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Deutschlands Berge sind voller Vielfalt. Nicht nur die Alpen, sondern auch seine rund 40 Mittelgebirge sind Lebensraum vieler seltener Pflanzen und Tiere. Doch die Berge – eigentlich Inbegriff für Ewigkeit und Größe – sind ständig im Wandel, verändern ständig ihr Gesicht. Durch die Natur selbst, aber auch durch den Menschen. Manchmal katastrophal schnell, meist aber sehr langsam. Fast immer in Zeiträumen, die sich uns entziehen.

Juergen Eichinger bei Zeitraffer-Aufnahmen am Sudelfeld. Foto: Monika Petrick

Der Pockinger Berg- und Naturfilmer Jürgen Eichinger, der eigentlich als Alpen- und Bayerwald-Spezialist bekannt ist, bereiste vier Jahre lang die bayerischen Alpen und die deutschen Mittelgebirge: Vom Kaiserstuhl, dem wärmsten Mittelgebirge Deutschlands, bis zum rauesten Mittelgebirge, dem Harz.

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Die hierbei entstandene zweiteilige Dokumentation zeigt, wie sich die Natur in unseren Bergen in den letzten Jahrzehnten verändert hat – manchmal zum Schlechteren und überraschend oft doch zum Besseren. Beide Filme werfen dabei auch einen Blick auf die Hintergründe und die Auslöser für den Wandel. Wie etwa wirken sich die neuen Bedingungen auf die Tier- und Pflanzenwelt aus und wie schaffen es viele Arten, sich daran anzupassen.

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Auch harmlose Eingriffe veränderten Lebensräume

Zwei Jahre nach Waldbrand in Sächsischer Schweiz. Foto: Jürgen Eichinger

In vielen Gebieten griff der wirtschaftende Mensch aktiv in die Landschaft ein. Steinbrüche wirken wie Wunden in der Landschaft. Und doch sind sie – selbst in der Zeit, in der sie noch in Betrieb sind – Lebensraum vieler Tiere. Werden sie stillgelegt, holt sich die Natur sie zurück. Steile Felswände dienen als Brutplätze, parkähnliche Seenlandschaften als Naturräume für Tierarten, deren Lebensraum anderswo verschwindet.

Aber auch scheinbar harmlosere Eingriffe wie der Weinterrassenbau an den Hängen des Kaiserstuhls veränderten Lebensräume. Zerstörten, schufen aber auch gleichzeitig Neues. Neue Lebensräume entstanden auch am einstigen „Todesstreifen“, dem heutigen „Grünen Band“, dem größten Biotopverband Deutschlands, einer fast 1400 Kilometer langen Kette von über 150 Naturschutzgebieten, in denen mehr als 1.200 in Deutschland bedrohte Tier- und Pflanzenarten zu finden sind.

Menschengemachte Naturkatastrophen, Waldbrände: 2022 vernichtete ein Waldbrand insgesamt über 1750 Hektar Wald im Nationalpark Sächsisches Schweiz und dem angrenzenden Nationalpark Böhmische Schweiz. Ein Gebiet, das durch seine bizarren Felsformationen und Felstürmen in Deutschland einzigartig ist. Doch schon kurze Zeit, nachdem der Brand gelöscht war, spross aus der Asche neues Grün. Bereits jetzt kann man den neuen Wald erahnen. Ein Nationalpark-Wald, der ursprünglicher und vielfältiger sein wird, als es der alte, noch menschengeprägte Wald je war.

Die Vision von Dr. Hans Bibelriether

Sind solche Brandkatastrophen eher selten, so ist es häufig der Borkenkäfer, der dort, wo man die Natur sich selbst überlasst, den natürlichen Waldumbau beschleunigt: Bedeckten noch vor wenigen Jahren dunkle Fichtenwälder die Berghänge des Nationalparks Harz, so sind heute weite Flächen scheinbar abgestorben, erinnern den Besucher an Bilder aus den 1990er Jahren aus dem Nationalpark Bayerischer Wald.

Doch das lässt auch hoffen. Denn heute – das wird nirgendswo in Deutschland so deutlich wie im Nationalpark Bayerischer Wald – hat sich die Natur dort vollständig erholt. Aus eigener Kraft, man muss ihr nur vertrauen und Zeit lassen. Die einstige Vision des damaligen Nationalparkleiters Dr. Hans Bibelriether, Natur Natur sein zu lassen und ihren Selbstheilungskräften zu vertrauen, führte zur größten Erfolgsgeschichte, die der Naturschutz Deutschlands vorzuweisen hat und ist heute Vorbild für alle Naturschützer.

Und so ist der neue Zweiteiler „Berge im Wandel“ auch Jürgen Eichingers Plädoyer dafür, der Natur zu vertrauen. Ihr Zeit zu lassen. Denn sie ist bestimmt vom Kreislauf des Lebens, den man nur begreift, wenn man Geduld hat und aufs Leben vertraut.

Dr. Isabelle Auer

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Gezeigt wird der Zweiteiler „Berge im Wandel“ im Bayerischen Fernsehen am 25. Dezember („Die Alpen“) und am 26. Dezember („Die Mittelgebirge“), jeweils um 18.45 Uhr.

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