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Passau. Ja, klar: Kino ist dafür da, um zu unterhalten. Das, was auf der Leinwand passiert, ist oft eine willkommene Ablenkung vom stressigen Alltag. „Wir haben aber auch einen politischen Auftrag“, macht Wolfgang Schwenk, Sprachrohr des Cineplex Freyung, des Cineplex Passau sowie des Scharfrichterkinos und des ProLi Passau, deutlich. Und genau deshalb ist heuer der 9. November (wieder einmal) ein besonderer Tag in letztgenanntem Lichtspielhaus. Aber auch in der Dreiflüssestadt und in der ganzen Republik.

Das „Proli“ ist eines von vier Kinos der Familie Vesper. Es ist in der Dreiflüssestadt Passau zu finden. Foto: Hog’n-Archiv

Der Grund dafür dürfte hinlänglich bekannt sein – und dennoch erklärt ihn Marketing-Mann Schwenk aufgrund seiner Bedeutung (Stichwort: „Gegen das Vergessen„) gerne noch einmal. „Der 9. November ist für Deutschland ein Schickssalstag„, leitet der Mitarbeiter der Film-Familie Vesper ein, ehe der Blick in die Vergangenheit folgt. An besagtem Tag fand u.a. 1918 die sog. Novemberrevolution statt, fünf Jahre später der „Hitler-Ludendorff-Putsch“, ehe 1938 die „Novemberpogrome“ folgten – und vor 36 Jahren der Fall der Berliner Mauer.

„Nichts zu sagen, ist der falsche Weg“

Gerade an die sog. Reichskristallnacht vor 87 Jahren wird in Passau, genauer gesagt am entsprechenden Mahnmal an der Innpromenade („Platz der Opfer des Nationalsozialismus“ genannt) besonders erinnert. Dort findet am Sonntag (9. November), um 14 Uhr, eine Gedenkstunde statt, die mehr oder weniger im „ProLi“ ihren Abschluss findet. Ab 19.30 Uhr wird in jenem Vesper-Kino der Film Das Ungesagte gezeigt. „Darin geht es um die Zeit nach dem Krieg, als es plötzlich keine Nazis mehr gab – und alle Opfer waren“, weiß Schwenk, selbst überzeugter Demokrat, zu berichten.

Schon damals, so seine Interpretation des Inhaltes, hätte man geschwiegen, anstatt aufzuarbeiten. „Nichts zu sagen, ist in Sachen Rechtes Gedankengut auch jetzt der falsche Weg“, spricht der Kino-Mann Klartext. „Gegen das Vergessen“, schiebt er einen geläufigen Ausdruck in diesem Zusammenhang hinterher. Um auf dieses Thema mit Nachdruck aufmerksam zu machen, findet nach der Aufführung eine Diskussion statt – organisiert vom Runden Tisch gegen Rechts und dem DGB. Kino ist eben nicht nur zur Unterhaltung da…

da Hog’n

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