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Bayerischer Wald/Böhmerwald. Gute Nachrichten aus den tiefen Wäldern des Grenzkamms: Der aktuelle Monitoringbericht 2024/2025 für die Nationalparke Bayerischer Wald und Šumava zeigt eine äußerst positive Entwicklung der dortigen Luchspopulation. Mit der zweithöchsten je erfassten Anzahl an Einzeltieren und einem historischen Höchststand beim Nachwuchs gilt der Bestand in der Region nun als stabil, wie die Nationalparkverwaltung per Presseaussendung mitteilt.

Mittels Fotofallen können Luchse beim grenzüberschreitenden Monitoring nachgewiesen werden. Fotos: Nationalpark Bayerischer Wald

Im vergangenen Monitoringjahr wurden insgesamt 27 selbstständige Luchse zweifelsfrei identifiziert (zwölf Weibchen, acht Männchen, sieben Tiere unbestimmten Geschlechts). Besonders beeindruckend sei die Fortpflanzungsrate: Alle zwölf Weibchen führten Jungtiere – insgesamt 22 Luchswelpen.

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„Dieses Ergebnis freut uns sehr und es zeigt, dass es dem Luchs in beiden Nationalparken gut geht und die Art hier passende Lebensräume gefunden hat“, betont Nationalparkleiterin Ursula Schuster. Zur Rekordzahl beim Nachwuchs ergänzt sie: „Die Zahl von 22 Jungtieren entspricht der bislang höchsten Anzahl innerhalb eines Luchsjahres. Diesen Wert hatten wir bis jetzt nur im Monitoringjahr 2018/19.“

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Internationale Zusammenarbeit als Schlüssel zum Erfolg

Für Prof. Marco Heurich, der das Monitoring im Bayerischen Wald leitet, ist die grenzüberschreitende Kooperation seit 2009 die Basis für effektiven Artenschutz: „Nur dank dieser Zahlen können wir den Bestand und die Verbreitung überwachen, Veränderungen in der Population frühzeitig erkennen und gegebenenfalls Schutzmaßnahmen anpassen.“

Auch auf tschechischer Seite ist die Freude groß. Pavel Hubený, Direktor des Nationalparks Šumava, blickt auf die Anfänge des Projekts zurück:

„Ich erinnere mich noch daran, als wir vor 40 Jahren Luchse aus den Karpaten im Šumava ausgesetzt haben. Wir hofften, dass sie überleben würden, aber nichts war sicher. Heute sehen wir, dass wir das Richtige getan haben, dass es in der gesamten Region des Böhmerwaldes genügend Luchse gibt, dass ihre Population stabil ist und vor allem, dass die Bewohner des gesamten Gebiets sie als Teil ihrer Heimat angenommen haben.“

Martin Starý, Naturschutzleiter des Nationalparks Šumava, sieht in der ungestörten Fläche der beiden Parks einen entscheidenden Standortvorteil. Dennoch mahnt er zur Weitsicht:

„Es muss jedoch daran erinnert werden, dass die grenzüberschreitende Population im Böhmerwald immer noch relativ isoliert ist. Es wäre wünschenswert, dass sie sich mit einer anderen Population verbindet.“

„Muster ähnlich wie ein Fingerabdruck“

Luchsin Sonea wurde einst mit ihren Jungen von einer Kamera abgelichtet.

Um die scheuen Raubtiere in den dichten Wäldern präzise zu erfassen, setzt das Team auf eine technisch anspruchsvolle Methodik. Das gesamte Untersuchungsgebiet erstreckt sich über eine Fläche von 820 Quadratkilometern, in der während einer 100-tägigen Einsatzzeit pro Saison insgesamt 109 Kameras an 69 strategischen Standorten installiert werden. Um eine zweifelsfreie Identifizierung zu ermöglichen, werden die Kameras oft paarweise gegenüberliegend platziert, sodass beide Körperseiten eines Tieres fotografiert werden können.

Diese Aufnahmen sind die Basis für die individuelle Bestimmung der Tiere, da das Fleckenmuster im Fell jedes Luchses einzigartig ist. Marco Heurich zieht hierzu einen anschaulichen Vergleich: „Jedes Fell weist individuelle Muster und Flecken auf, die bei jedem Tier unterschiedlich sind. Diese einzigartigen Muster funktionieren ähnlich wie ein Fingerabdruck beim Menschen.“

Über Nora, Kika, Geli & Co.

Alle Interessierten können den Monitoringbericht auf der Homepage des Nationalparks Bayerischer Wald herunterladen. Dort sind Lebensläufe von mittlerweile 70 Luchsen zu sehen, die in den beiden Schutzgebieten seit Beginn des Fotofallenmonitorings und zum Teil auch schon davor nachgewiesen werden konnten. Die ältesten bislang nachgewiesenen Tiere waren die Luchsin Nora und der Kuder Kika, die jeweils 14 Jahre alt wurden. Das Durchschnittsalter der Tiere, die in mindestens zwei aufeinanderfolgenden Jahren beobachtet wurden, beträgt aktuell 6,1 Jahre. Die 2013 geborene Katze Geli ist derzeit mit elf Jahren das älteste weibliche Tier, das im Untersuchungsgebiet registriert ist.

da Hog’n


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