Bei Betriebsunfall tödlich verletzt
Röhrnbach, Landkreis Freyung-Grafenau
Am Dienstag (5. August) gegen Mittag wurden Einsatzkräfte zu einem schweren Betriebsunfall nach Röhrnbach gerufen. Ein 46-Jähriger wurde bei Arbeiten an einer Maschine eingeklemmt und verletzte sich schwer. Mitarbeiter bemerkten dies, befreiten den 46-Jährigen und setzten einen Notruf ab. Rettungskräfte versuchten den Mann zu reanimieren, er verstarb jedoch noch vor Ort. Die Kriminalpolizei Passau hat unter Einbeziehung der Berufsgenossenschaft die Ermittlungen übernommen.
Endlich lief es nach schwierigen Jahren gut

Dieser Bericht des Polizeipräsidiums Niederbayern kommt, wie üblich bei derartigen Meldungen, sachlich und somit ohne Emotionen daher. Zwischen den Zeilen jedoch ist eindeutig zu lesen, welch Tragödie sich am Dienstag in der Marktgemeinde Röhrnbach ereignet hat. Es ist ein Schicksalsschlag für die Familie des Opfers, der selbst bei unbeteiligten Außenstehenden für Gänsehaut sorgt. Die Hinterbliebenen stehen unter Schock – und vor einer ungewissen Zukunft. „Das ist eine Katastrophe!“, spricht Dijana Svetic gegen über dem Hog’n das aus, was wohl jeder denkt.
Dass die 40-Jährige nun Witwe ist, hat sie noch gar nicht richtig realisiert. Eigentlich lief es für die fünfköpfige Familie nach schwierigen Jahren endlich gut – beruflich und privat. Vor sieben Jahre verließ die fünfköpfige Familie ihre kroatische Heimat – aufgrund einer fehlenden Perspektive im Staat am Mittelmeer. Zunächst ging es nach München. „Dort allerdings ist das Leben sehr teuer“, blickt die 40-Jährige zurück. Sie zogen deshalb in den Bayerischen Wald, wo ein anderer Familienzweig ausschließlich positive Erfahrungen gesammelt hatte. Und der Schritt nach Freyung war der richtige, wie die dreifache Mutter feststellt.
Dijana und Ivan sowie die Kinder Stjepan (12), Katarina (15) und Božidar (17) fanden auf dem Land schnell Anschluss – und die Eltern einen Job. In einem Industriebetrieb in Röhrnbach arbeitete das Ehepaar sogar in derselben Schicht. Und dann der 5. August. „Mein Chef hat gesagt, ich soll zu ihm ins Büro kommen“, erinnert sich Dijana Svetic, den Tränen nicht nur nahe. „Er wollte mich schützen und hat mich nicht rausgelassen, während die Polizei und ein Arzt gekommen sind. Sogar ein Helikopter ist gelandet.“ Leider kam jede Hilfe zu spät: Ivan Svetic erlag noch am Unfallort seinen schweren Verletzungen.
Zumindest die Finanzen sollen keine Sorgen bereiten
Dass die Kinder die schulfreie Zeit zunächst bei Verwandten in Kroatien verbringen, war bzw. ist Vor- und Nachteil zugleich. Einerseits haben sie nicht unmittelbar erlebt, wie ihr Papa zur Arbeit aufgebrochen ist – und nie mehr zurückkehrte. Andererseits ist es „traurig und schlecht, dass sie nun so weit weg sind“, hadert Dijana Svetic. Dennoch ist sie nicht alleine. Die Familie ihres Bruders ist für sie da – genauso die neu gewonnenen Freunde in und um Freyung. Diese haben unter anderem eine Spendenaktion für die Familie Svetic ins Leben gerufen, sodass zumindest die Finanzen – immerhin ist der Hauptverdiener weggebrochen – keine Sorgen bereiten. Die Gedanken sind woanders, die Kraft wir an anderer Stelle gebraucht – verständlicherweise…
Helmut Weigerstorfer
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Das Spendenkonto: Dijana Svetic, IBAN: DE33 7405 1230 0060 3720 42;






