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Spiegelau. Gemeint sind in der Regel die Winterdienstler, die in aller Frühe in ihre Fahrzeuge steigen, um die Straßen frei zu räumen. Es gibt aber weitere „Helden des Winters“. Es wird nämlich oft unterschätzt oder ganz übersehen, wer da noch unterwegs ist, wenn es kalt und dunkel ist: die Loipen- und Pistenteams in den Woid-Gemeinden.

Auf der Kaisersteigloipe bei Zwiesel: Die Raupenfahrer im Woid machen es überhaupt erst möglich, die atemberaubende Winterwelt genießen zu dürfen. Fotos: Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald

Ihre Arbeit schafft die Grundlage für den Wintersport: top gespurte Loipen, gewalzte Rodelhänge, präparierte Skilifte und Pisten für Übernachtungsgäste, Tagesausflügler und Einheimische. Dank unzähliger Arbeitsstunden bei Minusgraden zaubern sie einer Presseinformation zufolge bei entsprechender Schneelage perfekte Bedingungen für Winterurlaubsgenuss der Extraklasse.

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In Zusammenarbeit mit der Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald stellen wir einige Pistenbully-Fahrer vor: Wir haben in den Gemeinden Mauth-Finsterau, St. Oswald-Riedlhütte, Frauenau, Zwiesel und Bayerisch Eisenstein nachgefragt…

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Perfekte Spuren in St. Oswald-Riedlhütte

Johannes Donnerbauer hat sich einen Kindheitstraum erfüllt. 

In der Gemeinde St. Oswald-Riedlhütte unterhalten wir uns dazu mit Johannes Donnerbauer. Er kümmert sich mittlerweile seit acht Jahren um die Loipen, Winterwanderwege und Rodelhänge im Gemeindegebiet. „Ich habe schon als Kind mit Spielzeug-Pistenraupen und -Schneepflügen gespielt. Das hat mich fasziniert! Dass es dann mal so weit kommt, dass ich tatsächlich für die Gemeinde diese Aufgabe
wahrnehme, war dann wohl Bestimmung“, lacht Johannes.

Sein Blick im Pistenbully ist auf die vor ihm liegende Strecke gerichtet, immer wieder kontrolliert er dabei im Rückspiegel das Ergebnis seiner Arbeit, die Spuren für klassische Technik und Skating-Technik, die er in den frischen Schnee zieht. „Wenn man diese Arbeit, bei der man die ganze Zeit auf Gelände, Schneelage, Bewuchs etc. schauen und sich konzentrieren muss, nicht liebt, würde man die sechs bis zehn Stunden, die man am Stück unterwegs ist, gar nicht durchhalten“, meint Johannes.

Bevor er mit seiner Runde startet, checkt er noch kurz dier Maschine, um sicherzustellen, dass im Gelände keine unvorhergesehenen Pannen eintreten. Wann er unterwegs ist, ergibt sich oftmals durch die Schichteinteilung im Hauptberuf. „Ich fahre aber schon am Liebsten abends, denn dann kann die frisch präparierte Loipe aushärten. „Sintern“ nennt man diesen Effekt, erklärt er. „Dabei verdichtet
und verhärtet sich der in Form gebrachte Schnee über Nacht und ergibt so am Morgen eine stabile klassische Spur. Auch die Skating-Spur kann schön fest und griffig werden“ Die schönste Belohnung ist für ihn, wenn ihm der ein oder andere Langläufer bestätigt: „Super ist die Loipe bei‘nand! Richtig Spaß macht’s zum Laufen!“

Winterfreuden in der Gemeinde Frauenau

Albert Steiml ist überzeugter Raupen-Fahrer – und Romantiker.

In der Gemeinde Frauenau erwartet uns Albert Steiml in Oberlüftenegg auf der Panoramaloipe. Seit 2021 ist er nun als „Rentler“ mit dieser Aufgabe betraut, die er aber schon von seinen vorherigen Berufsjahren als Bauhofmitarbeiter kannte. Insgesamt 44 Kilometer Strecken im Gemeindegebiet pflegt er.

Was ihm dabei aufgefallen ist: „Die Winter haben sich schon sehr verändert. Wir haben leider bei weitem nicht mehr die Schneemengen von
früher. Daher wurde auch der Pistenbully mit Gummibelägen bzw. Gummiketten umgerüstet. So können wir schon ab 20 Zentimeter Neuschnee spuren, was mit eisernen Ketten nicht möglich wäre.“

Für ihn sind es zwei Dinge, die ihm die größte Freude bereiten. „Wenn man sieht, dass die Leute eine Freude daran haben, unterwegs zu sein und das Angebot nutzen, ist es ein sehr schönes Gefühl. Man weiß, dass man mit seiner Arbeit etwas geschaffen hat, was andere wertschätzen. Außerdem verbringt man viel Zeit draußen und ist in unserer schönen Umgebung unterwegs. Oft spät abends oder sehr früh morgens, eben zu Zeiten, an denen kaum jemand unterwegs ist. Wenn man dann bei Sternenhimmel und Mondschein die schöne Landschaft vor sich sieht und alles glitzert, ist das einfach ein Traum!“

Viel zu tun in den Wintersportarealen Zwiesels

Michael Ritzler darf heuer auch wieder den Skilift in Rabenstein präparieren.

In Rabenstein beim Parkplatz Kaisersteig treffen wir Michael Ritzler. Seit 13 Jahren ist er schon Loipenfahrer für die Glasstadt Zwiesel, im Grunde ist er aber schon immer mit der Thematik als Mitarbeiter des städtischen Bauhofs befasst. Sein Fazit: „In dieser Saison ist wirklich das gesamte Loipennetz sehr gut befahrbar. Alle Strecken haben ihren Charme.“

Seiner Einschätzung nach nimmt die Skating-Technik unter den Langläufern immer mehr zu. In dieser Saison ist auch nach drei Jahren Pause wieder der Skilift in Rabenstein in Betrieb, den er präpariert. „Es ist so schön zu sehen, wie alle ihre Freude am Schnee und den Loipen haben! Das spornt mich an, dass ich alles so gut fahre wie möglich! Da hat man an sich selbst auch einen hohen Anspruch, dass alles passt und entwickelt seine Technik und Erfahrung immer weiter“ erklärt er.

Auch zur Tourist-Info in der Glasstadt Zwiesel pflegt er einen engen Kontakt, so dass Gäste dank täglicher Infos aus erster Hand optimal zu den Wintersportmöglichkeiten beraten werden können.

Dank “Raupen-Ronny” alles bestens in der Mauth

Mit Ronny Ebert aus der Gemeinde Mauth-Finsterau treffen wir uns im Ski-und Sportstadion in Finsterau. Bei vielen Langlauffans ist Ronny auch unter seinem Spitznamen “Raupen-Ronny” bekannt. Fast täglich liefert er Updates zu den Loipen – im WhatsApp-
Kanal und Facebook-Seite der Gemeinde Mauth sowie auf dem WhatsApp-Kanal der Ferienregion.

Ronny Ebert ist der Social Media-Star unter den Raupenfahrern.

Da er hauptberuflich im Baustoffhandel tätig ist und dort in den Wintermonaten weniger los ist, kann er seine Arbeit als Loipenfahrer in der Wintersaison gut in seinen Alltag integrieren. Er ist je nach nach Wetter, Temperatur und Schneefall jeden Tag fünf bis acht Stunden im Bully unterwegs. Auch Fahrzeiten von bis zu 13 Stunden habe es schon gegeben, das sei aber die absolute Ausnahme, wenn es Frau Holle mal besonders gut meint.

Auf die Frage, was ihm am meisten Spaß bei dieser Arbeit macht, klingt es bei ihm ähnlich wie bei seinen Kollegen: „Es ist beruhigend, wenn man vor allem abends, wenn kein Mensch unterwegs ist, in der Natur draußen sein kann. Wenn man dann mit dem Ergebnis, das man gerade geschaffen hat, auch selbst zufrieden ist und weiß, dass man für Gäste und Einheimische wieder die Grundlage für ihren heißgeliebten Wintersport und ein traumhaftes Wintererlebnis geschaffen hat, dann ist alles gut!“ erzählt Ronny Ebert.

Besonders herausfordernd ist die Arbeit vor allem, wenn er Hanglagen oder Schräglagen so präparieren muss, dass eine möglichst gerade Loipe entsteht. Da in der Gemeinde Mauth-Finsterau auch viele Wettkämpfe und Meisterschaften ausgetragen werden, sind immer wieder auch strenge Vorgaben der Veranstalter zu erfüllen.

Traurig und nachdenklich wird Ronny, als er uns erläutert, was für ihn ein echter Wehmutstropfen ist. „Fußgänger zerstören durch das Gehen auf der Loipe unsere Arbeit, die viel Zeit in Anspruch nimmt und die Kommunen ja auch viel Geld kostet. Es gibt in unserer Region und im gesamten Bayerischen Wald so viele Kilometer an ausgewiesenen Winterwanderwegen und Spaziermöglichkeiten. Hier verstehe ich es überhaupt nicht, dass man gegenseitig keine Rücksicht nimmt, sondern egoistisch handelt und die Arbeit der Loipenfahrer zunichte macht.“

Zuerst geräumt und dann gespurt in Bayerisch Eisenstein

In der Grenzgemeinde Bayerisch Eisenstein empfängt uns Tobias Haas und plaudert sogleich aus dem Nähkästchen. „Wie überall hat auch bei uns der normale Winterdienst Vorrang und erst, wenn die Straßen wieder frei sind, geht es an die Loipen. Unser Langlaufgebiet reicht vom Brennes bis nach Regenhütte und umfasst circa 65 Kilometer Loipen, Naturrodelbahnen und gewalzte Winterwanderwege, für
die ich sechs bis sieben  Stunden zum Präparieren benötige.“

Begeistert ist Tobias Haas nicht nur von der Technik im Fahrzeug, sondern auch in der Übertragung der Wintersport-Daten.

An einem normalen Wintertag ohne Neuschnee startet er um 6 Uhr früh. Die Arbeit sei herausfordernd und erfordere ein hohes Maß an Flexibilität und Wissen. Zu hohe Temperaturen, Regen oder starker Schneefall – all das hat Einfluss auf die Loipen. Bei all diesen Variablen eine ideale Spur zu ziehen, sei oft eine große Herausforderung. Die Spurgeräte erfordern dabei präzise Bedienung und Wartung. Ein Loipenfahre muss sowohl die Technik der Geräte kennen als auch die Einstellung an den Maschinen an die jeweiligen
Bedingungen anpassen können.

Auch die Naturgegebenheiten wie etwa steile Hänge, enge Kurven oder unebene Stellen machen die Spurarbeit anspruchsvoll. Denn egal, welche Hausforderungen warten: „Gut präparierte Loipen sind für Gäste und Einheimische ein Muss und auch unser Anspruch! Schlechte Präparierung führt dagegen schnell zu Unzufriedenheit und zu negativen Bemerkungen, was wir uns weder für Gäste noch Einheimische wünschen,” ist Tobias ehrgeizig.

Obwohl er also doch etwas Druck verspürt, „macht es Spaß, in der Pistenraupe zu sitzen! Begegnungen mit Rehen und Wildschweinen
sind keine Seltenheit. Ich genieße die morgendliche Stille im Wald und auf den Wiesen. Ein besonderer Moment ist für mich immer am höchsten Punkt unseres Loipennetzes beim Brennes, wenn die Sonne aufgeht und der Schnee in der eiskalten Luft glitzert. Unverständnis und Frust wecken bei mir Fußgänger, die mitten in der Loipe marschieren und die Arbeit der letzten Stunden achtlos zertreten.“

da Hog’n

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