Bayerischer Wald. Die Kartoffel, die Erdäpfel sind auch aus der heutigen Küche nicht mehr wegzudenken. Ihr Image als Armeleuteessen hat sie längst verloren. Die Knolle hat im Ranking der Lebensmittel den Stellenwert erreicht, den sie auch wahrlich verdient. Dritter Teil der Hog’n-Serie, in deren Rahmen Heimatforscher Rupert Berndl die Erfolgsgeschichte der bekannten Nutzpflanze näher beleuchtet.

Derzeit gibt es weltweit an die 5.000 verschiedene Kartoffelsorten. Ihre Formen variieren zwischen rund und länglich, gekrümmt, klein und überraschend groß. Auch die Farbe des Fruchtfleisches ist unterschiedlich und reicht von weiß, über hellgelb, orange, rot und violett bis zu tiefem blauschwarz.
Erdäpfel bestehen aus knapp 80 Prozent Wasser, um die 15 Prozent Kohlenhydrate und etwa 2 Prozent Eiweiß. Fett steckt in ihnen vernachlässigbar wenig, was sie für bewusste Esser zum idealen Lebensmittel macht. In Form von Bratkartoffeln, Pommes frites oder Chips sieht die Sache natürlich ganz anders aus.
Kontinuierlicher Rückgang des Kartoffelkonsums

Selbst Industrie und Forschung interessieren sich vermehrt für die Kartoffel. Die Stärke, die aus ihr gewonnen wird, kommt unter anderem wegen ihrer hervorragenden Klebeeigenschaften bei der Produktion von Pappe und Papier zum Einsatz. Auch als in der Natur vergleichsweise leicht abbaubarer Ersatz für Kunststoffe findet sie zunehmend Verwendung.
So gesehen ist diese bemerkenswerte Knolle eine ausgesprochen vielseitige und wertvolle Pflanze, die selbst unter wenig idealen Bedingungen gedeiht und so für viele unserer Vorfahren auch in schwierigen Zeiten Grundlage war für ein einigermaßen auskömmliches Leben.
Allerdings stellen die Statistiker in den vergangenen Jahren in Deutschland einen kontinuierlichen Rückgang im Kartoffelkonsum fest. Waren es 1995 noch etwa 75 Kilogramm pro Person, so ging der Verbrauch 25 Jahre später auf zirka 50 Kilogramm zurück. Die Ursache für den massiven Rückgang liegt unter anderem in dem permanent verfügbaren, überreichen Angebot eines exotischen Nahrungsallerleis unserer heutigen Überflussgesellschaft.
Bleibt nur zu hoffen, dass uns und unseren Nachfahren dieser Wohlstand noch lange erhalten bleibt. Immerhin ist es beruhigend, zu wissen, dass man auch in wirtschaftlich weniger komfortablen Zeiten auf die Qualitäten der Kartoffel zurückgreifen könnte. Als bewährtes Grundnahrungsmittel ist auf sie allemal Verlass. Sie ist nicht besonders anspruchsvoll und würde zur Not auch in Töpfen, in Blumenkästen, auf Balkonen, Terrassen, Dachgärten und in schmalen Vorgartenrabatten an Stelle eines gepflegten Rasens oder öder Schotterflächen gedeihen…
Rupert Berndl
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