Interessante Zahlen zum Turm, zu dessen 31,5 Meter hohen Aussichtsplattform 168 Stufen hinaufführen. Es wurden unter anderem 44.080 Kilogramm Profilstahl, 2.878 Schrauben, 79,82 Quadratmeter Gitterrost und 243, 18 Laufmeter Stahlgeländer verbaut. 

Freyung. Es klingt etwas paradox, entspricht aber der Realität: Obwohl der Aussichtssturm am Geyersberg nun erst, im Herbst 2025, eingeweiht worden ist, hat er bereits eine lange, lange Geschichte – eine kurz- und eine langfristige – hinter sich. Und was lange, lange währt, soll nun hoffentlich endlich gut werden. „Der 360-Grad-Rundumblick wird Einheimische wie Gäste begeistern und einen einzigartigen Blick über die Kulturlandschaft der Region ermöglichen“, freut sich Bürgermeister Dr. Olaf Heinrich über das neue Wahrzeichen der Stadt Freyung.

„Diskussionen seit mehr als 20 Jahre“

(ANZEIGE) Besondere Glückwünsche gibt’s von Stahl- und Industriebau Probst aus Abensberg (ANZEIGE)

Alle waren sie gekommen am Donnerstagvormittag, um dem Prachtstück am Hausberg der Kreisstadt eine gute Zukunft zu wünschen. Die beteiligten Firmen, darunter Stahl- und Industriebau Probst aus Abensberg, die Honoratioren Freyung – und freilich auf Einladung auch die regionale Medienlandschaft. Und alle waren sie froh darüber, dass der Aussichtssturm nun endlich fertig gestellt werden konnte. „Seit mehr als 20 Jahren kenne ich die Diskussion über einen neuen Turm in der Freyunger Bevölkerung“, berichtet das Stadtoberhaupt.

Der Wunsch, vom Geyersberg aus die Umgebung aus exponierter Lage zu erkunden, ist sogar noch älter bzw. wurde schon zweimal erfüllt. Denn, wie der Bürgermeister in Erfahrung bringen konnte, gab es bereits rund um die Jahrhundertwende zwei Aussichtstürme auf der knapp 800 Meter hohen Erhebung südwestlich von Freyung. Stadtarchivarin Claudia Peschl ist bei der Durchsicht alter Ansichtskarten eine Aufnahme aus dem Jahr 1927 aufgefallen, die ein entsprechendes Bauwerk auf dem Geyersberg zeigt. Zudem ist Ende des 19. Jahrhunderts ein Turm dokumentiert. Soweit zur langfristigen Geschichte…

 

 

„Es ist ein Anziehungspunkt entstanden“

Aussichtssturm anno 1927: Der Geyersberg vor knapp 100 Jahren. Foto: Stadtarchiv Freyung, Slg. N. Madl

Und auch die jüngste Vergangenheit hatte es in sich. Erst gab es Träume, dass der Turm eventuell sogar bis zur Landesgartenschau, die 2023 stattgefunden hatte, fertig sein würde. Mehr und mehr haben die Verantwortlichen in den vergangenen Monaten am eigenen Leibe jedoch spüren müssen, dass Bauvorhaben nicht auf die Minute geplant werden können. Immer wieder gab es Probleme mit der Statik, sodass sich die Fertigstellung um zwei Jahre verzögerte. Zumindest kann somit ausgeschlossen werden, dass der 2025er Variante das Schicksal seiner beiden Vorgänger erspart bleibt, die der Überlieferung zufolge jeweils einem Sturm zum Opfer gefallen sind. Nun scheint die unendliche Geschichte der Neuzeit ein Ende gefunden zu haben – und das muss gefeiert werden…

… mit einem deutsch-tschechischen Freundschaftsfest am Tag der Deutschen Einheit (3. Oktober). Hintergrund in diesem Zusammenhang: Das Projekt Aussichtsturm Geyersberg wurde in Kooperation mit der Freyunger Partnerstadt Vimperk (Winterberg) umgesetzt. Auf der einen Seite der Grenze wurde eine alte Brauereiterrasse saniert, diesseits der Grenze der Turm gebaut – und gefördert wurden beide Vorhaben aus dem INTERREG-Topf. Gut eingesetztes Geld, wie Dr. Olaf Heinrich findet: „Mit dem neuen Aussichtsturm ist ein Anziehungspunkt entstanden, der zusammen mit dem attraktiven Spielplatz der Gartenschau und den vielen schönen Wanderwegen das Naherholungsgebiet Geyersberg weiter aufwertet.“

 

 

Helmut Weigerstorfer


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