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Freyung. Selbst der Unternehmensverbund „Edeka“ hatte Zweifel, ob das funktioniert. Dennoch ist Bernhard Pöschl vor zwölf Jahren das Risiko eingegangen, da er von seiner Idee absolut überzeugt war. Und der Unternehmer wurde für seinen Mut belohnt, wie sich inzwischen herauskristallisiert hat: Der Innenstadtmarkt im Freyunger Stadtplatzcenter hat sich nicht nur etabliert, sondern ist gar nicht mehr wegzudenken. Und: Der Lebensmittelladen entwickelt sich stetig weiter – in den vergangenen Wochen und Monaten beispielsweise wurde sein Innen- und Außenleben komplett überarbeitet.

Im Hintergrund hat Anfang des Jahres ein Eigentümerwechsel stattgefunden, der so reibungslos verlaufen ist, dass er erst offensichtlich wurde, als die neuen „Edeka Kremsreiter„-Schilder an der Fassade angebracht worden sind. Der Freyunger Geschäftsmann Norbert Kremsreiter führt nun das Lebenswerk des Neureichenauers Bernhard Pöschl weiter – in der Kreisstadt genauso wie am Fuße des Dreisessels. „Er hat hier in Freyung bewiesen, dass derartige Läden – 2013 war es einer der ersten überhaupt – im Zentrum bestehen können“, rühmt der 50-Jährige seinen Vorgänger. „Es war ein großer Kampf, eine große Herausforderung – doch das Ergebnis spricht für sich.“
Grundsätzlich finden große Lebensmittelläden eher auf grüner Wiese statt. Dort ist mehr Platz, dort ist die Erreichbarkeit – vor allem mit dem Auto – besser. In Neureichenau setzen Pöschl und nun Kremsreiter auf diese Karte. Und in Freyung eben auf die andere, deren Wert lange nicht festgestanden hat. „Es hat praktisch keine Erfahrungswerte gegeben. Alles war mehr oder weniger learning by doing.“ Fehler wurden gemacht, aber man hat daraus gelernt. Und beide Geschäftsmänner gehen stets mit der Zeit, vergessen dabei den berühmt-berüchtigten Blick über den Tellerrand hinaus nicht.
Es wird konsumiert, aber auch getratscht und gelacht

Genau aus diesem Grund hat sich der Edeka im Erdgeschoss des 2013 erbauten Stadtplatzcenters zuletzt auch offensichtlich verändert. Die Bedürfnisse von Stadtbewohnern wurden verstärkt berücksichtigt – ohne dabei diejenigen, die mit dem Auto zum Einkauf kommen, zu vernachlässigen. „Eines unserer Alleinstellungsmerkmale ist und bleibt die Tiefgarage, die einen Besuch bei uns witterungsunabhängig macht – und zudem für 75 Minuten kostenlos zur Verfügung steht“, hebt Kremsreiter ein besonderes Schmankerl für die fahrende Kundschaft hervor. Insgesamt wurde das ohnehin schon große Sortiment um 3.000 auf 20.000 Artikel erhöht, sodass so gut wie kein Wunsch mehr offen bleibt.
Und dann sind wir schon bei denjenigen angelangt, die Edeka Kremsreiter besuchen, gerade weil es sich um einen Innenstadtmarkt handelt: Die unmittelbaren Anwohner, „d‘ Freynga Stodara“, die den Laden fußläufig erreichen können. Ein Beispiel dafür, wie diese Kundengruppe mehr in den Vordergrund gerückt worden ist: Die Kastenware an Getränken wurde reduziert, künftig gibt es mehr Einzelflaschen, die in jede Einkaufstasche passen. Und auch der Trend, dass wieder mehr selber gekocht wird, war bei der Neuausrichtung maßgeblich. „Fertiggerichte spielen keine so große Rolle mehr“, weiß Norbert Kremsreiter. „Aber das Milchthema ist beispielsweise wichtiger geworden: Deshalb haben wir nun über 20 verschiedene Sorten im Angebot.“
„Da Edeka“ im Stadtplatzcenter – inzwischen wort- und sprichwörtlich mittendrin in der Kreisstadt angekommen. Der Lebensmittelmarkt ist nicht irgendein austauschbares, x-beliebiges Gebäude in der Peripherie, sondern gehört zur Geschäftswelt Freyungs dazu – genauso wie der Optiker, das Modegeschäft oder das Kino. Auf den Geschäftsflächen – allen voran im Café im Vorraum – wird nicht nur konsuminert, sondern auch geredet, getratscht und gelacht. Es wurde ein „Tante-Emma-Laden“ der Neuzeit geschaffen. Mut muss man haben – wie Bernhard Pöschl vor zwölf Jahren – und Norbert Kremsreiter in den kommenden…
Helmut Weigerstorfer
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