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Regen. Im Jahr 1835 wurden von den Weißensteiner Dorfbewohnern drei abenteuerliche Gesellen dabei ertappt, wie sie in dunkler Nacht versucht haben, auf der Burgruine Weißenstein einen Schatz auszuheben. Von dessen Vorhandensein wollten der Händler aus Regen, der Inmann aus Schleeberg und ein Bauernsohn von Zell todsicher wissen, verweigerten aber dem Regener Landrichter Anton von Gimmi jede Aussage darüber, woher sie die Information hätten. Nach acht Tagen Haft wurden sie mit dem Verweis entlassen, sie mögen künftig einer geordneten Arbeit nachgehen und sich nicht mit solchem Unnutz befassen. In dem alten Gemäuer sei auch nicht das Geringste mehr zu finden.

Die Burg Weißenstein wurde um 1100 vom Grafen von Bogen erbaut. Foto: Repro Schiller 

Aber auch schon 120 Jahre vorher wandte sich eine Baronin Hegnenberg an den Kurfürsten Karl Albrecht. Sie bat um die Erlaubnis, einen Schatz auf dem Weißenstein heben zu dürfen. Sie wisse aus sicherer Quelle, dass dort eine große, importante Summe vergraben liege. Der Ort, wo er liege, sei bekannt. Man brauche deshalb gar nicht erst umzugraben. Die Hälfte des Schatzes versprach die Baronin dem Kurfürsten, der daraufhin die huldvolle Erlaubnis zur Suche erteilte. Allerdings mit der Auflage, dass ein Geistlicher von besonders gutem Wandel beizuziehen sei.

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Leider habe man kein Glück gehabt, teilte die Baronin später dem Kurfürsten mit. Der an der fraglichen Stelle liegende Schutt des eingefallenen Schlosses habe Nachgrabungen verhindert. Man habe es dann in der ehemaligen Amtstube des Pflegers noch versucht und zwei Klafter tief neben der Stiege hinuntergegraben, leider ohne Erfolg.

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Dem löchrigen Stadtsäckel täte ein Schatz gut

Annemarie Schiller beschäftigt sich leidenschaftlich mit der Regener Geschichte. Foto: Hog’n-Archiv

Die einstigen Besitzer der Burg Weißenstein waren reiche Herren und die Geschichte der Degenberger berichtet sogar von einem Stammesheiligtum, „das uns unser Vater selig hinterlassen, mit aller Zier von Edelgestein, Gold und Silber daran gelegt und es soll beim Namen und Stammen Degenberg bleiben“. (Aus der Vermögensverteilung zwischen Jakob und Hans zum Degenberg 1443).

Könnte dieser geheimnisvolle Schatz doch noch unter den Trümmern der zerstörten Burg schlummern? Im Laufe ihrer Geschichte wurde sie öfters geplündert und niedergebrannt. Der Letzte, der Weißenstein heimsuchte und endgültig zur Ruine machte, war 1742 der Pandurenoberst Trenck.

Die Ausgrabungen vor einigen Jahren um die Burg herum brachten so manche Überraschung zutage, ein Schatz war leider nicht darunter. Vielleicht sollte die jetzige Burgherrin, die Stadt Regen, doch noch einmal gründlicher danach suchen? Dem löcherigen Stadtsäckel täte so ein Fund sicherlich gut…

Annemarie Schiller


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