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Freyung-Köppenreut. Eine Ausbildung zur Hauswirtschafterin, zwei Nebenjobs, Arbeit auf dem elterlichen Milchviehbetrieb, den Sommer über allein auf einer Alm – während sich viele 20-Jährige noch in der beruflichen und persönlichen Findungsphase befinden, weiß Johanna Fuchs schon ganz genau, was sie will – und packt ordentlich an. Ihr neuestes Projekt im Rahmen ihrer Meisterprüfung: ein eigenes Frühstückscafé auf dem heimischen Hof in Köppenreut bei Freyung.

Schon von weitem sichtbar, direkt an der B12 auf Höhe Köppenreut gelegen, macht Johanna Fuchs Werbung für ihr MARESI-Frühstückscafé, das Ende September seine Pforten zu verschiedenen Terminen öffnen wird.

MARESI – das ausgefuchste Frühstück“ lautet der Name der kleinen aber feinen gastronomischen Einrichtung inmitten des Bayerwald-Dorfes am Rande der Kreisstadt. Eine Art Pop-Up-Café, das es nur für eine gewisse Zeit in einer Umgebung geben wird, in der Johanna Fuchs und ihr Vater ansonsten Milchviehhaltung und Landwirtschaft betreiben.

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Wir sind beim Hogn-Interview einer bodenständigen, mutigen und extrem herzlichen jungen Frau begegnet, die uns von ihrer Liebe zur heimischen Natur, zu den Tieren und der kulinarisch-kreativen Idee hinter dem Café „MARESI“ erzählt hat.

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„Ich war noch nie so happy über das Wissen“

Johanna, Du befindest Dich gerade in den letzten Zügen deiner Ausbildung zur Hauswirtschafterin in Rosenheim – ein Beruf, der nicht mehr wirklich verbreitet ist, oder? Was hast Du dort die letzten eineinhalb Jahre lang gelernt?

Hereinspaziert in die Scheune, in der das „MARESI“ seinen Platz findet. Johanna Fuchs freut sich schon auf ihre Gäste.

Hauswirtschaft ist ein Ausbildungsberuf, der leider sehr klischeebehaftet ist. Gleichzeitig hat er großes Potenzial, weil er die unterschiedlichsten Berufe vereint: Hotelfach, Floristik, Kinderbetreuung oder auch Reinigung. Klar hat man hier erstmal das Klischee von Kochen, Waschen und Putzen im Kopf. Aber ich war noch nie so happy über das Wissen, wie schnell und gut man zum Beispiel sauber machen kann. Ein weiterer Pluspunkt für mich: die Abwechslung! Ich bin Sternzeichen Zwilling und brauche immer wieder neue, kreative Aufgaben sowie die Arbeit mit Menschen. Das habe ich alles für mich in der Hauswirtschaft definitiv gefunden – und bin neuerdings auch als Botschafterin unterwegs.

Respekt, Dich neben Deinem vollen Terminkalender auch noch ehrenamtlich zu engagieren. Was ist da genau Deine Aufgabe?

Mir ist aufgefallen, dass gerade der Raum Niederbayern sehr schwach vertreten ist, was die Hauswirtschaft angeht – und habe mir gedacht: Johanna, das musst Du ändern! Die oberste Aufgabe ist es eben, diesen Beruf den jungen Leuten wieder näher zu bringen. Wir Botschafterinnen und Botschafter agieren unter der Leitung des Kompetenzzentrums Hauswirtschaft, sind auf Social Media aktiv und auch auf Berufsinformationsmessen vertreten, wie etwa beim Info-Stand des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten auf der Rottalschau in Karpfham.

Die Werte der Omas sollen ins Café miteinfließen

Kommen wir zu Deinem neuesten Vorhaben, das gleichzeitig Dein Abschlussprojekt für die Meisterprüfung darstellt: „MARESI – das ausgefuchste Frühstück“. Was steckt dahinter?

Der Boden ist neu verlegt, Tische und Stühle sind bereits vorbereitet. Und die Deko kommt demnächst.

Ich wollte etwas Cooleres als einfach nur ‚Johannas Frühstückscafé‘ haben – und mein Nachname ‚Fuchs‘ hatte da durchaus Potenzial (lacht). So ist das ‚ausgefuchste Frühstück‘ entstanden. Der Name ‚MARESI‘ ist eine Mischung aus Maria und Resi, die Namen meiner leider schon verstorbenen Großmütter. Die beiden verkörperten Werte und Gefühle, die ich auch mit meinem Café vermitteln will, sprich: absolute Frauenpower, Gemütlichkeit, Bescheidenheit, Offenheit, Herzlichkeit und Wärme.

Das MARESI soll ja kein täglich geöffnetes Café werden, sondern es gibt fixe Termine, die man reservieren kann und bei denen Du dann in einem ganz besonderen Ambiente Dein Frühstück anbietest. Nämlich in einer alten Scheune auf dem heimischen Hof in Köppenreut. Was sagen Deine Eltern dazu?

Meine Mutter lebt nicht mehr hier auf dem Hof. Sie ist aber schon immer diejenige gewesen, die mich in allem ermutigt hat. Ein Freigeist, der sagt: Johanna, Du machst das! Mein Vater ist da etwas bodenständiger. Er war erst einmal skeptisch wegen den Ausgaben – und ob da überhaupt Leute kommen. Aber bei ihm ist es oft so: Wenn er sieht, dass es läuft, dann gefällt es ihm auch – und er hilft gerne mit und ratscht mit den Leuten. Er braucht da einfach immer einen kleinen Schubs. Aber ich bin da zum Glück stur genug und weiß, was ich will (grinst).

Quasi mitten im Dorf Köppenreut, gleich neben dem Maibaum, wird das „MARESI“ seine Gäste empfangen.

Gerade habt ihr einen neuen Boden in der Scheune verlegt und eine Terrasse gebaut. Wie viele Gäste sollen denn dort Platz finden, wenn ihr fertig seid?

Ich habe pro Termin für 50 Personen kalkuliert. Und sieben Termine sind ab Ende September geplant, wovon einige tatsächlich auch schon ausgebucht sind.

Wow, das ging ja schnell! Was hast Du in Sachen Werbung für Dein Projekt bis dato unternommen?

Im Grunde genommen war es Mund-zu-Mund-Propaganda, gepaart mit Social Media. Vielen Dank an dieser Stelle nochmals an alle Freunde, Familie und Bekannte, die mich da unterstützt haben. Ich habe ganz am Anfang ein kleines Vorstellungsvideo von mir und meiner Idee hinter MARESI gemacht, das auf Facebook mittlerweile knapp 60.000 Mal aufgerufen und über 200 Mal geteilt worden ist. Auch bei Instagram sind es schon um die 16.000 Views.

Viel Regionales und Selbstgemachtes

Eine gemütliche Location und gute Werbung sind aber natürlich nur die halbe Miete. Die Leute kommen ja in erster Linie zum Essen zu Dir. Was hast Du Dir für Dein „ausgefuchstes Frühstück“ überlegt?

„Da wir hier bei uns einen kleinen Milchviehbetrieb haben, werde ich für die Produkte natürlich unsere Kuhmilch verwenden, woraus ich gerne Käse selber machen möchte.“

Es wird auf jeden Fall gute Basics geben, aber auch Gerichte, die von Termin zu Termin variieren, wie verschiedene Mehlspeisen zum Beispiel. Ich möchte viel Pflanzliches anbieten und auch die alteingesessenen Fleisch- und Wurstliebhaber davon überzeugen. Es wird nur Speck von bayerischen Almbauern geben, sonst wird alles vegetarisch oder vegan sein. Ich möchte verschiedene Salate anbieten, Aufstriche, Fermentiertes, Sauerteigbrot, viel mit Dinkel, auch glutenfreies Brot, selbstgemachte Fruchtaufstriche, Honig aus der Region usw.

Darauf legst Du ja neben der Vielfalt auch besonderen Wert, dass Deine Produkte hier aus der heimischen Landwirtschaft stammen…

Auf jeden Fall. Da wir hier bei uns einen kleinen Milchviehbetrieb haben, werde ich für die Produkte natürlich unsere Kuhmilch verwenden, woraus ich gerne Käse selber machen möchte. Ich war zwei Sommer lang auf einer Alm im Berchtesgadener Land als Sennerin tätig und habe dort viel gelernt. Ich bin selbst mit der Landwirtschaft groß geworden, deswegen ist es mir sehr wichtig, die Direktvermarkter hier zu unterstützen und durch die Regionalität meiner Produkte auch einen gewissen Qualitätsstandard bei meinem Frühstück zu schaffen.

Hast Du ein persönliches „Meisterstück“, das Du besonders gerne magst oder besonders gut machen kannst und beim MARESI-Frühstück nicht fehlen darf?

Ich denke, dass es die Mehlspeisen sind. Da bekomme ich oft die Rückmeldung, dass viele das nicht mehr so gut hinbekommen, weil da vielleicht auch Omas Wissen fehlt. Ebenso möchte ich mal Auszog’ne machen, Krapfen oder Rohrnudeln nach alten Rezepten – denn auch mit süßen Mehlspeisen kann man fast jeden begeistern…

„Damit auch hygienisch alles passt“

Wie handhabst Du das logistisch mit dem Kochen und Vorbereiten? Machst Du das drüben in der Küche der Eltern oder direkt in der umgebauten Scheune?

Wir haben zwar drüben eine sehr große Küche, aber ich habe mich dazu entschieden, einen Doppel-Container zu mieten, der dann vor der Scheune steht. Darin wird dann eine kleine Gastroküche unterkommen. Die meisten Geräte kann man sich mieten bzw. günstig kaufen und dann wieder weiterverkaufen, damit das eben auch hygienisch alles passt.

Es scheint so, als ob es in den nächsten Wochen noch so einiges zu tun gibt. Vielen lieben Dank für das herzliche Gespräch. Wir wünschen Dir viel Erfolg mit Deinem Projekt, dass alles rechtzeitig fertig wird und natürlich viele Leute vorbeischauen und sich an deinen kulinarischen Schmankerln erfreuen dürfen.

Interview: Jenny Seestern

Wer „MARESI – das ausgefuchste Frühstückscafé“ in Köppenreuth bei Freyung besuchen möchte, darf sich auf Johannas Social-Media-Accounts (Facebook und Instagram) über Preise, Termine und die genau Adresse informieren.


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