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Bad Kleinkirchheim. Bevor die Nächte kürzer und die Wäscheberge höher werden, steht für die werdenden Mamis und Papis noch ein ganz besonderer Urlaub an: der Babymoon! Man könnte ihn auch als die „Letzte-Chance-auf-einen-Urlaub-bei-dem-man-nicht-ständig-Windeln-wechselt„-Reise bezeichnen. Es ist die perfekte Gelegenheit, die traute Zweisamkeit noch einmal zu genießen, lange auszuschlafen, die Füße hochzulegen und sich mit gutem Essen und erholsamer Freizeit für die kommenden Strapazen zu wappnen.

Bereits seit 20 Jahren führt das im kärntnerischen Bad Kleinkirchheim gelegene Wellness-Hotel Prägant das Babymoon-Urlaubskonzept in seinem Repertoire – und darf deshalb getrost als Vorreiter und Experte auf diesem Gebiet bezeichnet werden. „Es geht beim Babymoon aber nicht nur um die Damen alleine, sondern um das Paar als Ganzes“, erklärt Kerstin Prägant, selbst dreifache Mutter, die gemeinsam mit ihrem Mann Michael das Hotel nun in dritter Generation führt.
Insbesondere auf die Faktoren Ambiente, Ernährung und Ausstattung wird im Hause Prägant großer Wert gelegt, wovon sich die beiden Babymoon-Tester – Hogn-Redakteur und werdender Vater Stephan Hörhammer und seine schwangere Partnerin Jennifer – bereits überzeugen konnten (siehe erster Teil ihres Erfahrungsberichts). Im nun folgenden Teil haben die beiden ihren Aufenthalt in puncto Wellness-, Freizeit- und Zwischenmenschlichkeitsfaktor unter die Lupe genommen.
WELLNESS
Aus Sicht der werdenden Mutter: Für mich das absolute Highlight: meine allererste professionelle Massage. Ähnlich gemütlich wie im Rest des Hauses – mit Kerzen und wohligem Duft – ist auch der hauseigene Wellness-Bereich gestaltet. Um die Mittagszeit wird eine sogenannte Asia-Roma-Massage für mich gebucht, die – wie man dem Flyer für die verschiedenen Anwendungen entnehmen kann – speziell auch für Schwangere geeignet ist: Eine Stunde lang pure Entspannung!
Damit der Babybauch und die Brüste auch auf dem Bauch liegend genug Platz haben, darf ich auf einer speziellen Liege Platz nehmen, die an den entsprechenden Stellen über herausnehmbare Elemente verfügt. Anschließend werde ich am ganzen Körper mit viel warmem Mandelöl beträufelt und von beiden Seiten sanft massiert. Gegen Ende komme ich dann noch mit meiner lieben Masseurin ins Gespräch, die – wie sich herausstellt – auch ausgebildete Körpertherapeutin ist. Sie spricht mit mir über Anspannung im Körper und Ängste vor der Geburt, die mich durchaus immer wieder mal beschäftigen. Sie nimmt während der Massage meines Bauches Kontakt zu meinem Baby auf und gibt mir viele tolle Worte und Denkanstöße mit auf den Weg, was nicht nur sehr hilfreich, sondern auch sehr emotional für mich ist. An dieser Stelle möchte ich nochmals von Herzen Danke sagen – nicht nur für die großartige Massage, sondern auch für zwischenmenschliche Begegnung.
Auch meine zweite Anwendung, eine Pediküre, ist neu für mich. Die junge Frau nimmt sich viel Zeit. Ich bekomme zunächst ein ausgiebiges warmes Fußbad eingelassen, im Anschluss wird Horn- und Nagelhaut entfernt, dann werden die Nägel gefeilt und mit einem speziellen Pflegeöl eingerieben. Meine Füße sind im Anschluss nicht nur ästhetisch hübsch anzusehen, sondern fühlen sich auch extrem weich und leicht an. Ich kann mir gut vorstellen, dass diese Behandlung auch für Schwangere, die mit „schweren Beinen“ oder Wassereinlagerungen in den Füßen eine absolute Wohltat darstellt.
Insgesamt mutet der Wellnessbereich im Hotel Prägant sehr sauber, gemütlich und schön gestaltet an. Es gibt einen Innen- und Außenpool, eine Infrarot-Wärmekabine, einen extra Saunabereich und viele Möglichkeiten, sich auf Liegen oder gemütlichen „hyggeligen“ Kuschel-Körben zu entspannen und zur Ruhe zu kommen.
Aus Sicht des werdenden Vaters: Ganz offen zugegeben: Der große Wellness-Fanatiker bin ich nie gewesen – und werde ich in diesem Leben wohl auch nicht mehr werden. Ich gehöre eher zu den sportlich-aktiveren Zeitgenossen, die sich die Welt am liebsten aus dem Sattel heraus oder von weiter oben (sprich: von den Bergen aus) anschauen. Da uns der Wettergott jedoch zu gut 75 Prozent unseres Besuchs nicht allzu gewogen ist, freunde ich mich quasi „gezwungenermaßen“ mit dem Gedanken an, das kleine aber feine Entspannungsangebot im Hotel Prägant zu testen und zu erkunden. Ein Unterfangen, das mir nicht allzu schwer fällt, wie ich schnell mit Freuden feststellen darf.
Denn das Wichtigste für die sportliche Betätigung ist gegeben – und das gleich in zweifacher Ausführung: der Innen- und der Außenpool. In ersteren stürze ich mich witterungsbedingt hinein und ziehe sogleich bei angenehmer Wassertemperatur meine Bahnen bzw. Runden. Jeder Muskel wird beim Schwimmen trainiert – so mag ich das! Im Anschluss geht’s zum Relaxen auf den Liegestuhl im klimatisierten Ruheraum „Morgensonne„. Oder gerne auch zu zweit in den „Kuschel-Korb“. Hier kann man wunderbar relaxen und etwa mit einem Buch die Seele baumeln lassen. Die große Glasfront mit tollem Blick auf das umliegende Bergpanorama trägt weiter zum ohnehin schon hohen Entspannungsfaktor bei.
Getränke sowie kleine Stärkungen gibt’s im Self-Service-Modus gleich ums Eck im Lounge-Bereich, wo einem die Schmetterlinge von den Wänden zuzwinkern, während man gechillt im Bademantel an seiner Tasse heißem Kräutertee oder am Becher mit gekühlter Johannisbeersaft-Schorle nippt. Und auch hier ist der Duft von Zirbenholz – wie nahezu im gesamten Hotel – wohlig-sanft vernehmbar. Der Saunabereich ist großzügig ausgestattet – vom Sole-Dampfbad über die Panorama- bis zur Bio-Sauna ist so gut wie alles vorhanden, was das Herz eines jeden Heißluftbad-Enthusiasten höher schlagen lässt. Zum Vitalisieren geht’s hinaus in den Frischlufthof, zum Runterkommen ins Ruhezimmer „Schmetterling“ – bei angenehmen 30 Grad Raumtemperatur. Und auch wenn’s für einen überzeugten Niederbayern nicht ganz so einfach ist, muss ich angesichts der Prägant’schen Wellness-Landschaft am Ende doch zugeben: Der liebe Gott könnte auch ein Kärntner sein…
FREIZEIT
Aus Sicht der werdenden Mutter: Wir haben zwar leider nicht so viel Glück mit dem Wetter, können so aber auch mehr das gute Essen, den Wellnessbereich sowie die Ruhe und Zweisamkeit genießen. Generell bietet die Bergregion natürlich sehr viele schöne Wander- und Spazierwege, umgeben von den bekannten Nockbergen. Es gibt zwei Thermen im Ort und viele weitere Babybauch-geeignete Ausflugsziele in der Umgebung. Wir entscheiden uns am letzten Tag unserer Reise, als sich die Sonne hier und da wieder zeigt, die sogenannte Nockalmstraße, die nur etwa 15 Minuten vom Hotel Prägant entfernt liegt, mit dem Auto entlang zu fahren.
Es geht zunächst steil bergauf und wieder bergab, durch die wunderschön herbstliche Natur des Nockberge-Biosphärenparks – mit jeder Menge frischer Luft und tollen landschaftlichen Eindrücken. Wir machen einen Rundgang um den Bergsee, der recht ebenerdig zu bewandern und somit auch für Schwangere gut zu bewältigen ist. Und auch ansonsten gibt es entlang der Strecke zahlreiche Spazier- und auch Einkehrmöglichkeiten, ohne unter die Bergsteiger gehen zu müssen – was ich persönlich als sehr angenehm empfinde.
Und wir bekommen auf unserem Babymoon-Trip noch ein besonderes Zeichen von oben gesendet, denn: Wir entdecken entlang der Nockalmstraße einen schönen Park mit einem großen, aufrecht freistehenden Fels, der ein Loch in der Mitte trägt. Dabei handelt es sich um den sog. Grundalm-Schliefstein. Dieser soll uns laut Infotafel an einen keltischen Geburts- und Fruchtbarkeitskult erinnern. Frauen, die noch keine Kinder geboren hatten, oder Schwangere, die sich eine klaglose Geburt erbaten, schlüpften dereinst durch den beziehungsvollen Spalt, um von der göttlichen Bergmutter Beistand zu erhalten. Gelesen, getan! Auch ich schlüpfe durch das Loch im Fels – und erhalte das zuversichtliche Gefühl, dass alles gut werden wird.
Aus Sicht des werdenden Vaters: Beim Thema Freizeit kommt man in und um Bad Kleinkirchheim um einen Namen nicht herum: Franz Klammer. Das Kärntner Original, das in einem kleinen Nachbardorf aufgewachsen und mit seinem Sieg bei den Olympischen Spielen von 1976 in Innsbruck zur österreichischen Skilegende mutiert ist, scheint allgegenwärtig zu sein. „Sein erstes Europacup-Rennen hat er hier am gegenüberliegenden Hang in Bad Kleinkirchheim gewonnen“, weiß Hausherr Michael Prägant zu erzählen und fügt hinzu: „Von da an ging seine Karriere steil bergauf.“ Der heute über 70-jährige Klammer gilt im Ort nach wie vor als touristisches Zugpferd: „Es gibt hier die Franz-Klammer-Weltcup-Abfahrt, einen Franz-Klammer-Wandertag, man kann dabei mit ihm in organisierten Gruppen zum Skifahren oder zum Wandern gehen“, berichtet der Hotelier weiter über den überaus nahbar-sympathischen und strahlkräftigen Skirennläufer.
Wie schon erwähnt, war uns Petrus wettermäßig nicht allzu gewogen, was unserem Aufenthalt jedoch keinen Abbruch getan hat. Jedenfalls kann man sich bei schönem (und freilich auch weniger schönem) Wetter draußen in der freien Natur so richtig entfalten und austoben. Geboten wird einem dafür so einiges – wie zum Beispiel die Erlebniswelt „Granatium“ im Nachbarort Radentheim, die Burg Landskron mit Adler-Flugschau, der Alpen-Wildpark in Feld am See, der Kletterwald am Ossiacher See, der Tierpark Rosegg, der Aussichtspunkt Pyramidenkogel, das Römermuseum Teurnia, das Kärntner Freilichtmuseum Maria Saal und und und. Oder wer einen Abstecher nach Italien oder Slowenien machen möchte, hat’s von Bad Kleinkirchheim aus ebenfalls nicht weit…
Besonders hervorheben möchte auch ich noch einmal die wunderbare Nockalmstraße, die sich über 34 Kilometer durch den malerischen UNESCO Biosphärenpark Nockberge hindurchschlängelt. Das Besondere an dieser (kostenpflichtigen) Genuss- und Panoramastraße sind die zahlreichen Zwischenstopps mit interaktiven Ausstellungen, verschiedenen Almwirtschaften, Themenwanderwegen, herrlichen Aussichtspunkten, Seen, Hütten und vielem mehr. Man kann sich für die Stationen so viel Zeit nehmen wie man will, kann sich nach Belieben dort aufhalten, Brotzeit machen, sich erfrischen, verweilen oder einfach nur schauen. Frei nach Goethes Motto: Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein!
Die MENSCHEN
Aus Sicht der werdenden Mutter: Besonders in Erinnerung bleibt mir – wie bereits erwähnt – meine wundervolle Masseurin. Generell sind aber alle Mitarbeiter – von der Empfangsdame bis zum Service-Personal – super herzlich und stets um unser Wohl bemüht. Mir gefällt, dass das Hotel Prägant mit seinen 30 Zimmern ein eher kleines Haus ist, das noch sehr familiär geführt wird. Das Inhaber-Ehepaar Prägant ist die meiste Zeit selbst vor Ort und kümmert sich persönlich um seine Gäste; beide sind immer für einen kurzen (oder auch mal längeren) Ratsch zu haben oder erfüllen einem besondere Wünsche. Ich erinnere mich an einen Abend, an dem am Nachbartisch eine hauseigene Geburtstagstorte inklusive Tischfeuerwerk für strahlende Augen eines jungen Mädchens sorgt.
Der Blick ins Innere des Hotel Prägant in Bad Kleinkirchheim (Kärnten):
Aus Sicht des werdenden Vaters: Die Österreicher sind ja – wie hinlänglich bekannt – generell sehr angenehme Zeitgenossen und auch recht eng verwandt mit der bayerischen Mentalität. Die zwischenmenschlichen Begegnungen im und ums Hotel Prägant bleiben durchwegs in positiver Erinnerung haften: vom hilfsbereiten Hausmeister (wie berichtet) über die zuvorkommenden Service-Kräfte im Restaurant und im Hotelbereich bis hin zu Michael und Kerstin Prägant, die ihr Haus mit großer Leidenschaft und viel Liebe zum Detail seit vielen Jahren erfolgreichen führen. Im Hotel Prägant ist man nicht nur Gast und zahlender Kunde, sondern darf sich als Teil des Ganzen, als heimisch und zugehörig fühlen.
Das FAZIT
„Komm zu dir“ lautet der Slogan des Hotels Prägant. „Hier hat man Platz, um zu sich selbst zu kommen – mit Massagen, Anwendungen, Wellness, Natur und gutem Essen“, wie Michael Prägant zusammenfasst. Und ja, wir sind zu uns gekommen, hier in dieser herbstlich-schönen Atmosphäre der alpinen Welt, umgeben von Zirbenwäldern, grasbewachsenen Kuppen („Nocken“) und einladenden Almwiesen.
Das können wir nach den herrlich entspannenden Tagen in Bad Kleinkirchheim mit Fug und Recht behaupten – und das nicht nur körperlich, sondern vor allem auch mental. Das Ziel, sich vor dem großen Wunder der Geburt noch einmal gemeinsam als Paar zu erholen, abzuschalten, sich zu erden, zu stärken und darauf zu besinnen, worauf es wirklich ankommt (und bald noch mehr ankommen wird), haben wir erreicht. Jetzt lautet die Devise: Komm zu uns…
Stepan Hörhammer & Jenny Seestern
