Freyung. Das „Pröbstlhaus“, das betonte Dr. Olaf Heinrich, wird immer das Pröbstlhaus bleiben – auch wenn es künftig „TonYversum“ heißen wird. Was der Freyunger Bürgermeister damit sagen wollte: Das Gebäude in der Schulgasse ist und bleibt ein Haus mit ortsprägendem Charakter und viel Geschichte. Daran ändert auch die Tatsache, dass das Objekt in den vergangenen 23 Monaten grundlegend saniert und umgebaut worden ist, nichts. Im kommenden Jahr beheimatet es die Bayerische Landesausstellung, ehe es als Mitmach-Museum („Science-Center“) für die Bevölkerung genutzt werden soll.

Am Montagabend gab es für alle Beteiligten gleich doppelten Grund zur Freude. Einerseits konnte ein „weiterer Schlüsselpunkt des Umbaus der Freyunger Stadtmitte“, wie es Christian Lankl von den federführenden „ppp Architekten“ formulierte, in neuer Blüte bestaunt werden. Seit dem Beginn der Bauarbeiten am 15. Januar 2024 sei viel passiert – sehr viel sogar: „Es war ein heißer Ritt“, machte Dr. Olaf Heinrich angesichts des „sportlichen“ Zeitplans, der letztlich erfüllt werden konnte, deutlich.
Erschwerend kamen Unwägbarkeiten, die Sanierungen von alten Gemäuern mit sich bringen, hinzu. So musste die Baustelle unter anderem aufgrund von Einsturzgefahr zwischenzeitlich gesperrt werden. Doch all die Mühen haben sich gelohnt, wie nicht nur Christian Lankl festgestellt hat, sondern auch über 200 Besucher, die sich am Montag ein ersten Bild vom neuen Pröbstlhaus machen konnten. Rund 1.200 Quadratmeter Nutzfläche auf dem aktuellsten Stand der Technik sind entstanden. Rund sieben Millionen Euro – etwas unter der Kalkulation – hat das Ganze gekostet.
„Mehr als nur eine Partnerschaft wie üblich“

Und so konnte andererseits ein Haus der Vergangenheit und Gegenwart mit Zukunft an das „Haus der Bayerischen Geschichte“ übergeben werden. Dabei handelt es sich um eine dem Bayerischen Wissenschafts- und Kunstministerium unterstellten Behörde des Freistaats Bayern, die alljährlich die sog. Landesausstellungen organisiert. Diese findet unter dem Motto „Musik in Bayern“ von 25. April bis 8. November 2026 bekanntlich in Freyung, genauer sagt im „Pröbstlhaus“ alias „TonYversum“ statt.
Dr. Peter Wolf, stellv. Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte, sprach in diesem Zusammenhang bei der symbolischen Übergabe der Räumlichkeiten an seine Einrichtung „von mehr als nur einer Partnerschaft wie üblich“. Und das wolle was heißen, denn es „ist meine zehnte Landesausstellung“.
Wolf, Ausstellungsgestalter Fritz Pürstinger, Herbert Unnasch (Geschäftsführer der Stadt Freyung Veranstaltungs gGmbH) sowie Roland Pongratz (musikalischer Leiter der Volksmusikakademie Freyung) stellten abschließend vor, was kommenden Sommer in der Schulgasse passieren wird. Es hat etwas mit Musik zu tun, das ist klar – nicht nur, weil es in einer ehemaligen Diskothek stattfindet. Der Rest bleibt vorläufig noch der Phantasie überlassen, sodass auch die Vorfreude nicht zu kurz kommt…
Helmut Weigerstorfer
______________
- „Pröbstlhaus“ Freyung: Erst „erklingt“ Baulärm, dann Bayern
- Pressemitteilung „Einblicke in das TonYversum und die Bayerische Landesausstellung 2026 „Musik in Bayern““






