Gospić/Freyung. Der zeitliche und geographische Abstand können den großen Schmerz nicht lindern. Vier Wochen liegt der tödliche Arbeitsunfall in einem Industriebetrieb in der Marktgemeinde Röhrnbach inzwischen zurück: Der dreifache Familienvater Ivan Svetic hat am 5. August sein Leben verloren (da Hog’n berichtete). Ein Schicksalsschlag sondergleichen für die Hinterbliebenen. „Die Trauer ist nach wie vor überwältigend“, sucht Witwe Dijana nach Worten für eine Situation, für die es eigentlich keine Worte gibt. „Uns geht es gar nicht gut.“
Nach dem großen Schock ist die 40-Jährige ihren drei Kindern Stjepan (12), Katarina (15) und Božidar (17) nach Kroatien gefolgt. Das süd-osteuropäischen Land hatte die Familie vor acht Jahren aufgrund einer fehlenden Perspektive verlassen. Dort, am Mittelmeer, leben aber immer noch Verwandte und Bekannte, die sie regelmäßig besuchen.
Am Tag des tragischen Unfalls am 5. August haben sich die Kinder bereits in der Kleinstadt Gospić aufgehalten – wie während der Sommerferien üblich. Nun ist auch Dijana Svetic in den Westen Kroatiens gereist, um nach Ablenkung und Trost zu suchen – was sie jedoch nicht findet…
„Fremdeinwirkung kann ausgeschlossen werden“

„Es ist schwer für uns! Wir können immer noch nicht glauben, dass so eine Tragödie passiert ist“, berichtet sie in gutem Deutsch. Der Verlust des geliebten Mannes und Vaters ist das eine. Die damit verbundene ungewisse Zukunft das andere. Und noch ist immer nicht klar, wie es zu jenem Drama kommen konnte. „Bislang haben die Ermittlungen bestätigt, dass Fremdeinwirkung ausgeschlossen werden kann“, teilt das Polizeipräsidium Niederbayern auf Hog’n-Nachfrage mit. Ein von der Staatsanwaltschaft Passau in Auftrag gegebenes Gutachten sei aber noch ausstehend, weshalb die Akte bis dato nicht geschlossen werden konnte.
Dijana Svetic, die im selben Unternehmen wie ihr Mann arbeitet, ist derzeit krankgeschrieben. „Sie haben mir so viel Zeit gegeben, wie ich brauche, um mich erstmal um uns zu kümmern“, dankt die 40-Jährige ihrem Arbeitgeber, mit dem sie bislang noch keine Gespräche ihre berufliche Zukunft betreffend geführt hat. Wie geht es weiter für sie? Kann sie überhaupt noch einmal an dem Ort, an dem ihr Ivan gestorben ist, ein- und ausgehen? Bekommt sie eine Witwen-Rente? All diese fundamentalen Fragen müssen zeitnah geklärt werden, sind aber für die dreifache Familienmutter derzeit absolute Nebensache.
Spendenaktion ein Erfolg
Ein zumindest kleines Lächeln in ansonsten düsteren Zeiten hat ihr die große Anteilnahme in und um Freyung, wo Familie Svetic eine liebgewonnene Heimat gefunden hat, auf die Lippen gezaubert. Da war zum einen die von Freunden initiierte Spendenaktion, die eine Summe im mittleren vierstelligen Bereich eingebracht hat. „Die gesammelten Gelder haben wir in die Kosten für den Transport ins Ausland, die gesamte Beerdigung und die damit verbundenen Dinge gesteckt“, zeigt sich Dijana Svetic offen. „Und mit dem Rest werde ich mich und meine Kinder sichern, bis ich wieder arbeiten kann.“
Da war und ist zum anderen das große Mitgefühl, das den kroatischstämmigen Waidlern in den vergangenen Tagen und Wochen entgegengebracht worden ist. „Ich möchte mich – auch im Namen meiner Kinder – bei allen Menschen für ihre Unterstützung in der schwersten Zeit unseres Lebens bedanken“, hebt die Witwe hervor und bricht erneut in Tränen aus. Ein Zeichen der Trauer, aber auch der Dankbarkeit. Und sie wiederholt noch einmal: „Danke an alle, die uns geholfen und unterstützt haben.“
Helmut Weigerstorfer
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Gespendet werden kann natürlich weiterhin: Dijana Svetic, IBAN: DE33 7405 1230 0060 3720 42;








