München/Park City. Großer Erfolg für den Filmstandort Bayern: Die deutsch-amerikanische Koproduktion „The Weight“ feiert ihre vielbeachtete Weltpremiere beim renommierten Sundance Film Festival (22. Januar bis 1. Februar 2026). Die Einladung in die prestigeträchtige Premieren-Reihe des von Robert Redford ins Leben gerufenen Festivals gilt als Ritterschlag für das Independent-Kino. Das Besondere: Obwohl der Film im Oregon des Jahres 1933 spielt, wurde er ausschließlich in Bayern – mitunter im Bayerischen Wald – gefördert und gedreht.

Die Dreharbeiten unter der Regie von Padraic McKinley fanden im vergangenen Juli und August statt. Die Film-Crew nutzte die bayerische Heimat, um die rauen Landschaften des Nordwestens der USA in Szene zu setzen. Das Produktionsteam fand mithilfe der Film Commission des FFF Bayern in der Region Viechtach ideale Motive, die als Cover von Oregons Landschaft dienten (da Hog’n berichtete). Der dortige Slogan „Bayerisch Kanada“ wurde damit zur realen Filmkulisse. Als weitere Drehorte dienten Bodenmais, Tutzing am Starnberger See, der Schliersee, die Westernstadt „Pullman City“ sowie die Bavaria Studios in München.
Zum Inhalt: „The Weight“ spielt im Jahr 1933 in Oregon. Nach dem Tod seiner Frau und seiner Inhaftierung in einem Arbeitslager kämpft Samuel Murphy (Ethan Hawke) darum, das Sorgerecht für seine Tochter Penny zurückzuerlangen. Unter der Kontrolle des skrupellosen Aufsehers Clancy (Russell Crowe) wird Murphy in einen riskanten Goldschmuggel verwickelt. Zum hochkarätigen Cast gehören außerdem Julia Jones, Austin Amelio und Avi Nash.
Hochkarätige Produzenten und FFF-Förderung

Als Produktionsfirmen fungieren die augenschein-Filmproduktion und die Münchner Construction Filmproduktion, welche auch die Produktionsfirma von Schauspielerin und Autorin Veronica Ferres ist. Aus den USA sind Fields Entertainment und Under The Influence Productions beteiligt. Möglich gemacht wurde der Film durch eine umfangreiche Förderung des FilmFernsehFonds Bayern (FFF Bayern), der das Projekt mit zwei Millionen Euro aus dem Programm für Internationale Kinofilme und Serien unterstützte.
Die Nachricht von der Sundance-Premiere löste hierzulande große Freude aus. Medienminister Dr. Florian Herrmann betont etwa die Bedeutung für den Filmstandort: „Die Weltpremiere von ‚The Weight‘ beim Sundance Film Festival unterstreicht, welche außergewöhnlichen kreativen und technischen Leistungen der Filmstandort Bayern hervorbringt. Das spricht für die Strahlkraft unseres Standorts.“
FFF Geschäftsführerin Dorothee Erpenstein gratuliert dem Team und hob die Rolle der Film Commission hervor. Besonders überrascht und hocherfreut zeigt sich Regens Landrat Dr. Ronny Raith:
„Die Region Viechtach wirbt seit Jahren mit dem Begriff ‚Bayerisch Kanada‘. Dass amerikanische Kinofilme mit Weltstars bei uns im Landkreis Regen gedreht werden, hätten wir dennoch nicht erwartet. Als Landrat freut es mich, dass meine Heimat nun in die Kinos in der Welt einzieht. Ich hoffe, dass weitere Filmteams die Schönheit des Arberlandes kennenlernen und noch viele Filme – Kleinkunst wie Blockbuster – bei uns gedreht werden. Unsere unberührte Natur und die Menschen laden dazu herzlich ein.“
Auch Viechtachs Bürgermeister Franz Wittmann lobte die Zusammenarbeit und die Kulissen seiner Stadt:
„Es erfüllt uns mit Stolz, dass unsere Stadt und unser ‚Bayerisch Kanada‘ in diesem Projekt die Landschaften Oregons verkörpern durften. Die Dreharbeiten haben gezeigt, dass Viechtach mit seiner Natur und seinem Charakter mühelos in weltweite Erzählwelten eintauchen kann. Die Filmcrew hat hier nicht nur eine Kulisse gefunden, sondern einen Ort, der Geschichten glaubwürdig lebendig werden lässt. Das Miteinander mit der gesamten Filmcrew war einzigartig, freundschaftlich und beeindruckend!“
Monika Häuslmeier, Viechtacher Leiterin des Sachgebiets „Tourismus, Kultur & Stadtmarketing“, betonte, dass der Dreh den Ruf der Stadt als „lebendigen, offenen Standort für kreative Projekte“ stärke.
„Perfekte Produktionsvoraussetzungen“
Bereits im Vorfeld der Weltpremieren-Bekanntgabe hat sich das Onlinemagazin da Hog’n mit Antonia Wienken vom augenschein-Filmproduktionsteam über die Dreharbeiten im Woid unterhalten:

Frau Wienken: Warum dreht man einen Film, der im amerikanischen Oregon spielt, nicht einfach direkt in Oregon?

The Weight wurde in Bayern gedreht, weil hier die perfekte Kombination aus filmisch geeigneter Landschaft, finanzieller Förderung durch den FFF Bayern und attraktiven Produktionsbedingungen vorlag. So konnte die gewünschte Oregon-Atmosphäre authentisch geschaffen werden, ohne in die USA reisen zu müssen.
Als milliardenschwere Produktion kann man wohl überall auf der Welt drehen – warum ist es gerade „Bayerisch Kanada“ geworden?
The Weight ist eine Indie-Produktion und deshalb gar nicht milliardenschwer. In Bayern haben wir, wie erwähnt, die für uns perfekten Produktionsvoraussetzungen gefunden.
Als deutsche Produktionsfirma ist augenschein Teil dieses deutsch-amerikanischen Filmprojekts. Wie kommt eine solche Zusammenarbeit zustande?
Ein gemeinsamer Freund hat uns die amerikanischen Produzenten vorgestellt. Als wir dann über ‚The Weight‘ gesprochen haben, wurde ziemlich schnell klar, dass wir hier zusammenarbeiten könnten. Dann fing die Location-Suche an – und eine erste Tour zusammen mit dem Regisseur fand statt, die uns dann letztendlich darin bekräftigt hat, dieses Projekt gemeinsam in Bayern drehen zu können.
Morgendliches Weißwurst-Zuzeln am Set
Gab’s schon öfter Kooperationen mit Produktionsfirmen aus anderen Ländern? Und: Gab es schonmal eine ähnlich hochkarätige Besetzung bei Filmen, die von augenschein mitproduziert wurden?

Seit der Gründung im Jahr 2008 ist die Ausrichtung der augenschein-Filmproduktion eine internationale, seit 2016 haben wir uns dann auf englischsprachige Filme spezialisiert – wie zum Beispiel ‚The Assessment‚ mit Elizabeth Olsen und Alicia Vikander oder ‚Dead of Winter‚ mit Emma Thompson in der Hauptrolle, der im August in Locarno Premiere gefeiert hat. Noch nicht veröffentlicht ist z.B. ‚Mother Mary‚ mit Anne Hathaway und Michaela Coel in den Hauptrollen unter der Regie von David Lowery, eine Koproduktion mit A24. Darüber hinaus haben wir noch mit Stars wie Anna Kendrick, Toni Colette, Joseph Gordon-Levitt, Franka Potente, Eric Bana oder Kathy Bates in unseren Filmen zusammengearbeitet.
Wer war beim The-Weight-Dreh im Bayerischen Wald eigentlich fürs Catering zuständig? Und wie hat es den Schauspielstars geschmeckt? Gab es bayerische, bodenständige Hausmannskost, amerikanische Burger oder doch eher Lachs und Kaviar?

Da eine bayrische Firma fürs Catering verantwortlich war und ja auch fast ausschließlich die bayerische Crew mitgearbeitet hat, war das Essen natürlich auch bayrisch geprägt. So konnten also auch unsere amerikanischen Partner morgens schon mal eine Weißwurst zuzeln…
Sind auch mal unvorhergesehen Dinge passiert, die den Dreh behindert haben? Unfälle? Unpassendes Wetter? Schreiende Groupies, die trotz Geheimhaltung ans Set gefunden haben?
Nachdem in der Vorbereitung das Wetter noch konstant bei 30 Grad lag, drehte sich die Situation leider kurz vor Drehbeginn – und es war ein sehr verregneter und kalter Sommer. Das war zwar toll für die Bilder und die Atmosphäre des Films, aber dafür war es natürlich noch herausfordernder für das Team, das durchnässt im Wald drehen musste…
Hoffentlich haben sich die Mühen gelohnt! Danke fürs Interview und alles Gute weiterhin!
die Fragen stellte: Stephan Hörhammer










