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Spiegelau. Es ruckelt. Selbst der moderne Geländewagen hat zu kämpfen. Denn die Baustellenzufahrt, wenn man sie denn so nennen mag, ist mehr als abenteuerlich. Das Lenkrad ist fest umschlungen als das Handy klingelt. Alfons Döringer geht ran. Es folgt ein kurzes, effektives Gespräch mit einem Lieferanten. „Ja, kannst du so bestellen“, sagt er zum Abschluss. Somit gehen nun die Holzschindeln für die Sanierung des Waldschmidthauses in die Produktion. Es ist nur eines von vielen Puzzleteilen, welches der Architekt gerade zusammensetzen muss.

Alfons Döringer in der künftigen Wirtsstube des Waldschmidthauses. Fotos: Gregor Wolf/Nationalpark Bayerischer Wald

Für Alfons Döringer ist es eine Herzensbaustelle. Der Architekt ist in Spiegelau aufgewachsen. Der Rachel ist seit jeher sein Hausberg. Aktuell darf er sich um die Sanierung des Waldschmidthauses kümmern. Dabei gibt’s einem Blog-Eintrag des Nationalparks Bayerischer Wald zufolge nicht nur viel Kameradschaft, sondern auch einige Herausforderungen.

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Im Auftrag des Staatlichen Bauamts Passau betreut er die Sanierung des historischen Gebäudes, welches dem Nationalpark gehört. „Es ist ein kleines Abenteuer“, wird Döringer in genannter Information zitiert. „Kein Strom, keine Zufahrt, erschwerte Wetterbedingungen, Denkmalschutz, eine alte Asbestfassade und dann noch die Lage inmitten eines Schutzgebiets“, zählt der Architekt auf. „Das ist mit das Schwierigste, was einen in unserer Branche erwarten kann.“

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Historisches Gebäude bekommt Holzschindeln

Ein Blick auf den Aushub für den Anbau.

Trotzdem: Es geht über den Sommer hinweg gut voran auf der Baustelle. „Das Schlimmste ist geschafft.“ Damit gemeint ist die Vollendung des neuen Fundaments des Altbaus sowie die Aushubarbeiten für den Anbau. „Zum Glück kamen dabei keine großen Felsen zum Vorschein.“

So schaut es gut aus, dass der diesjährige Bauplan eingehalten werden kann. Die soeben bestellten Schindeln sollen noch an das Bestandsgebäude kommen, bevor es auf knapp 1.400 Metern ungemütlich wird. Außerdem soll der in Holzständer-Bauweise ausgeführte Anbau noch winterfest gemacht werden. Der Endausbau ist dann für das kommende Jahr geplant. „Das funktioniert aber auch nur deswegen so reibungslos, weil hier am Berg tatsächlich alle nochmal eine Prise vertrauensvoller zusammenarbeiten. Das ist schon echte Kameradschaft“, lobt Döringer alle Projektbeteiligten.

Neues Fundament und Stützen sorgen für Stabilität im Altbau 

Wenige Wochen nach dem Ortstermin mit Alfons Döringer wurde im Sommer der Rohbau des Erweiterungsgebäudes aufgestellt.

Beim Gang durch das historische Haus werden die Herausforderungen besonders sichtbar: Die Wände sind verzogen. „Das ganze Haus ist über die Jahrzehnte nach innen zusammengesackt“, erklärt Döringer, während er ein waagerechtes Fenster betrachtet, welches in der schiefen Holzmauer hängt – mit mächtig Platz für Durchzug. Doch Fundament und Stützen leisten saubere Arbeit. Die Stabilität ist wieder hergestellt.

So beendet Döringer nach ein paar Feinabstimmungen mit den Arbeitern vor Ort einen von vielen Baustellentermin im August. Kurz vor der Rückfahrt wirft er nochmal einen Blick gen Gipfel: „Schaut’s euch die Bäume an, wie die gewachsen sind“, sagt er. „Was sich da die vergangenen Jahre getan hat, ist richtig faszinierend.“

da Hog’n

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