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Niederbayern. Der Tourismus ist eine tragende Säule für die gesamte Region. Ob Flusskreuzfahrt auf der Donau, Kuraufenthalt im niederbayerischen Bäderdreieck (Bad Füssing, Bad Griesbach, Bad Birnbach) oder Mountainbike-Tour durch den Bayerischen Wald. Urlaub in Niederbayern – das bedeutet Erholung, Natur und Kultur, aber auch Wirtschaftskraft. Das belegt nun die aktuelle Studie „Wirtschaftsfaktor Tourismus“, die die Industrie- und Handelskammer (IHK) Niederbayern gemeinsam mit dem Tourismusverband Ostbayern (TVO) vorgestellt hat.

Ein Besuchermagnet: Die Europa Therme Bad Füssing. Foto: obx-news/Andy Meyer

„Im IHK-Bezirk Niederbayern sorgt der Tourismus für 2,7 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Alexander Schreiner. Vom Hotel über den Einzelhandel bis zum Handwerksbetrieb – viele Branchen profitieren direkt oder indirekt von den Gästen. Besonders stark ist die Gastronomie mit rund der Hälfte der Gesamtumsätze, gefolgt vom Einzelhandel mit 26 Prozent, also rund 710 Millionen Euro.

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Auch Städte und Gemeinden spüren die wirtschaftlichen Effekte. Das Steueraufkommen aus Einkommen- und Umsatzsteuer beläuft sich laut Studie auf rund 252 Millionen Euro. Hinzu kommen Einnahmen aus Grundsteuer, Gewerbesteuer und Abgaben. „Der Tourismus trägt in Niederbayern einen bedeutenden Anteil zu Einkommen, Beschäftigung und regionaler Entwicklung bei“, betont TVO-Vorstand Dr. Michael Braun. Insgesamt schafft die Branche eine Wertschöpfung von 1,3 Milliarden Euro – das entspricht 45.300 Vollzeitarbeitsplätzen. „Diese Zahl zeigt, welches Potenzial im Tourismus steckt und was es ganz konkret für die Menschen in der Region bedeutet.“

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„Tourismus sichert die regionale Standortqualität“

IHK-Hauptgeschäftsführer Alexander Schreiner. Foto: Hog’n-Archiv

Doch die Studie macht auch deutlich: Trotz gestiegener Umsätze hat die Branche an Dynamik verloren. „Die Umsätze sind zwar höher als in früheren Jahren, doch der Tourismus kann weniger zu Einkommen und Wertschöpfung beitragen“, sagt Schreiner. Gestiegene Kosten, Fachkräftemangel und eine schwache Konsumstimmung bremsen das Wachstum. Im Vergleich zu 2017 ist die Zahl der Aufenthaltstage um fast zwölf Prozent zurückgegangen – bei Tagesreisen sogar noch stärker.

Zugleich zeigt die Untersuchung ein verändertes Reiseverhalten: Gäste suchen zunehmend entweder exklusive Erlebnisse oder günstige, flexible Angebote. „Während die Premium-Wellnesshotels weiter wachsen, gerät die touristische Mitte unter Druck“, so Schreiner. Betroffen seien vor allem klassische Mittelklassehotels und allgemeine Freizeitangebote. Für ihn steht fest: „Wir müssen diese Mitte neu stärken, denn hier liegt die Breite der niederbayerischen Tourismusbetriebe.“

Er fordert Entlastungen bei Bürokratie, Energie- und Arbeitskosten sowie eine Qualitätsoffensive und stärkere Zusammenarbeit über Gemeinde- und Landkreisgrenzen hinweg. Auch der TVO arbeitet an Lösungen. „Tourismus als Querschnittsbranche sichert die regionale Standortqualität“, sagt Braun abschließend.

da Hog’n/obx-News


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