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Bodenmais/Regen. Der Fall um den Bodenmaiser Rathauschef Michael Adam hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Nachdem im August bekannt wurde, dass die Staatsanwaltschaft Deggendorf Anklage wegen des Verdachts der Körperverletzung gegen den Ex-Landrat erhoben hat, geht Adam nun in die Offensive. In einem hochemotionalen Facebook-Post schildert er seine Sicht der Dinge – und teilt dabei heftig gegen die Ermittlungsbehörden aus. Adam spricht von einer Instrumentalisierung seiner Person – und wirft der Polizei Schikane vor.

Michael Adam, Ex-Landrat des Landkreises Regen und seit Oktober 2023 wieder Bürgermeister von Bodenmais, rechnet in einem Facebook-Post mit seinem Ex-Partner, der Staatsanwaltschaft und der Polizei ab. Hog’n-Archiv

Laut Adams Darstellung nahm das Unheil seinen Lauf am 12. Februar des vergangenen Jahres – dem Tag der Trennung von seinem Partner. Nach mehreren amtlichen Terminen kam es in einem örtlichen Café zum Eklat. Die Schilderungen des Bodenmaiser Bürgermeisters lesen sich dabei wie das Drehbuch eines schlechten Films: Eine erzürnte Wirtin, eine rachsüchtige ehemalige Braut, ein missverstandener Beleidigungsversuch des Ex-Partners – und schließlich ein Tscheche („der Liebhaber der Wirtin„), der die Fäuste fliegen ließ. „Er war der deutschen Sprache wohl nicht ganz so mächtig. Er hörte wohl nur ‚Petra‘ und ‚Nutte‘. Als Amateurboxer sprang er auf und schlug meinen Ex-Partner“, beschreibt Adam die Szenerie.

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Er gibt dabei offen zu, dass er die Prügelattacke gegen seinen Ex-Freund zunächst mit Genugtuung beobachtete. Zitat: „Soll ich ehrlich sein? Ich genoss es. Endlich hat mal jemand das, was er schon lange verdient hatte.“ Erst als die Situation lebensbedrohlich zu werden schien, sei er eingeschritten. Die Quittung folgte laut Adam prompt: „Jeder normale Mensch wäre nach einer solchen Attacke liegen geblieben. Nicht so mein Ex-Freund. Er stand auf, ging auf mich zu, und würgte mich. Ich sei an all dem hier schuld.“

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Ex-Partner habe ihn mit Anzeige unter Druck gesetzt

Dieses Foto seines Ex-Freundes, das ihm dieser nach der Schlägerei im Café zukommen ließ, veröffentlichte Michael Adam auf seiner Facebook-Seite. Foto: M. Adam/FB-Seite

Danach habe ihm sein Ex-Freund eine E-Mall mit einem Foto zugesandt, auf dem dieser sichtlich ramponiert – mit geschwollen Augen, blutverschmiertem Gesicht und blutunterlaufenen Lippen – zu sehen ist (siehe Foto). Der Betreff der Email lautet: „Schwere Körperverletzung“. Der Kommentar seines Ex-Freunds dazu: „Ich hoffe du bist jetzt zufrieden, nachdem was du mir angetan hast.“ Adams Reaktion darauf, die er nun in seinem Facebook-Post kundtut: „Es tut mir leid, aber damit werde ich nervlich nicht fertig.“

Und weiter schreibt er: „Mein Ex-Partner musste sich dann tagelang überlegen, ob er mich anzeigt. Das war sein Trumpf. Eigentlich habe ich diese Beziehung seit Februar 2025 nur noch geführt, weil er mich so in der Hand hatte. Sogar in den Urlaub musste ich noch mit ihm fahren. Aber keine billigen Urlaube! Auf die Malediven wollte er.“

Was Michael Adam jedoch besonders zu belasten scheint, ist die Arbeit der Ermittlungsbehörden in Folge der Anklageerhebung gegen ihn durch die Staatsanwaltschaft Deggendorf wegen des Verdachts der Körperverletzung. Er sieht sich als Opfer einer Justiz, die an ihm ein „Exempel statuieren“ wolle.

„Was meine ich damit? Einen Kollegen von mir mussten sie laufen lassen. Verjährt“, schreibt Adam – und spielt damit wohl auf den Fall des Viechtacher Bürgermeisters Franz Witmann an, gegen den die Ermittlungen wegen eines Untreue-Vorfalls aufgrund von Verjährung im Sommer 2025 eingestellt wurden. „Und da war es dann gerade recht und billig, dass es so aussah, als könnte ein anderer Kommunalpolitiker was getan haben. Eine willkommene Gelegenheit, als Polizei und Staatsanwaltschaft zu sagen: ‚Wir kriegen jeden dran!'“, vermutet Adam einen gezielte Kampagne gegen sich.

Der Bodenmaiser Bürgermeister unterstellt der Staatsanwaltschaft und der Polizei damit indirekt, nicht aus rechtsstaatlicher Überzeugung, sondern aus Profilierungssucht gehandelt zu haben. 

Vorwurf der Schikane bei der Polizei

Besonders drastisch beschreibt der 41-Jährige seine Erlebnisse während der polizeilichen Vernehmung: „Ich musste nicht nur zum Verhör. Ich musste sogar zwei Mal kommen. Erkennungsdienstliche Behandlung nennt sich das.“ Diese habe er als zutiefst entwürdigend empfunden. Die zuständige Beamtin habe ihn laut seinen Angaben bereits vorverurteilt: „Du kleiner Gewalttäter. Eigentlich verachte ich dich. Aber ich muss halt Dienst nach Vorschrift machen“, soll sie ihm gegenüber geäußert haben. Adam schildert weiter, dass er am ganzen Körper gezittert habe, als man ihm die Fingerabdrücke abnahm – und schließt zusammenfassend mit den Worten: „In den Fängen der Polizei.“

Bei der polizeilichen Vernehmung soll es Adam zufolge zu einer Vorverurteilung gekommen sein. Symbolfoto: pixabay/ TechLine

Dass dieser öffentliche Rundumschlag Konsequenzen haben und ihm „politisch schwer schaden wird“, sei ihm bewusst. Er beendet seinen Facebook-Post mit der Feststellung, dass ihm die Ehrlichkeit jedoch wichtiger sei als „politisches Imponiergehabe“.

Während die Staatsanwaltschaft Deggendorf die Anklage wegen Körperverletzung weiterhin verfolgt – auf Hog’n-Nachfrage teilt ein Sprecher mit, dass „der Vorgang am Amtsgericht Viechtach anhängig ist“ -, hat Adam den Fall nun von einer privaten auf eine politische Ebene gehoben. Er sieht sich als Opfer einer voreingenommenen Exekutive.

Feststeht: Michael Adam bleibt sich treu: Er wählt den maximalen Impuls und das volle Risiko. Welche Auswirkungen diese Flucht nach vorne – weg von der defensiven Rolle des Angeklagten, hin zum Angreifer auf das System – auf seine politische Karriere haben wird, wird sich zeigen. Feststeht auch: Im Bayerwald dürfte das Thema wohl bald Gesprächsstoff Nummer eins sein – und die Antwort darauf wird wohl nicht nur in den Gerichtssälen, sondern vor allem an den Stammtischen von Bodenmais und des Landkreises Regen erfolgen…

Stephan Hörhammer

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Nachtrag: Genannter Facebook-Post wurde inzwiscnen gelöscht.


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