Viechtach/Zandt. Nachdem die Feuerwehr Viechtach erst kürzlich unter der Leitung von Tanja Penzkofer, Florian Schoierer und deren Vorsitzenden Torsten Zankl eine erfolgreiche Typisierungsaktion beim Adventsmarkt durchgeführt hatte, rückt das Thema Blutkrebs nun unerwartet schnell wieder in den Fokus. Und die Nachricht traf die 37-jährige Anna Laqua völlig unvorbereitet: Die gebürtige Viechtacherin, die heute mit ihrem Mann Roman und den beiden Kindern Levi (4) und Marla (6) in Zandt (Landkreis Cham) lebt, erhielt Ende des Jahres die Diagnose Leukämie. Für sie wird nun dringend ein passender Stammzellspender gesucht.

Seit fünf Wochen ist die zweifache Mutter nun in einer Regensburger Klinik stationiert und wünscht sich nichts sehnlicher, als zurück zu ihrer Familie zu kommen und gesund zu sein. Weihnachten verbrachte sie in Isolation, um Ansteckungen zu vermeiden. Ein Umstand, der vor allem den beiden Kinder sehr schwer fiel. Genau sie brauchen den Kontakt mit ihrer Mutter, wollen sie drücken, in den Arm nehmen, mit ihr knuddeln und schmusen. Nur an Wochenenden kann Anna Laqua Besuch empfangen.
„Die Kinder fragen immer, wann ich endlich heimkomme. Doch das weiß keiner, denn bisher gibt es keinen passenden Spender“, sagt Anna, die selbst typisiert ist. Nichtsdestotrotz bereitet man die 37-Jährige derzeit auf eine Transplantation vor, denn: Wenn ein Spender gefunden ist, muss es schnell gehen, um ihr Leben zu retten.
Jetzt in der Knochenmarkspenderdatei registrieren

Täglich wird ihr Blut kontrolliert, die Chemotherapie fortgesetzt, werden Blutkonserven verabreicht. Die Chemotherapie kostet sie alle Kraft. „Ich gebe nicht auf“, gibt sich die ehemalige Viechtacherin, die vor ihrer Ehe unter dem Namen Eisele bekannt war, entschlossen. „Ich hoffe, dass ich wieder selber laufen kann. Dafür trainiere ich, steige Treppen und gehe raus an die frische Luft. Ich weiß, das muss sein – ich will zu meinen Kindern!“
„Für Anna & viele mehr – gemeinsam Hoffnung schenken“ – unter diesem Motto starteten Freunde, Familie und Bekannte eine Hilfsaktion. An vielen Orten verteilten sie dafür Flyer und hängten Plakate auf, um auf die deutsche Knochenmarkspenderdatei DKMS aufmerksam zu machen. „Ein kleiner Moment für dich kann ein ganzes Leben retten“, ist auf dem Flugblatt zu lesen. Anna Laqua ist überwältigt von der Hilfsbereitschaft und dem Engagement zum Typisierungsaufruf. Das gibt ihr Kraft und Hoffnung, gesund zu ihrer Familie zurückkehren zu können.
Es gilt: Je mehr Menschen sich typisieren lassen, umso mehr Leben können gerettet werden. Jeder zwischen 17 und 55 Jahren kann sich dabei online registrieren lassen und das Registrierungsset bestellen. Mit diesem macht man einen sog. Wangenschleimhaut-Abstrich, schickt das Set zurück – und wird so zum potenziellen Stammzellenspender.
„Aktuell ist meine Energie sehr begrenzt – mir fehlt leider die Kraft“

Im Oktober 2025 fiel bei einer Messung auf, dass die Schilddrüsen- und Vitamin-D-Werte schlecht, die Zahl der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) zu niedrig war. Zuerst dachte man an einen Infekt – und nahm alle zwei Wochen Blut ab. Nur ganz langsam stieg jedoch der Leukozyten-Wert an. Auch eine Erkrankung am Pfeifferschen Drüsenfieber wurde zwischenzeitlich in Erwägung gezogen, bis ein Zwieseler Onkologe nach weiteren Untersuchungen erstmals den Verdacht der akuten Leukämie hegte. „Das hat uns den Boden unter den Füßen weggezogen, denn bisher gibt es keine Krebserkrankungen in meiner Familie. Ich habe immer bewusst, gesund und ausgewogen gelebt“, versuchte Anna Laqua das Unfassbare zu verstehen.
Sobald die Diagnose vorhanden war, ging alles sehr schnell. Die Waidlerin wurde sofort ins Krankenhaus gebracht. „Die Prognose war gut und man ging davon aus, dass ich nur eine Chemotherapie brauche“, erinnert sie sich und ergänzt: „Diese startete sofort in hochdosierter Form. Das Immunsystem wurde heruntergefahren, ich brauchte Blutkonserven, bekam Aufbauspritzen, um das eigene Knochenmark zu aktivieren und gesunde Zellen zu produzieren.
Dann hieß es, der Krebs sei nach der ersten Chemo besiegt.“ Doch nur wenige Tage später meldete er sich bereits zurück – „und diesmal hieß es, dass mich nur eine Stammzellen-Spende heilt“. Eine schockierende Wende, ein emotionales Auf und Ab – sowohl für die Patientin als auch deren Angehörige. „Aktuell ist es so, dass meine Energie sehr begrenzt ist. Mir fehlt leider die Kraft“, gesteht die schwerkranke Mama erschöpft.
Am 1. Februar findet von 14 bis 17 Uhr eine Typisierungsaktion der Grundschule Miltach und der Kindertagesstätte Windischbergerdorf statt. „Ich bin selbst seit Jahren in der Kartei der DKMS registriert“, informiert Anna Laqua – und hofft auf einen passenden Spender. Hierin unterstützen sie die Rektorin der Grundschule Sabrina Wanninger und ihre Zwillingsschwester Nicole Griesbauer, Leiterin des Kindergartens. „Wir tun unser Bestes, um zu helfen. Es ist wichtig, aufzurütteln und die Menschen zur Typisierung zu bewegen“, fasst die Grundschulrektorin das Ziel der Aktion zusammen. Damit Mama Anna schon bald gesund zu ihren Kindern Levi und Marla sowie ihrem Mann Roman nach Hause kehren kann.
Marika Hartl








