Werbung

Zwiesel. Sie haben sich nicht unbedingt gesucht, aber eindeutig gefunden. Jede noch so große Herausforderung haben sie seitdem gemeinsam gemeistert. Und sie hatten noch Träume, Ziele und Wünsche, waren sie doch eigentlich erst am Beginn ihres großen Glückes. Dann jedoch hat das Schicksal in einer Erbarmungslosigkeit zugeschlagen, die einen sprachlos zurücklässt. Im Alter von gerade einmal 35 Jahren ist Jenelyn Kagerbauer am 18. September von uns gegangen. Sie hinterlässt mit Thomas Kagerbauer einen Witwer, für den schlicht und einfach eine Welt zusammengebrochen ist – der sich aber in der schlimmsten Phase seines Lebens auf seine Freunde verlassen kann.

Der SC Zwiesel, dessen Vereinsboss Thomas Kagerbauer seit 2020 ist, war die große gemeinsame Leidenschaft des Ehepaares. Fotos: Kagerbauer

Was für immer bleiben wird, sind die Erinnerungen. Und das Märchen, das der weitum bekannte „Käger“ in den letzten Monaten erleben durfte, wird er nie vergessen. Seine große Liebe Jenelyn hat ihre philippinische Heimat aufgrund einer fehlenden Perspektive verlassen und ist nach Tschechien übergesiedelt. Dort traf sie zufällig auf den 43-jährigen Waidler. Und es war Liebe auf den ersten Blick. Die Hochzeit folgte zeitnah, Jenelyn zog nach Zwiesel, machte sich selbstständig – fand am Arber schnell eine Heimat. Alles schien perfekt – bis zum dem Moment Ende Mai, der alles auf den Kopf gestellt hat.

Werbung

„Sie hatte eine Gehirnblutung. Völlig überraschend. Eine angeborene Missbildung, die unentdeckt geblieben ist“, berichtet Stefan Pfeffer, Trauzeuge der Kagerbauers. „Und dann ist viel falsch gelaufen“. Eine Irrfahrt durch die niederbayerische Krankenhaus-Landschaft hatte zur Folge, dass die 35-Jährige erst acht Stunden nach dem Moment X entsprechend behandelt wurde. Letztlich wohl eine zu lange Zeitspanne. „Sie ist seitdem nicht mehr aufgewacht, hat sich in einer Art Wachkoma befunden“, weiß Pfeffer. „Und nach weiteren Komplikationen ist sie am 18. September verstorben.“

Werbung

„Sie gehört zurück zu ihren Wurzeln“

Im Woid dahoam, in Inabanga Zuhause: Jenelyn (links) im Kreise ihrer Familie.

Der 32-Jährige und weitere enge Freunde waren dann für Thomas Kagerbauer nicht nur einfach da, was in derartigen Situationen ohnehin Gold wert ist. Sie arbeiten seitdem auch daran, der Verstorbenen ihren letzten großen Wunsch zu erfüllen. „Eigentlich wollten beide im August noch einmal auf den Philippinen heiraten. Jenelyn hat ihr Zuhause stets in ihrem Herzen getragen“, weiß Stefan Pfeffer. „Und sie gehört auch wieder zurück zu ihren Wurzeln.“ Was er damit meint: Die Heimgegangene soll auch tatsächlich heimkehren.

Eine Überführung nach Südostasien samt Beisetzung in der philippinischen Stadt Inabanga ist jedoch mit einigen Mühen – und noch mehr Kosten verbunden. „Wir planen derzeit täglich und rechnen das Ganze immer wieder durch“, erzählt Stefan Pfeffer. „Unter anderem braucht man unterschiedliche Särge – aus Zink und für den Flug mit Überdruckventil. Auch der letzte Abschnitt, die Schifffahrt von Manila nach Inabanga, bereitet uns noch Sorgen.“

Das Organisatorische ist das eine. Pfeffer & Co. trauen sich es zu, das alles zu stemmen. Unterstützung erhoffen sie sich hingegen in Sachen Finanzen. „Wir brauchen um die 17.000 Euro“, rechnet der Trauzeuge vor. „Und diese Kosten wollen wir Tom nicht aufbürden. Zuletzt hat er das Haus behindertengerecht umbauen lassen, was sehr teuer war. Außerdem wollen wir ihm einfach eine weitere Last abnehmen.“ Aus diesem Grund haben die Freunde der Kagerbauers eine Spendenaktion ins Leben gerufen.

„Es tut unmenschlich weh“

„Was mein Trauzeuge mit ein paar Freunden da organisiert, konnte und hätte ich nie erwartet“, war der Witwer eigenen Angaben zufolge zunächst beinahe sprachlos. Erst mit etwas Abstand konnte er ungefähr einordnen, was seine engen Wegbegleiter für ihn machen. „Es berührt mich sehr – und ich danke jedem einzelnen. Danke von ganzem Herzen!“ Auch wenn der Abschied von Jenelyn „unfassbar ist und es einfach nur unmenschlich wehtut“, spürt der 43-Jährige zumindest etwas Glück. Denn solche Freunde hat nicht jeder…

Helmut Weigerstorfer

_____________

„Letzter Wunsch von Jenelyn“ – hier geht’s zur Spendenaktion mit diesem Titel (einfach klicken)


Dir hat dieser Artikel gefallen und du möchtest gerne Deine Wertschätzung für unsere journalistische Arbeit in Form einer kleinen Spende ausdrücken? Du möchtest generell unser journalistisches Schaffen sowie die journalistische Unabhängigkeit und Vielfalt unterstützen? Dann dürft ihr das gerne hier machen (einfach auf den Paypal-Button klicken).


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert