Herzogsreut. Mit bald 89 Jahren gehört er zu derjenigen Generation, die nicht unbedingt für große Reden bekannt ist – und erst recht nicht für Lobeshymnen. Nicht nur deshalb ist das schlichte Urteil („a super Sach‚“) aus dem Munde von Walter Heindl nichts anderes als ein Ritterschlag für die Organisatoren. Vor allem, wenn man dabei die Mimik des weitum bekannten Freyungers betrachtet. Doch der Skipionier des Bayerwaldes strahlte anlässlich der Jubiläumsfeier 130 Jahre Skisport Herzogsreut nicht nur äußerlich. Dass sich Heindl am Sonntag, 28. Dezember, in seinem Element fühlte, war ihm deutlich anzumerken – obwohl er nicht auf seinem Lieblingsuntergrund, dem Schnee, unterwegs war.

Rund 250 Besucherinnen und Besucher feierten gemeinsam das Jubiläum „130 Jahre Skisport Herzogsreut“ in und um die neu erbaute Stockhalle des SC Herzogsreut. Foto: Helmut Weigerstorfer

Ja, die vielen Mühen der Verantwortlichen um Dieter Damasko, Wintersport-Spartenleiter des ausrichtenden Vereins SC Herzogsreut, haben sich am Ende doch noch gelohnt. Erst im dritten Anlauf konnte das Nostalgierennen am Fuße des Haidels, das vom Onlinemagazin da Hog’n begleitet worden ist, ausgetragen werden. Zweimal musste es aufgrund Schneemangels verschoben werden – und auch der tatsächliche Feiertag ging ohne Schnee und somit ohne alpines Geschehen über die Bühne.

„Plan B“ in Form eines Jokerturniers mit geselliger Umrahmung – allen voran von den Musikern „Waidler-Express“ – in der neuen Stockhalle des SC Herzogsreut wurde in die Tat umgesetzt. Selbst „Patenonkel“ Eduard Hauenstein, der 1895 eines der ersten Skirennen Deutschlands in Herzogsreut organisiert hatte, wäre da wohl gerne mit dabei gewesen.

Auch Freyung-Grafenaus Landrat Sebastian Gruber war begeistert von der Veranstaltung:

Zumal auch tatsächlich (Winter-)Sport betrieben worden ist. Zwar ohne weißer Pracht, dafür aber mit ordentlich Schweißperlen auf der Stirn. Denn auch bei den „Trockenübungen“ in Form eines Tandem-Ski-Parcours, eines Milchkannen-Rennens, einer Holzkegelbahn, beim Stelzen gehen, beim Zielschießen und beim Holz sägen wurden vor allem diejenigen Partien des Körpers in Anspruch genommen, die auch beim Skifahren gefragt sind: Kondition, Koordination – und bei manchem Teilnehmer auch Komik, also die Lach- bzw Baumuskeln.

Und wie es sich für einen ordentlichen Wettbewerb gehört, gab es auch Sieger und eine Menge Zweitplatzierter, die von Landrat Sebastian Gruber ausgezeichnet worden sind:

  • 1. Platz: Die drei Lustigen Vier
  • 2. Platz: D’Verwandtschaft 
  • 3. Platz: Die Rotbachauer

„Leider hat auch dieses Mal das Wetter nicht mitgespielt“, zeigte sich Anton Breit, Sprecher des ausrichtenden SC Herzogreut, einerseits traurig. Andererseits strahlte der ehemalige Vereinsvorsitzende mit der Sonne um die Wette. Denn das, was er am 28. Dezember gesehen hat, war genau sein Wetter: eine Mischung aus sportlichem und gesellschaftlichen (Groß-)Ereignis. Alles in allem ein Tag, der perfekt  war – „nicht nur, um die Erinnerung an einen wichtigen Vorreiter des Skisports zu wahren, sondern auch aufgrund des großen Interesses und der Begeisterung in der Bevölkerung für das Nostalgierennen“.

Walter Heindl zieht, wie eingangs erwähnt, die knackigere Variante der Beurteilung vor – und fasst noch einmal treffend zusammen: „A super Sach‘!“

Text: Helmut Weigerstorfer/ Fotos: Sabine Blöchl, Arnulf Eiler, H. Weigerstorfer

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