beschneiungsanlage in Grainet und Solla bei Freyung) sieht in der Klimaveränderung noch lange kein Ende der kleinen Skilifte. Im Gegenteil: „Ich sehe gerade für die kleinen Skilifte nach wie vor eine Zukunft. Denn genau sie sind es, die in unserer Region einen wichtigen Auftrag für unsere Kinder erfüllen. Für sie ist ein Skilift – quasi vor der Haustür – eine willkommene Gelegenheit, das Skifahren zu erlernen. Ohne große Anfahrtszeiten, ohne Parkplatzgebühren und ohne langes Anstehen an den Liften.“

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Wenn es jemals einen Grund für ein Aus der kleinen Liftanlagen geben könnte, dann seien es die wachsende Bürokratie und die in seinen Augen sinnlos gestiegenen Rechtsvorschriften, was die Wartung und Pflege der Lifte betrifft. „Die Prüfungskosten und Versicherungsbeiträge sind in den vergangenen zehn Jahren so enorm gestiegen und machen uns kleinen Liftbetreibern das Leben schwer. Durch die steigenden Kosten müssen wir unsere Preise erhöhen. Es sind nicht die schneearmen Winter, sondern dieser Bürokratismus, der einem die Freude am Weitermachen nimmt“, sagt Göttl.

„Nach den Hausaufgaben noch an die frische Luft“

Ehrenamtlich gestemmt, lockt der Herzogsreuter Mühlberglift vor allem junges Publikum an. Foto: FB

Der 73-jährige betreibt seit 2010 die Lifte in Waldhäuser, seit 2004 in Grainet und seit 2001 in Freyung. Er sieht in seinen Anlagen einen großen gesellschaftlichen Auftrag:

„Wir haben eine Verantwortung unseren Kindern gegenüber, ihre Sportlichkeit und damit auch ihre Gesundheit und soziale Entwicklung zu fördern. Wir bieten deshalb auch Zwei-Stunden-Tickets an und haben unsere Öffnungszeiten dahingehend angepasst, dass wir erst um 15 Uhr öffnen und dafür mit Flutlicht einen Skibetrieb bis 18 Uhr gewährleisten.

So können die Schülerinnen und Schüler nach ihren Hausaufgaben noch an die frische Luft, sich austoben und bleiben sowohl mental als auch körperlich fit. Und wir Liftbetreiber können durch die die hohen Auslastungen während den kurzen Öffnungszeiten noch einen rentablen Betrieb führen.“

Auch Roland Duschl, Vorsitzender des 470 Mitglieder umfassenden Sportclubs Herzogsreut (1966 gegründet) sieht den 350 Meter langen Mühlberglift am Ortsrand als wichtige Einrichtung für Kleinkinder und Schüler. Der Verein hat seit 2020 und noch bis 2027 den Tellerlift von der Gemeinde Hinterschmiding kostenlos gepachtet – und bestreitet die Wintersaison seitdem mit gut 40 ehrenamtlichen Helfern und Helferinnen, die nach einem festen Plan eingeteilt werden. Nebenkosten wie Strom oder Wartung übernimmt die Gemeinde.

„Lift ist für viele aus dem Ort ein sozialer Treffpunkt“

„Für Kinder, Schüler aber auch ältere Menschen, die wieder das Skifahren ausprobieren wollen, sind die kleinen Lifte in den einzelnen Orten immens wichtig“, erklärt Duschl. Vor allem die Nähe sei ein wichtiges Kriterium. „Die Kinder können nach den Hausaufgaben noch fußläufig zum Skifahren gehen oder haben kurze Anfahrtswege. Dank einer neuen Flutlichtanlage ist der Lift am Freitag sogar bis 21 Uhr geöffnet.“

Ausreichend Parkplätze und moderate Preise seien ein guter Grund, die kleinen Liftanlagen auch nur für ein paar Stunden zu genießen. Duschl sieht in den kleinen Liften aber auch noch eine ganz andere Bedeutung: „Unser Lift ist für viele aus dem Ort ein sozialer Treffpunkt. Hier fährt man gemeinsam Ski und trifft sich dann im Lifthäusl in gemütlicher Runde.“

Roswitha Prasser

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Eine Veröffentlichung in Zusammenarbeit mit dem Bayerischer Wald-Verein, dem Verein für Heimat- und Volkstumspflege, Kulturarbeit, Natur- und Landschaftsschutz sowie Wandern im Bayerischen Wald, der auch für das Projekt „WanderKultur“ verantwortlich zeichnet.

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